8 Tipps für gute Hundefotos

Gute Hundefotos

Hunde und Katzen sind neben den Kindern sehr beliebte Fotomotive. Wer gute Bilder von seinem Haustier machen möchte, braucht vor allem eins: viel Geduld, sehr viel Übung und häufig ein gutes Reaktionsvermögen, weil sie meistens nicht lange Zeit diszipliniert stillsitzen können. Jeder Hundebesitzer möchte schöne Bilder von seinem geliebten Hund. Nachfolgend verrate ich euch ein paar Tipps für perfekte Hundebilder. Am Ende dieses Artikels verrate ich euch, wie ich das Titelbild bearbeitet habe.

Kurze Checkliste für perfekte Hundebilder

  • Nehmt eine Bürste fürs Fell mit. Ein gepflegtes Fell sieht immer besser aus.
  • Um das Maul und die Augen sauber zu halten, empfehle ich, für alle Fälle ein sauberes Tuch einzustecken.
  • Überfüttert euren Hund vor dem Shooting nicht. Zum einen ist er danach vor Ort nicht mehr so agil, und zum anderen ist er weniger empfänglich gegenüber Bestechungen in Form von Leckerlis. Bestechungen können aber sehr nützlich sein, um ein gutes Fotos zu bekommen.
  • Leckerlis ist das Stichwort, nehmt zum Shooting einen kleinen Beutel an Leckerlis mit
  • Das Lieblingsspielzeug eures Hundes solltet ihr auch dabei haben, denn damit lässt er sich ebenfalls gut lenken.
  • Hilfreich ist es, wenn euer Hund die Kommandos beherrscht, wie „Sitz!“, „Platz“ und „Bleib!“

Ein ruhiger Hintergrund

Wie generell in der Poträtfotografie, ist ein ruhiger Hintergrund harmonischer, als störende Elemente, die den Betrachter von dem eigentlichen Motiv ablenken. Eine weit geöffnete Blende (kleine Blendenzahl) verleiht dem Bild ein weiches Bokeh (diffuser, verschwommener, weicher Hintergrund). Der Hintergrund ist je nach Wahl der Blende und Abstand zum Motiv somit leicht unscharf. Ein gutes Porträtobjektiv ist das 85mm-Objektiv. Sehr häufig kommt bei mir die Blende F1.8-2.8 zum Einsatz.

Legt den Fokus auf die Augen

Die Augen eures Hundes sollten scharf sein. Der Blick geht häufig erst zu den Augen, sind diese unscharf, geht die Wirkung eures Bildes verloren! Lichtreflexe in den Augen machen das Bild lebendiger: Ob Ihr mit Blitz oder Reflektor arbeiten könnt, hängt davon ab, wie euer Tier auf das zusätzliche Licht reagiert. Bewegt sich das Motiv sehr viel, ist die Kameraeinstellung „Serienbildmodus“ zu empfehlen Flitzt euer Hund zum Beispiel aktiv durch die Gegend, erhöht diese Einstellungen die Chancen auf ein brauchbares und scharfes Bild. Gerade daraus können tolle Aufnahmen entstehen.

Hund Fokus Augen

Nah ran und auf Augenhöhe fotografieren

Vermeidet es, euren Hund von oben herab zu fotografieren. Begebt Euch lieber auf seine Augenhöhe. Das heißt, ihr müsst auf die Knie oder noch weiter herunter. Ganz kleine Hunde platziert ihr am besten leicht erhöht. Sucht etwas in eurer Umgebung, wie einen kleinen Hügel, einen Stein, eine Mauer oder was ihr sonst finden könnt.

Der Blick des Hundes

Dabei ist nur die Frage, wie ihr den Blick eures Hundes am besten lenken könnt. Das kann zum Beispiel durch eine zweite Person geschehen, die euren Hund instruiert und seine Blickrichtung mit einem Leckerli beeinlusst. Es gibt einige Tricks, um seine Position, seinen Ausdruck und seine Mimik zu justieren.

Die Wahl der Tageszeit

Schönes Licht habt ihr den frühen Morgenstunden oder am frühen Abend. Bei starkem Sonnenlicht gehen euch alle Details und Farben verloren. Eine Faustregel für euch: Fotografiert im Sommer nicht nach 12 oder vor 16 Uhr. Ausnahmen gibt es natürlich auch hier, wenn ihr zum Beispiel ein schattiges Plätzchen habt oder Hilfsmittel wie Lichtformer einsetzt, die ein weiches, diffuses Licht erzeugen. Je nach gewünschter Bildstimmung kann auch ein bewölkter Himmel ganz interessant sein, nur müsst ihr hier prüfen, ob genügend Licht vorhanden ist um wirklich alle Details des Hundes hervorzuheben. In solchen Situationen sind Hilfsmittel wie Blitz oder Reflektor eine gute Wahl.

Hunde mit dunklem oder hellem Fell fotografieren

Bei Hunden mit dunklem oder hellen Fell gehen häufig Details des Fells verloren. Die Umgebung wurde zwar perfekt eingefangen, aber der Hund selbst ist über- oder unterbelichtet. Bei starken Helligkeitsunterschieden im Bild, sind viele Kameras mit der Belichtung überfordert. Probiert mal die Spotmessung eurer Kamera aus. Für die Belichtungsmessung wählt das Fell eures Hundes. Damit sollte euer Hund korrekt belichtet sein. Die Umgebung ist dann wahrscheinlich überbelichtet oder unterbelichtet, aber euer Hauptmotiv ist wichtiger!

Ihr könnt auch versuchen, in durch die Belichtungskorrektur etwas herausrauszuholen. Je nachdem ob dunkles oder helles Fell 1-3 Stufen hoch oder runterzustellen. Je nach Kameratyp und Umgebungslicht, können die Ergebnisse sehr unterschiedlich ausfallen. Auch hier gilt „Learning by doing“ und achtet auf den goldenen Schnitt (Cheatkarte für Fotografen) bei der Erstellung des Bildes. Habt ihr eine passende Einstellung gefunden, behaltet sie für das nächste Mal im Hinterkopf!

Die Wahl der passenden Location

Achtet bei der Wahl der Location darauf, dass sie mit eurem Hund harmoniert. Das die Umgebung gut zum Fell eures Hundes passt und sich euer Hund gut von der Hintergrund absetzt.

Lasst euren Hund Hund sein!

Nur Stillleben ist doch langweilig, oder? Lasst euren Hund herumlaufen, spielen, Löcher buddeln: Gerade daraus entstehen schöne Bilder mit Aussagekraft. Variiert dazu die Aufnahmen: fotografiert im Hoch- und Querformat. Bilder wirken im Hochformat oftmals dynamischer. Das Shooting sollte eurem Hund Spaß bringen, also überfordert ihn nicht und seid geduldig mit ihm!

Spielender Hund

Kameraeinstellungen für die Hundefotografie

 

Welchen Kameramodus nutzen?

Wenn ihr euch nicht sicher seid im Umgang mit eurer Kamera und deren Einstellungen, wählt die Einstellung „P“. Die Kamera wählt alle Einstellungen wie Blende, Verschlusszeit und ISO selbst. Der Nachteil: Ihr könnt nur geringen Einfluss auf die Bildwirkung nehmen. Wenn ihr fit in den Einstellungen der Kamera seid, wählt den manuellen Modus und probiert verschiedene Blenden aus (z.B. F1.8-4.0). Je nachdem, welches Objektiv ihr einsetzt, ist es vielleicht nicht möglich auf F1.8 zu gehen, da viele Kit-Objektive erst ab einer Blende F3.5 anfangen.

Welche ISO sollte eingestellt sein?

Ob Halbformat oder Vollformat, wählt eine ISO, die euch genügend Spielraum für die Verschlusszeit bietet. Aber auch nicht so hoch, dass ihr mit dem Bildrauschen Probleme bekommt. Bei einer Halbformatkamera sollte bis ISO800 kein großes Bildrauschen entstehen. Mit einer Vollformatkamera ist es möglich, deutlich höher zu gehen, bis ISO2000 habe ich mit meiner Nikon D3 kaum Probleme mit der Körnung im Bild.

Die Wahl der richtigen Verschlusszeit

Die Verschlusszeit hängt davon ab, in welcher Situation ihr euren Hund fotografieren möchtet. Sitzt er nur vor euch, braucht ihr keine hohe Verschlusszeit und könnt mit einer ruhigen Hand auch mit 1/90 fotografieren. Mit einem Stativ noch kürzer. Das ist aber nicht zu empfehlen, da kleine Bewegungen das Bild unscharf werden lassen. Möchtet ihr euren Hund in Aktion aufnehmen, liegt die Verschlusszeit deutlich höher, je nach Aktivität eures Hundes bei 1/800 und höher.

Autofokus oder manuelle Einstellung

Auch die Wahl zwischen Autofokus und manueller Einstellung hängt davon ab, ob der Hund vor euch sitzt oder umherrennt. Sitzt er vor euch, könnt ihr ruhig mal den manuellen Modus ausprobieren und den Schärfepunkt selbst wählen. Achtet wie oben bereits erwähnt, die Schärfe auf die Augen zu legen. Macht Euer Hund die Gegend unsicher, wählt den Autofokus.“

Der Serienbildmodus

Lieber ein Bild zu viel als eins zu wenig. Stellt eure Kamera auf Serienbildmodus. Wenn ihr von einer Situation immer nur einziges Bild macht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, den Moment nicht richtig zu treffen. Mit dem Serienbildmodus schießt ihr innerhalb kürzester Zeit mehrere Fotos von einer Situation. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein brauchbares Bild dabei ist, steigt!

Einstellungsbeispiele – Hund draußen fotografieren

Mit den nachfolgenden Kameraeinstellungen fotografiere ich Hunde in freier Natur. Meistens nutze ich bei Sonne noch einen UV- oder Pol-Filter.

  • Fokusmodus C (kontinuierlicher Autofokus)
  • Brennweite F/4
  • Nikon Kameraeinstellung A (Verschlusszeit wird automatisch gewählt)
  • Serienbildmodus CH (schnell)
  • Weißabgleich A (automatisch)

Bei der automatisch gewählten Verschlusszeit und einer niedrigen Blende solltest Du eigentlich keine Probleme mit einer zu langsamen Verschlusszeit bekommen. Bei einer längeren Verschlusszeit besteht die Gefahr, dass die Schärfe nicht richtig sitzt.

Hund in Bewegung fotografieren

Bei Sonne sollten ebenfalls die gerade genannten Einstellungen funktionieren. Ansonsten auch mal mit der ISO-Automatik experimentieren.

  • Fokusmodus C (kontinuierlicher Autofokus)
  • Brennweite F/4
  • Nikon Kameraeinstellung M
  • ISO-Automatik
  • z.B. Verschlusszeit 1/500 zwischen 1/2.000 Sekunde
  • Serienbildmodus CH (schnell)
  • Weißabgleich A (automatisch)

Einstellungen aus der Sportfotografie

Im Sport wird sehr häufig die Blendenautomatik verwendet. Diese Einstellung lässt sich auf die Hundefotografie übertragen (Hund in Bewegung). Nachdem Du ISO und Verschlusszeit gewählt hast, stellt Deine Kamera automatisch die richtige Blende für eine korrekte Belichtung ein.

Komplett manuelle Kameraeinstellungen

Wenn Du die manuelle Einstellung Deiner Kamera perfekt beherrschst, kannst Du die ISO-Automatik auch weglassen. Mit einer niedrigen Blende und einer ISO von 100 müsstest Du bei Sonne deutlich über 1/1.000 Sekunde liegen, so dass Du verwacklungsfreie Bilder hinbekommen solltest.

So habe ich das Hundetitelbild bearbeitet

Photoshop Aktion Dog Retusche

Das Titelbild wurde mit der Zuhilfenahme einer Photoshop-Aktion „Dog Retusche“ von Taydoo Photographics bearbeitet. Keine Frage, alle Arbeitsschritte lassen sich selbst auch in Photoshop erstellen, aber ich bin gerne mal bewusst faul. Dazu probiere ich gerne Neues oder experimentiere herum. Durch das hinzuholen von Ebenen per Knopfdruck erhalte ich viele Optionen, mit denen ich neue Kreativität ins Bild einfließen lassen kann. Alle Ebenen lassen sich wie gewohnt in Photoshop individuell anpassen und nach eigenen Wünschen in der Deckkraft anpassen.

Erste Arbeitsschritte im Camera Raw-Filter

Die Arbeitsschritte waren dieselben, die ich sonst bei Bildbearbeitungen durchlaufe. Die ersten Anpassungen nehme ich im Camera Raw-Filter vor. Dabei verändere ich Kontraste, gebe Schärfe hinzu und je nach Belieben setze ich weitere Licht-Akzente, um denFokus des Betrachters auf die Stellen zu richten, die für mich wichtig sind. Wie generell in der Fotografie beziehungsweise Porträtfotografie, gibt es in meinen Augen keinen nennenswerten Unterschied: Der Eyecatcher sind bei Hunden ebenfalls die Augen!

Letzter Schliff mit Ebenen

Im Camera Raw-Filter habe ich meist schon die mir wichtigen Grundakzente gesetzt, die ich jetzt mit einzelnen Ebenen noch verstärke. Sei es eine Vignette, Augen mehr hervorzuheben, mit dem Mischpinsel harte Übergänge aufzuweichen und/oder Neues auszuprobieren. Hierzu teste ich immer mal wieder die Photoshop Aktionen aus. In diesem Fall freute es mich, das Taydoo jetzt auch Aktionen für Hunde im Sortiment hat.

Hunde Photoshop Aktion kaufen

Über diesen Link (Photoshop Set – Dog Retusche) könnt ihr euch die Photoshop Aktion bei Taydoo kaufen! Wie so eine Bildbearbeitung aussehen könnte, seht ihr im nachfolgenden Video.

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