Diese Versicherungen sind wichtig als Fotograf

Versicherungen als Fotograf

Hat einen die Liebe zur Fotografie erst einmal gepackt, steckt man viel Geld in die Fotoausrüstung. Grob überschlagen kommen da schnell einige tausend Euro zusammen. Gedanken darüber, welche Versicherung sinnvoll ist, verwirft man beizeiten häufig wieder und verschiebt es lieber auf einen späteren Zeitpunkt. Wenn Du etwas auf der hohen Kante hast, lässt sich damit wahrscheinlich eine zu Schaden gekommene Ausrüstung ersetzen. Bei einem entstandenen Personenschaden aber liegen die finanziellen Belastungen in der Regel in einer ganz anderen Dimension. Beides lässt sich durch die entsprechenden Versicherungen allerdings gut absichern und so den eigenen Geldbeutel in einem Schadensfall schonen.

Gut versichert als Fotograf

Verursachst Du oder einer Deiner Mitarbeiter zum Beispiel einen Personen- oder Sachschaden, kommt die normale Privathaftpflicht aufgrund des beruflichen Hintergrundes für diesen nicht auf. Diese schnell mal entstandenen Schäden können jederzeit passieren und die daraus resultierenden Ansprüche solltest Du nicht unterschätzen!

Informiere Dich in diesem Artikel, wofür eine Berufshaftpflicht für Fotografen und eine Kameraversicherung gut ist und entscheide danach selbst, ob Du eine oder beide abschließen solltest.

Kurz und knapp

Ich habe selbst lange suchen müssen, bevor ich die passenden Versicherungen für mich gefunden habe. Nachfolgend findest Du die Bereiche, die für mich besonders interessant und verwirrend zu gleich waren. All diese Infos können hilfreich sein, aber am Ende würde ich mir immer eine individuelle Beratung von einem unabhängigen Versicherungsmakler einholen.

  • Möchtest Du Dich erstmal selbst grundlegend informieren, habe ich in diesem Artikel einige Versicherungen verlinkt, über die Du Dir selbst ein Angebot einholen kannst.
  • Am Ende des Artikels findest Du eine Zusammenfassung, welche Versicherungen für Selbstständige sinnvoll sind (eine Empfehlung der IHK Berlin).

Begrifflichkeiten kurz erklärt

Unterschied zwischen Berufshaftpflichtversicherung und Betriebshaftpflichtversicherung

Auf der Suche nach einer Haftpflichtversicherung stieß ich immer wieder auf Berufshaftpflichtversicherung und Betriebshaftpflichtversicherung. Tatsächlich verschwimmen die Abgrenzungen dieser beiden Versicherungen etwas. Beide Versicherungen ähneln sich auf den ersten Blick. Beides sind Haftpflichtversicherungen, die greifen, wenn Kunden (Dritte) durch Deine berufliche Tätigkeit einen Schaden erleiden.

Die Betriebshaftpflichtversicherung

Die Betriebshaftpflichtversicherung (Werbelink auf Finanzchef24 GmbH) schützt Deinen gesamten Betrieb, keine einzelne Person. Die Versicherung übernimmt Schäden an Dritten, die im Rahmen Deiner betrieblichen Tätigkeit Deines Unternehmens entstehen, inklusive der Schäden, die durch die berufliche Tätigkeit Deiner Mitarbeiter verursacht werden. Sie tritt ein bei Personen- und Sachschäden sowie bei daraus resultierenden Vermögensschäden.

Folgendes Beispiel:
Du hast Dein Fotostudio frisch gewischt, aber kein Hinweisschild aufgestellt (Vorsicht Nass oder so). Ein Kunde betritt Dein Fotostudio, rutscht aus und stürzt so schwer, dass er seiner beruflichen Tätigkeit dauerhaft nicht mehr nachgehen kann. Der Kunde verklagt Dein Fotostudio auf Schmerzensgeld. Dafür übernimmt die Betriebshaftpflichtversicherung die anfallenden Kosten gegenüber dem Kunden.

Eine Betriebshaftpflichtversicherung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben. Da Schmerzensgeldforderungen oder sonstige Forderungen existenzbedrohend sein können, ist eine solche Versicherung jedoch von großer Bedeutung. Unfälle und Risiken lassen sich im Berufsalltag auch mit allen vorigen Achtsamkeiten nie gänzlich vermeiden.

Die Berufshaftpflichtversicherung

Um eine einzelne Person abzusichern oder genauer gesagt einen Berufsträger ist eine Berufshaftpflichtversicherung von Nöten. Es ist möglich diese auch für Firmen abzuschließen. Der Leistungsunterschied von der Betriebshaftpflicht zur Berufshaftpflichtversicherung ist, dass sie für echte Vermögensschäden aufkommt. Entsteht einem Kunden ein finanzieller Nachteil, der sich aus Deiner beruflichen Tätigkeit oder der einer Deiner Mitarbeiter ergibt, kommt die Versicherung zum Tragen. Streng genommen ist die Berufshaftpflichtversicherung eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung.

Welche Versicherung benötigst Du für Dein Business

Ein essentieller Basisschutz für Dein Unternehmen ist die Betriebshaftpflichtversicherung. Eine kleine Unachtsamkeit durch Dich oder einen Deiner Mitarbeiter kann schnell einmal zu Personen- oder Sachschäden führen.

Die Berufshaftpflichtversicherung ist dann interessant, wenn Du aufgrund Deiner planenden oder beratenden Tätigkeit ein erhöhtes Risiko für Vermögensschäden hast. Schnell und einfach kannst Du Deine Kosten für eine Betriebshaftpflichtversicherung über den Online-Beitragsrechner der ARAG Betriebshaftpflichtversicherung (Werbelink auf ARAG) errechnen.

Die Fotoausrüstung absichern – Kameraversicherung

Die Kameraversicherung bietet einen Versicherungsschutz für Deine Fotoapparate und sonstige Fotoausrüstung wie Objektive und Studioblitze. Was genau die Versicherung umfasst, legst Du beim Antrag fest. Je nach Umfang variiert dann auch der monatliche/jährliche Versicherungsbeitrag.

Fotoausrüstung Kameraversicherung

Wofür eine Kameraversicherung?

Sicherlich sagt das Wort „Versicherung“ schon einiges aus. Aber was heißt das genau für uns als Fotografen? Für mich heißt es, dass ich im Falle einer fahrlässige Beschädigung meiner Kamera und Ausrüstung durch zum Beispiel Fallenlassen, Umstoßen oder ähnliches abgesichert und geschützt bin.

Egal, welcher Fall eintritt, meistens rechnen Versicherungen den Neuwert gegen den Zeitwert. Bei der Schadensregulierung wäre für mich von Vorteil, wenn der Neuwert zum Tragen kommt, anstelle des Zeitwerts, bei dem ich nur einen Teil ersetzt bekomme und den Rest selbst auszugleichen habe.

Interessant wird es erst dann, wenn ein Schadensfall eintritt. Für mich es deutlich beruhigender zu wissen, dass ich im Falle eines Falles versichert bin.

Unfälle selbstverschuldet (Fotoausrüstungsgegenstände)

Ein paar Beispiele von Unfällen, die ich selbst verschuldet habe. Dreimal hatte ich selbst schon den Fall, dass mir während eines Shootings etwas passiert ist

  1. Das erste Mal hatte ich den Verschluss ans Stativ nicht richtig einrasten lassen und die Kamera fiel mir aus einem Meter Höhe auf den Boden. Dabei wurde das Objektiv beschädigt. Die Mechanik ging kaputt, so dass der automatische Fokus nicht mehr funktionierte.
  2. Das zweite Mal hatte ich keinen externen Funkauslöser mehr und verband über meine Kamera einen externen Blitzkopf. Um etwas an einem anderen Blitz umzustellen, legte ich meine Kamera auf den Tisch. Anschließend verhedderte ich mich in dem langen Kabel und riss die Kamera zu Boden. Aus circa 70 cm Höhe. Der Body (Nikon D3) blieb unbeschädigt und auch sonst konnte ich keine Funktionseinschränkungen feststellen
  3. Einige Male ist es bereits vorgekommen, dass aufgrund der Witterung der mobile Blitz samt Stativ umgefallen ist. Es war entweder keine weitere Person vor Ort, die den Blitz gegen Windböen absichert hat bzw. eine Beschwerung hat auch nicht geholfen. Und ich kam zu spät, um den Fall zu stoppen. Damit habe ich mir sowohl einige Stative verbogen, als auch Schrammen an Blitzköpfen geholt.

Wie Du siehst, passieren Unfälle ziemlich schnell und aus heiterem Himmel, aus Schusseligkeit, Unachtsamkeit oder einfach nur Pech!

Hausratversicherung statt Kameraversicherung

Die Hausratversicherung bietet einen Versicherungsschutz der Fotoausrüstung in den eigenen vier Wänden (aber auch nicht in jedem Fall). Nicht aber, wenn Du in einem Hotel untergebracht bist oder Dir Deine Kamera aus dem Auto gestohlen wird. Ein weiterer Nachteil ist, das die meisten Versicherungen auch hier nur den Zeitwert erstatten und nicht den Neuwert.

Versicherungsschutz bereits für 1,99 Euro

Eine Kameraversicherung (führt zur Versicherung auf onlineversicherung.de) für 1,99 Euro klingt verlockend, oder? Achte stets auf das Kleingedruckte. Günstig beinhaltet meist eine sehr geringe Leistung seitens der Versicherung. Je mehr Leistungen hinzukommen und je teurer Deine Fotoausrüstung ist, umso höher wird verständlicherweise der Beitrag angesetzt. Diesen kannst Du durch eine höhere Selbstbeteiligung wieder etwas herabsetzen.

Laufzeit einer Versicherung

Versicherungen laufen in der Regel ein Jahr. Kündigt der Versicherungsnehmer die Police nicht, verlängert sich der Vertrag automatisch um ein weiteres. Ändert sich dazu der Versicherungsbetrag, wird dem Versicherungsnehmer ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt. Ich empfehle jedem, seine Versicherungen nach einem Jahr zu überprüfen. Meist ist ein Neukunde bessergestellt als ein Bestandskunde. Heißt, wenn Du den Vertrag kündigst und neuabschließt, bekommst Du meist bessere Konditionen. Von allein wird Dich eine Versicherung nie darauf ansprechen, ob Du Geld sparen möchtest, trotz gleicher Leistungen.

Schutzbrief von Elektrogroßmärkten

Beim Kauf eines neuen Objektivs oder einer neuen Kamera bieten viele Elektrogroßmärkte einen Schutzbrief an. An und für sich eine gute Sache, nur ist diese Zusatzleistung ausschließlich auf den erworbenen Artikel ausgelegt. Wird Dir zum Beispiel der ganze Rucksack mit Deiner Fotoausrüstung geklaut, ist nur der erworbene Artikel mit Schutzbrief abgesichert. Wieder ein Punkt bei der eine Fotokameraversicherung punktet. Ein weiterer Vorteil ist, dass mit einer solchen Versicherung auch eine Fotoausrüstung versichert werden kann, die sich bereits in Deinem Bestand befindet-also Deine gebrauchte Ausrüstung.

Versicherungsdschungel für Fotografen

Aufgrund der Vielzahl der Versicherungen und ihrer unterschiedlichen Bandbreite an Leistung und Preis, ist es nicht auf den ersten Blick ersichtlich, welche Versicherung(en) die geeignetsten für Fotografen sind. Da stellt man sich schnell mal die Frage, welche es denn sein sollte.

Am besten, setzt Du Dich in einer ruhigen Minute hin und überschlägst, ob Du einen Kamerabody oder mehrere tausend Euro Schadensersatzforderung eines zu Schaden gekommenen Kunden von heute auf morgen aus eigener Tasche zahlen kannst.

Bist Du über- oder unterversichert

Über- oder unterversichert: Beides ist Mist. Wie wahrscheinlich ist es, dass ein Fall X eintritt?! Ein Kabel falsch verlegt, der Kunde fällt drüber und bricht sich den Arm und verklagt Dich. Du hast nun ein Problem, denn Deine normale Haftpflicht sichert dieses Szenario nicht ab. Im absoluten Worst Case Szenario ist zudem noch der Blitz oder die Kamera kaputt gegangen, kein Auftrag zustande gekommen und dazu die Schmerzensgeldforderung.

Klar ist dies ein absolut krasses Beispiel, aber bereits ein Bestandteil daraus kann ohne eine Versicherung teuer werden.

Die Wahl der richtigen Versicherung

Es wäre zu einfach, wenn es nur eine Versicherung gäbe, die alle Eventualitäten einschließt. Von daher kann ich keine pauschale Aussage zu der einen oder anderen Haftpflichtversicherung geben. Zu unterschiedlich sind die jeweiligen Anforderungen. Mein Tipp an Dich: Vergleiche die Angebote der verschiedenen Anbieter.

Checkliste Kameraversicherung

Checkliste – Vor Abschuss einer Versicherung

Viele Versicherer bieten mittlerweile sehr unterschiedliche Bedingungen und Deckungshöchstgrenzen an. Vor dem Abschluss lohnt sich daher stets ein Vergleich, bei dem Du folgende Punkte gemäß Deiner beruflichen Situation als Fotograf berücksichtigen solltest:

  • Vergleiche vor einem Abschluss mehrere Angebote miteinander und achte auf die Höhe der jeweiligen Versicherungssumme. Lass Dich nicht von günstigen Versicherungsbeiträgen ködern, viel wichtiger ist der gewährte Versicherungsschutz.
  • Häufig bestehen Versicherungspakete aus einzelnen, rechtlich selbstständigen Verträgen. Du kannst solche Pakete meistens auch aufsplitten und nur die Policen in Anspruch nehmen, die Du wirklich benötigst.
  • Viele Versicherungen bieten Rabatte für lange Laufzeiten an. Vergleiche Einjahresverträge erneut kurz vor Ablauf. Meist ist ein Neuantragsteller besser gestellt als ein fortlaufender Vertrag. Erkundige Dich rechtzeitig, bevor sich Dein Vertrag automatisch um ein Jahr verlängert und Du diesen Vertrag gegebenenfalls rechtzeitig kündigen kannst.
  • Bist Du Existenzgründer kommst Du in den ersten Jahren der Geschäftsgründung häufig in den Vorzug spezieller Rabatte, die durchaus bis zu 50 Prozent betragen können. Frage also auch danach, ob Dir ein Rabatt eingeräumt werden kann.
  • Es ist zwar lästig aber: Sieh Dir stets das „Kleingedruckte“ an. Hier verstecken sich wichtige Haftungsausschlüsse nämlich besonders gerne – beispielsweise decken einige Versicherer nur eine maximale Anzahl von Schadensfällen pro Jahr ab.
  • Achte auch auf die Höhe die Höhe der Selbstbeteiligung: 2% eines anzunehmenden Schadens klingt wenig, kann aber bei einem entsprechenden Schaden ganz schön viel werden. Statt eines prozentualen lieber eine fixe Selbstbeteiligung zum Beispiel von maximal 500 Euro vereinbaren.
  • Bei Auslandseinsätzen gewähren viele Versicherungen nur einen sehr begrenzten Schutz. Überprüfe dies also, sollten bestimmte Länder für Dich relevant sein.

Fazit: Versicherungen und dessen Leistungen sollten einfach zu verstehen sein. Nur leider sind sie es sehr häufig nicht. Das gute Kleingedruckte und Fachchinesisch, macht es uns oftmals unmöglich genau zu durchblicken, wann sie in einem Schadensfall eintreten und wann nicht. Lass Dich am besten bei einem unabhängigen Makler Deines Vertrauens beraten. Achte darauf, dass es kein Berater ist, der nur eine einzelne Versicherung anbietet, denn der ist meistens nur darauf erpicht, Dir diese einzelne Police anzudrehen, wohingegen ein unabhängiger Berater aus einem Pool an Versicherungen eine passende für dich heraussuchen kann.

Welche Versicherungen sind für Selbstständige sinnvoll?

Eine gute Übersicht, welche Versicherungen für Selbstständige sinnvoll ist, bietet die IHK zusammengefasst in einem siebenseitigen PDF-Dokument.

One Comment

  1. Was viele nicht wissen ist, dass eine Vermögensschadenhaftpflicht auch bei ungerechtfertigten Forderungen Leistungen übernimmt. Das heißt, der Schutz umfasst auch einen passiven Rechtsschutz. Unter anderem auch bei Urheberrechtsverletzungen.

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