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Fotograf aus Lübeck Andre Leisner
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14 Tipps für Fotografie-Anfänger

Als Fotografie-Anfänger hat man es gar nicht so leicht. Aber eigentlich ist es doch einfacher, als man denkt. Fürs Erste bedarf es nicht viel für ein Bild: Eine Kamera und los. Aber da fängt die Problematik eigentlich schon an, denn welche Kamera soll es sein, welche Einstellungen sind wichtig und wie wählt man den passenden Bildausschnitt?

Tipps für Fotografie-Anfänger
Tipps für Fotografie-Anfänger

Grundlagen der Fotografie für Fotografie-Anfänger

Bevor Du loslegst, beschäftige Dich am besten mit den Grundlagen der Fotografie. In diesem Artikel gehe ich auf diese Grundlagen ein und gebe Dir als Fotografie-Anfänger 14 Tipps an die Hand. Es spielt keine Rolle, ob Du noch nie fotografiert hast, Du kannst es lernen. Das Wichtigste von allem: Du solltest Lust zum Fotografieren und Spaß daran haben! Legen wir also los!

Wie lernst Du am besten fotografieren?

Wie mit vielen Dingen, lässt sich diese Frage nicht wirklich pauschal beantworten, abhängig auch davon, was Du mit der Fotografie bezweckst. Ist es ein Hobby oder soll es Dir Dein tägliches Brot sichern? Soll heißen, setzt Du Dich eventuell unter Druck, weil Du sofort ins kalte Wasser springen willst?

Zum Start gilt für jeden dasselbe: Setze Dich mit der Fotografie auseinander, schaue Dir Bilder von anderen Fotografen an, die Dir gefallen und mache Dir Notizen, was Dir an den Bildern gefällt. Sieh Dir Tutorials an oder buche einen Fotokurs. Dies ist online oder auch lokal in fast jeder Stadt möglich. Für den Start braucht es nicht viel. Selbst mit einem Smartphone kannst Du starten und in die Fotografie eintauchen.

Tipps als Ideen und Denkanstöße

Die nachfolgenden Tipps sollen Dir dabei helfen, Neues auszuprobieren, eine Idee aufzugreifen. Die Tipps können die einzelnen Bereiche natürlich nur anschneiden. Im Detail kann das eine oder andere etwas erklärungsbedürftiger sein. Sofern ich dazu bereits Artikel geschrieben habe, findest Du sie verlinkt.

Nutze ansonsten einfach eine Suchmaschine. Zu vielen Themen findet man bereits sowohl Schriftliches als auch Videos. Oder aber, Du schreibst Deine Frage in die Kommentare und ich werde in diesem Artikel auf Deine Frage antworten. Aber zunächst wünsche ich Dir viel Spaß beim Lesen und hoffe, dass Du aus dem Artikel viel für Dich mitnehmen kannst!

Bevor wir zu den Tipps kommen, möchte ich kurz auf die Kamera an sich zu sprechen kommen. Wenn Du sagst, die Info brauche ich nicht, kannst Du auch oben über das Inhaltsverzeichnis direkt über die Sprungmarke zu den Tipps gelangen, die Dich interessieren.

Kamera funktioniert ähnlich wie unser Auge
Kamera funktioniert ähnlich wie unser Auge

Die Kamera funktioniert ähnlich wie unser Auge

Ganz einfach ausgedrückt passieren zwei Sachen bei der Fotografie: Licht wird eingefangen und gespeichert. Die Kamera funktioniert ähnlich wie unser Auge: Licht wird über die Augenlinse gebündelt und hinter unserem Auge auf der Netzhaut zu einem Bild verarbeitet. Je nach Lichtstärke verkleinert sich die Linse bei viel Licht oder öffnet sich bei wenig Licht.

Auf die Kamera übertragen, bündelt das Objektiv das Licht und je nach Blendenöffnung (geschlossen = hohe Blende oder geöffnet = kleine Blende) gelangt das Licht auf den Sensor (bei einer spiegellosen Kamera). Der Sensor speichert das Licht und erstellt daraus ein Bild.

Verschlusszeit und Blende kurz angerissen

Im manuellen Modus „M“ bist Du für sämtliche Einstellungen selbst verantwortlich. Die drei (Blende, Verschlusszeit und ISO) bilden das sogenannte Belichtungsdreieck. Was Dich anfangs vielleicht noch etwas überfordern mag, wird Dir nach kurzer Zeit in Fleisch und Blut übergehen und Du wirst Deine Kamera blind bedienen können. Nachfolgend findest Du die drei Kameraeinstellungen, die Du für den manuellen Modus beherrschen solltest:

Tipp 1: Habe keine Angst Fehler zu begehen!

Probiere Dich aus, mache Fehler und lerne aus ihnen. Fehler sind normal! Sei es nun beim Fotografieren selbst, wie Einstellungen, Bildausschnitt oder anschließender Bildbearbeitung. Je länger Du Dich mit der Fotografie beschäftigst, desto mehr wirst Du bewusst lernen. Du wirst Dir nach einiger Zeit Deine Bilder mit einem ganz anderen Blick sehen und auch Bilder dabei haben, bei denen Du Dich fragst „Wie konnte ich das schön finden?“.

Ganz ehrlich, ich entdecke auch immer mal wieder Bilder, bei denen ich mich frage, was mich da geritten hat. Aber zu dem Zeitpunkt der Aufnahme fand ich es schön. Wie gesagt, Fehler zu machen, ist vollkommen in Ordnung und dadurch wirst Du Dich verbessern.

Fehler machen und daraus lernen
Fehler machen und daraus lernen

Tipp 2: Hol Dir Feedback von anderen Fotografen!

Such Dir Communities, in denen Du Dich informieren und Bilder posten kannst, um ein Feedback abzuholen. Welcher Kanal für Dich nun der richtige ist – Facebook, Pinterest, Instagram oder YouTube – das musst Du für Dich entscheiden. Ich interessiere mich sehr für Licht-Settings, also beispielsweise wie wurde bei einem Shooting das Licht gesetzt und finde zum Beispiel die Facebook Gruppe Behind the Scenes – Photography | ISO1200.com sehr gut.

In dieser posten Fotografen aus der ganzen Welt Bilder und ihre Lichtaufbauten. Ich bin häufig erstaunt, wie viel mit wenig Ausrüstung möglich ist. Settings, die mir besonders gefallen, speichere ich in einen Ordner, so dass ich bei Bedarf mal nachsehen kann, wenn ich Anregungen für ein Shooting benötige.

Tipp 3: Welche Kamera ist für Fotografie-Anfänger geeignet?

Die beste Kamera ist stets die, die Du dabei hast. Was heißt das? Du hast eine wunderschöne Lichtstimmung am Abend, aber keine Kamera dabei, nur Dein Handy. Dann mach damit ein Bild, damit Du den wunderbaren Moment festhalten kannst. Klar ist es was anderes, wie zum Beispiel eine Langzeitbelichtung bei wenig Licht, aber besser als gar kein Bild oder?

Welche Kamera für Fotografie-Anfänger geeignet ist, dazu habe ich einen eigenen Artikel geschrieben: Hier findest Du einen Ratgeber zum Kamerakauf für Anfänger. Es gibt viele Hersteller und Kameratypen. Es fängt an bei ein paar hundert Euro und geht bis mehrere tausend Euro. Hier stellt sich die Frage, was möchtest Du fotografieren und wie viel bist Du bereit, auszugeben?

Landschafts- oder Städtefotografie, Portraits oder Makrofotografie?

Nach dieser Frage richtet sich Deine persönliche Anforderung an die Fotoausrüstung. Für die Landschaftsfotografie nutzt man weitwinklige Objektive, für Portraits ein Objektiv mit hoher Brennweite. Häufig findet hier das 85mm oder ein 70-200mm Anwendung. Ob nun Nikon, Canon oder Sony bleibt Deine Entscheidung. Ich nutze zum Beispiel die Canon R5 und die R6 als Backup.

Sich in einem Fotofachgeschäft braten lassen
Sich in einem Fotofachgeschäft braten lassen

In einem Fotofachgeschäft beraten lassen

Den Tipp, den ich Dir an die Hand gebe, ist: Such ein Fotofachgeschäft in Deiner Nähe und schaue Dir vor Ort die Kameras an. Probiere aus, wie die einzelnen Hersteller in Deiner Hand liegen und lass Dich beraten. In Hamburg habe ich sehr gute Erfahrungen mit Calumet gemacht.

Nimm Dir dazu ausreichend Zeit. Warum? Um Dich mit der Haptik auseinanderzusetzen und ins Menü der Kamera zu schauen. Bei welcher Kamera hast Du ein gutes Gefühl und kommst damit am besten zurecht?

Tipp 4: Die Drittelregel und goldener Schnitt

Ein Bild setzt sich aus einer Bildkomposition zusammen. Wie eingangs erwähnt, schaue Dir dazu Bilder von anderen Fotografen an, welche gefallen Dir ganz besonders? Häufig werden es die sein, die nach der Drittelregel und dem goldenen Schnitt aufgebaut sind. Es ist eine Komposition, eine bestimmte Anordnung einzelner Elemente im Bild, die eine Spannung erzeugen, die den Blick des Betrachters lenken. Die Drittelregel findest Du meistens auch als Einstellungsoption auf Deinem Kameradisplay: Ein Rechteck unterteilt mit 9 kleinen Rechtecken. Dies erleichtert am Anfang die Positionierung Deines Hauptmotivs.

Gestalte Dein Bild bereits bei der Aufnahme

Ein Bild ist meistens dann interessant, wenn  zum Beispiel ein Drittel Stadt und zwei Drittel Himmel zu sehen sind. Oder wenn der Himmel keine Zeichnung hat (keine Wolken), ein Fluss oder Straße ansprechender ist. Würde man alles mittig setzen, fehlt die Spannung. Die Linien auf Deinem Display sind zwei horizontale und vertikale Linien. Wenn sich Dein Hauptmotiv auf einem der Schnittpunkte befindet (links oder rechts), spricht man vom goldenen Schnitt.

Zu diesen Anordnungen gibt es noch diverse Foto-Weisheiten, die einem bei der Fotografie eine Hilfe sein können, wie zum Beispiel: Vordergrund macht Bild gesund. Heißt so viel, dass es einem Bild mehr Tiefe verleiht, wenn es in mehrere Ebenen aufgeteilt ist. Eine weitere Weisheit: Blende 8, wenn die Sonne lacht.

Tipp 5: Bestimme die Höhe der Kameraposition

Jetzt fragst Du Dich bestimmt: Wieso ich schaue durch den Sucher und mache das Bild? Ja, das ist an sich auch richtig, aber eine bestimmte Position könnte dem gewünschten Motiv mehr Ausdruck verleihen. Ein Beispiel: Einen Hund zu fotografieren. Wenn der Hund von oben nach unten fotografiert wird, sieht es meistens sehr langweilig aus. Fotografierst Du aber auf Augenhöhe des Hundes, aus der sogenannten Froschperspektive, liegst oder kniest Du auf dem Boden und verleihst Deinem Bild eine spannende Note.

Höhe der Kameraposition
Höhe der Kameraposition

Begib Dich auf Augenhöhe

Es kommt natürlich auch darauf an, was für ein Hund es ist, ob er sitzt oder liegt. Durch dieselbe Höhe der Kamera und dem Kopf des Hundes (Augenhöhe), wird das Bild gleich viel interessanter aussehen. Probiere es aus! Ebenso mit Kindern oder Dingen die sich nicht im stehenden Sichtfeld befinden. Die Vogelperspektive kann auch etwas Tolles sein. Entweder aus einem Fenster herunter, auf eine Gruppe zum Beispiel, oder von einer Leiter aus oder per Drohne fotografiert. Mit der Kameraposition zu spielen, eröffnet ganz neue Möglichkeiten, um interessante Bilder zu gestalten.

Tipp 6: Das Motiv ins richtige Licht setzen

Unabhängig von Blende, ISO und Verschlusszeit (wie diese einzustellen sind, habe ich oben verlinkt), geht es um das Licht an sich. Setze das Motiv in das richtige Licht. Nutze dazu das vorhandene Licht: die Sonne, eine Straßenlaterne oder einen Blitz. Es gibt natürlich auch noch weitere Optionen, wie ein Reflektor, der vorhandenes Licht auf Dein Motiv zurückwirft. Licht ist in der Fotografie alles. Du kannst damit Stimmungen erzeugen. Ein Blitz verleiht zum Beispiel sehr gute Kontraste und gegen die Sonne fotografiert, brennt* der Hintergrund nicht aus.

Blitz bei der Fotografie einsetzen
Blitz bei der Fotografie einsetzen

Nutze einen Blitz

Ich nutze sehr häufig einen Blitz. Hier kommt die Methode „entfesselt Blitzen“ zum Einsatz. Das heißt, ich habe einen Funkauslöser auf meiner Kamera, mit dem ich einen externen Blitz steuere. So bin ich flexibel, diesen dort zu positionieren, wo ich möchte. Wenn Du Dich gefragt hast, warum zum Beispiel manche Fotografen bei Sonne einen Blitz einsetzen, schau Dir mal eine Person an, die in der Mittagssonne steht und achte darauf, wie dunkel ihre Augenschatten sind. Um dies zu vermeiden, verwendet ein Fotograf häufig einen Blitz, um diese aufzuhellen.

*Ausbrennen: Fotografierst Du eine Person gegen die Sonne, liegt das Gesicht im Schatten; um dies richtig zu belichten, wird der Hintergrund noch heller. Man spricht von Ausbrennen. Er ist überbelichtet, weiß, Strukturen und Zeichnung verschwinden. Um Zeichnung im Hintergrund zu behalten, kann man einen Reflektor oder einen Blitz zu Hilfe nehmen.

Tipp 7: Den Hintergrund freistellen

Wie bitte, was? Man kann ein Objekt – zum Beispiel eine Person – freistellen, ein weiches Bokeh geben. Das hat nichts mit einer Weinverkostung zu tun. Okay, sorry, ich hatte gerade zu viel Zucker und bin etwas zu Späßen aufgelegt, ich hoffe, das ist okay?! Zurück zum Thema, ein Objekt freistellen kannst Du, indem Du mit einer möglichst offenen Blende fotografierst. Hier kommst es auf Deine Linse und Dein Objektiv an. Aber selbst mit einem Kit-Objektiv* ist dies möglich.

*Kit-Objektiv: Ist häufig bei einem Kamera-Bundle dabei. Ein Einsteiger-Objektiv ist zum Beispiel 18-55mm.

Solltest Du ein 50mm oder ein 35mm zur Hand haben,  stelle die Blende so niedrig es geht, fokussiere ein Objekt, das vom nächsten Objekt etwas entfernt ist. Objektive haben eine Naheinstellgrenze*, weswegen Du beim Unterschreiten nicht mehr scharfstellen kannst. Probiere es mal aus: nimm zwei Gegenstände und stelle einen auf einen Tisch. Den zweiten Gegenstand stellst Du, sagen wir mal circa 40 Zentimeter entfernt vom ersten auf. Fokussiere nun das erste Objekt und mache ein Bild. Jetzt sollte das zweite Bokeh recht unscharf, also ein weiches Bokeh haben, richtig?

*Naheinstellgrenze: Wie viel Abstand Du zu einem Objekt haben musst, um scharfzustellen, findest Du meist direkt auf dem Objektiv.

Hintergrund freistellen
Hintergrund freistellen

Ein weiches Bokeh findet sehr häufig in der Portraitfotografie Anwendung. Wenn Du mehr Details im Hintergrund betonen/sehen möchtest, kannst Du zwei Dinge tun: bewege Dich vom Hauptmotiv etwas weiter weg und schließe die Blende (Wert geht nach oben).

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber für mich war dies am Anfang sehr verwirrend (Blende verkleinert sich, Wert geht nach oben und umgekehrt). Aber ich denke, Dir wird noch was auffallen? Durch das Schließen der Blende benötigst Du auch mehr Licht. Das ist wiederum logisch, denn durch die kleinere Öffnung gelangt weniger Licht durch die Blendenöffnung.

Tipp 8: Räume Deine Festplatte(n) auf

Je länger Du fotografierst, desto weniger Bilder wirst Du machen; am Anfang wirst Du wahrscheinlich von Situationen etliche Bilder schießen. Nach einem Shooting oder einem Fotowalk sind dann tausende Bilder zusammengekommen. Sichte die Bilder am besten gleich danach und lösche diejenigen, die nichts geworden sind.

Mit Lightroom zum Beispiel, kannst Du Bilder bewerten, ihnen Sterne geben und die anderen löschst Du dann einfach. Machst Du das nicht, wirst Du innerhalb eines Jahres etliche Gigabytes, wenn nicht Terabytes an Bildern haben, die Du größtenteils nicht wieder ansehen wirst. Mit steigender Erfahrung werden es immer weniger Bilder, die Du beim Fotografieren machen wirst. Du weißt dann eher, was Du willst, wie das Bild sein soll und machst dann nur noch ein bis zwei Bilder pro Objekt.

Tipp 9: Ändere Deinen Blickwinkel – Bleibe motiviert

Mit den Jahren wirst Du auch mal an einen Punkt gelangen, an dem Dir etwas die Motivation fehlt. Du hast etliche Motive aus verschiedenen Richtungen und Positionen abgelichtet. Was kann man nun tun, um motiviert zu bleiben, um frischen Wind reinzubringen? Nun, entweder Du suchst Dir eine Nische, auf die Du Lust hast, zum Beispiel die Astrofotografie, Makrofotografie oder aber, Du suchst Dir ein Thema und fotografierst einen kompletten Monat lang nur dieses eine Motiv.

Das können zum Beispiel Straßenlaternen oder etwas im Haus oder auch ein Apfel sein. Du wirst Dir mit jedem weiteren Tag Gedanken darüber machen, wie Du den Apfel zum Beispiel noch nicht fotografiert hast oder wie Du ihn drapieren könntest. Auf der Straße wirst Du neue Laternen entdecken, die Du vorher bei Deinen Streifzügen noch nie wahrgenommen hast. Du wirst aufmerksamer, Dein Fokus ist zielgerichteter. Mit so einer Übung lässt sich die Motivation halten und dazu Deine Kreativität steigern.

Tipp 10: Lenke den Blick auf das Wesentliche

Was ist Deine Bildaussage? Was möchtest Du auf dem Bild, das Du machen möchtest, in Szene setzen? Ist es ein Haus, ein Weg oder eine Person? Liegt die Führung von Linien im Bild auf dem Motiv, führt ein Weg zu Deinem Motiv oder lenkt eine Straße zum Beispiel den Blick des Betrachters heraus aus Deinem Bild? Ist es Dir gelungen, Deiner Meinung nach den Blick des Betrachters zum Motiv zu lenken? Frag in der Community, für die Du Dich entschieden hast, oder Freunde, was sie auf den Bildern sehen.

Wird das Hauptmotiv erkannt?
Wird das Hauptmotiv erkannt?

Wird das Hauptmotiv erkannt?

Benennen sie das Hauptmotiv oder lenkt sie etwas ab? Fühl Dich nicht gekränkt, sondern fasse kritische Äußerungen als lieb gemeinten Hinweis auf und beziehe dies beim nächsten Mal beim Fotografieren mit ein. Okay, es gibt auch Menschen, denen kannst Du vorsetzen, was Du willst, sie finden immer etwas zu nörgeln oder sehen das Schöne einfach nicht, selbst wenn es ein perfektes Bild ist. Diese Menschen solltest Du einfach ignorieren und Dich von ihnen nicht beirren lassen.

Tipp 11: Nutze Gegebenheiten vor Ort

Dieser Punkt knüpft an Punkt 10 an. Du kannst den Blick mit Linien lenken – einem Ufer, einer Promenade oder einem Weg. Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, außer den Gegebenheiten vor Ort natürlich. Beziehe den golden Schnitt und die Drittelregel mit ein. Führe den Blick des Betrachters mit einer Linie zu einem der Schnittpunkte, zu Deinem Hauptmotiv.

Eine wunderschöne Bank mit einer Gravur steht am Wegesrand. Nur die Bank zu fotografieren, wäre vielleicht zu banal und langweilig, aber der Weg zur Bank mit der untergehenden Sonne im Hintergrund aus der Froschperspektive, lenkt den Blick des Betrachters über den Weg, hin zur Bank, hinter der gerade die Sonne untergeht. Erzähle eine Geschichte mit Deinen Bildern!

Tipp 12: Setze einen Rahmen um das Motiv

Gib Deinem Bild einen Rahmen. Wie gesagt, nutze die Gegebenheiten vor Ort. Es muss nicht stets eine Linie, es kann auch ein Rahmen sein, der Dein Objekt in Szene setzt. Zum Beispiel hast Du durch eine Lücke in einer Hecke eine Kirche entdeckt.

Die Lücke in der Hecke ist der Rahmen. Nutze dazu eine kleine Blende und fokussiere die Kirche durch die Hecke hindurch. Die Hecke wird unscharf, der Fokuspunkt liegt auf der Kirche. Die Hecke ist der Rahmen. Nach diesem Schema lassen sich natürlich auch noch viele andere Gegebenheiten nutzen. Halte also stets Ausschau, ob Du Rahmen oder Linien findest, die Du mit einbeziehen kannst.

Breche Regeln in der Fotografie
Breche Regeln in der Fotografie

Tipp 13: Breche Regeln

Wie, what? Erst predigt der Kerl hier was von Regeln und was man beachten sollte, jetzt schreibt er, breche die Regeln?! Nun, ich gebe zu, das ist schon etwas für Fortgeschrittene, aber eine Regel bewusst zu brechen, kann einen Betrachter geradezu magisch in den Bann ziehen, weil er damit nicht gerechnet hat und daher genauer hinsieht. Ein Beispiel: Ein Bildformat drei zu zwei. Ein wunderschöner Baum steht links im Bild, auf dem goldenen Schnitt, eine Person rechts steht nah dem rechten Rand und schaut nicht auf den Baum, sondern hoch nach rechts zu etwas, das dem Betrachter verschlossen bleibt.

Man stellt sich wahrscheinlich die Frage, was ist passiert, dass die Person nicht zu dem schönen Baum schaut, sondern zu dem, was auch immer sich am rechten Rand befindet, was der Betrachter nicht sieht. Ja, es ist etwas überspitzt, aber soll verdeutlichen, dass man die genannten Regeln – sofern man sie kennt – auch immer wieder bewusst brechen kann, um eine neue, andere Spannung zu erzeugen.

Tipp 14: Fotoausrüstung, die Du nicht brauchst

Fast jeder Fotograf kennt es, mich eingeschlossen: am Anfang meint man, dies und jenes zu benötigen. Aber letzten Endes benötigt man das meiste davon am Anfang eben nicht – oder geht in eine vollkommen andere Richtung. Zum Beispiel kauft man sich Teleobjektive und entscheidet sich dazu, doch lieber Stadtfotografie zu betreiben. Dann werden weitwinklige Objektive benötigt und die Teles finden keine Anwendung.

Dies soll heißen: arbeite erstmal eine Zeitlang mit Deiner Grundausstattung. Je besser Du diese beherrscht, je eher wirst Du intuitiv wissen, was Du dazu noch benötigst. Aber verfalle nicht in einen Kaufrausch und meine, einfach nur Dinge haben zu müssen. Das ist rausgeworfenes Geld. Es sei denn, Du hast zu viel davon, aber selbst dann wären es nur teure Staubfänger.

Kommen wir zum Fazit: Um ein gutes Bild zu machen, bedarf es nicht viel: Wie kann ich das Hauptmotiv in Szene setzen, welche Umgebung (Linien, Rahmen) könnte ich nutzen, um es noch mehr hervorzuheben und welche Elemente stören, so dass das Bild anders aufgeteilt oder im Nachhinein mit einem Bearbeitungsprogramm neu zugeschnitten werden sollte? Learning by doing, probiere Dich aus, nimm Dir die Zeit, die Du brauchst.

Wenn Du Bock auf die Fotografie hast, lasse Dich von einigen nicht konstruktiven Kritiken nicht aus der Fassung bringen oder gar den Spaß an der Fotografie verderben. Ja, das kenne ich auch. Manche sagten am Anfang, „Lass es sein, mach was anderes“ – heute sagen sie, gut dass Du am Ball geblieben bist. Die einen haben Talent, die anderen Disziplin. Wobei wir dann fast schon beim nächsten Thema wären: was schlägt was? Aber ist dies nicht eigentlich egal, denn Hauptsache, man hat Spaß an und mit der Fotografie.

Weitere Kameraeinstellungen, Bildbearbeitung und Tipps

Auf meinem Blog findest Du über hundert Artikel rund um das Thema Fotografie. Schau Dich gerne um; ich denke, der eine oder andere Artikel könnte Dir eine Hilfe sein. Denn da, wo Du Dich jetzt befindest, stand ich auch mal und habe mich mit der gesamten Thematik auseinandersetzen müssen.

Kompakter Fotografie Anfänger Guide

Über den nachfolgenden Link, möchte ich Dir meinen Fotografie Anfänger Guide ans Herz legen. In diesem findest Du die Grundlagen der Fotografie. Hier findest Du Antworten auf verschiedene Anfängerfragen. Link: Fotografie Anfänger Guide.

Fotografie Anfänger Guide
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