So planst Du ein Fotoshooting richtig

Du planst ein Fotoshooting? Um professionelle Bilder zu erhalten, ist eine gewisse Vorabplanung empfehlenswert. Mit dieser Checkliste möchte ich Dir ein paar Tipps für ein reibungsloses Fotoshooting an die Hand geben. Die nachfolgenden Punkte dienen als Hilfestellung und geben ein paar Denkanstöße zur Planung und Organisation.

Checkliste für die Planung eines Fotoshootings

  1. Verwendungszweck der Bilder
  2. Bildidee
  3. Location
  4. Budget
  5. Model
  6. Outfit
  7. Vertragliches
  8. Make-Up und Haare
  9. Zeit
  10. Fotoausrüstung
  11. Organisation des Shootings
  12. Anweisungen zum Posing
  13. Verpflegung vor Ort
  14. Bearbeitung der Bilder

Verwendungszweck der Bilder

Wofür möchtest Du ein Fotoshooting machen? Sind die Bilder für Deine Homepage oder möchtest Du eine Werbung schalten und benötigst dafür neue Bilder? Brauchst Du immer mal wieder Bilder für Deinen Social-Media-Auftritt? Mach Dir Gedanken über den Verwendungszweck. So lassen sich die nachfolgenden Schritte wesentlich einfacher planen. Ganz wichtig: Hoch- oder Querformat? Je nach Anforderung solltest Du dies bei der Vorabplanung bereits berücksichtigen.

Sammle und speichere Bildideen

Du hast etwas Bestimmtes im Kopf, aber das Bild ist in Deinen Gedanken noch nicht ganz klar? Dann nutze die gängigen Suchmaschinen und erstell Dir einen Ordner, in den Du für dieses Fotoshooting alle für Dich interessanten Bilder abspeicherst. Mit den angezeigten Treffern und den Angaben zu den Bildern wird sich Deine Suchanfrage auch zunehmend verfeinern und konkretisieren.

Nach einigen Fotoshootings wirst Du auf Deinem Rechner verschiedene Ordner mit Bildideen haben. Damit sparst Du Dir zukünftig Zeit. Nämlich dann, wenn Du eine Anfrage zu einem Fotoshooting erhältst, zu dem Du bereits einen Ordner mit dieser Bildidee angelegt hast.

Die passende Location für Dein Shooting

Nachdem Du Deine Bildidee gefunden hast, wirst Du mit Sicherheit einen Ort mit dieser Bildidee verknüpfen. Auch hier lassen sich passende Orte über die Suche finden. Benötigst Du viel Licht oder wenig? Achte darauf, wenn Du viel Licht vor Ort benötigst, ob Du überhaupt die passende Fotoausrüstung dafür besitzt. Sind keine Steckdosen vor Ort und kein mobiler Blitzer in Deinem Besitz, kann ein mobiles Stromaggregat eine Lösung sein. Aber selbst kleine Aufsteckblitze eignen sich mit den passenden Funkauslösern zum entfesselten Blitzen.

Die nachfolgenden Funkauslöser Yongnuo kommen bei mir sehr häufig zum Einsatz!

Zusammengefasst sind folgende Punkte für die Location-Auswahl wichtig:

  • Lichtverhältnisse vor Ort; wird Zusatzbeleuchtung benötigt und/oder gibt es Strom vor Ort
  • Ist es möglich, sich die Location vor dem Shooting anzusehen, um sich ein besseres Bild machen zu können
  • Parkmöglichkeiten und Anfahrt; muss Aufgrund des Verkehrs mehr Zeit eingeplant werden
  • Sind genügen Stellplätze für Model und gegebenenfalls Visa vorhanden
  • Hat das Model vor Ort die Möglichkeit, sich ungestört umzuziehen oder fertigzumachen
  • Planung des Budgets (Ausgaben)

Mittlerweile kennst Du die Bildidee und die Location – gehe im Kopf noch mal alles Schritt für Schritt durch. Sind Ausgaben für die Durchführung dieses Shootings von Nöten? Hast Du zum Beispiel als Location ein Hotelzimmer im Kopf, kommt diese Ausgabe auf Deine Ausgabenliste. Benötigst Du Utensilien, Kleidungsstücke oder eine Ergänzung zu Deiner Fotoausrüstung, wie einen Reflektor? Stell Dir für das Shooting eine Liste zusammen, was sich in Deinem Besitz befindet und/oder wofür Du Geld ausgeben musst. Planst Du ein tolles Beautyshooting, wirst Du wahrscheinlich eine Visagistin benötigen.

Modelwahl für Deine Bildidee

Für Deine Bildidee wirst Du einen bestimmten Typ als Model benötigen. Überlege Dir, ob Du dazu ein Pay-Model engagieren möchtest oder das Shooting mit einem TFP-Model durchführen möchtest. Sowohl Pay- als auch TFP-Models benötigen von Dir Angaben zum Shooting. Je nachdem, was die Sedcard des Models aussagt, stehen die Chancen besser, wenn es eine Erweiterung ihres Portfolios ist. Schau Dir auf jeden Fall die bisherigen Shootings des Models an. Ist es wandelbar, kann es Deine Bildidee verkörpern, wie schaut es mit dem Posing aus, erfüllt es Deine Anforderungen. Es ist besser, sich im Vorwege genau anzuschauen, ob das Model Deinen Anforderungen gerecht wird, sonst ärgerst Du Dich am Ende nur, wenn das Ergebnis nicht Deinen Wünschen entspricht.

Auswahl des Outfits

Die Bildidee steht, Du hast das Model gebucht, nun geht es um das Outfit. Du kannst das Model fragen, ob es das Outfit besitzt oder begibst Dich auch hier auf die Suche. Im Netz gibt es Leihbörsen, bei denen Du Kleidungsstücke oder Utensilien mieten kannst (zum Beispiel bei Wishrent). Achte darauf die passende Größe(n) zu wählen. Nichts ist ärgerlicher, als wenn Du zum Shooting die falsche Größe mit hast!

Findest Du nichts und hat das Model auch nichts im Bestand, schau Dich bei Amazon um, meistens findet man dort eine akzeptable Qualität zum kleinen Preis. Das Gute beim eigenen Kauf ist, dass Du nach und nach auch einen kleinen Fundus an Kleidungsstücken in Deinem Besitz aufbaust, aus dem Du zukünftig auch Kleidungsstücke miteinander kombinieren kannst!

Das schwarzweiße Kleid, dass das Model auf den beiden Bildern hier trägt ist von Amazon, siehe nachfolgenden Link (erste Kleid). Ich muss sagen, zu diesem Preis ist es eine verdammt gute Qualität!

Vertragsbestimmungen für alle Beteiligten

Bevor ihr anfangt zu shooten, regelt das Vertragliche. Bestenfalls hast Du allen Beteiligten den Vertrag, ob Pay- oder TFP-Shooting, vorab zugesandt. Am Ende eines Fotoshootings ist man mit den Gedanken bereits bei den Bildern oder mit der Abfahrt beschäftigt und schwupp hat man vergessen, den Vertrag auszufüllen. Also, mein Tipp: Regelt am Anfang das Vertragliche, so kannst Du Dich danach in Ruhe aufs Shooting konzentrieren.

Es wird eine Visagistin benötigt

Eine Visagistin ist eine großartige Ergänzung zu einem Shooting. Ich habe mit Visas bisher stets gute Erfahrungen gemacht. Auch hier gibt es Möglichkeiten, welche auf TFP-Basis zu finden. Wenn Du Glück hast, gefällt der Visa die Bildidee und sie macht für die Bildidee per TFP mit. Mit der Visa hast Du eine weitere Person bei der Location. Visas achten meist sehr genau auf Dinge, die man als Fotograf leicht aus den Augen verliert. Ein Knopf der auf ist, eine Haarsträhne die falsch liegt, das Model muss nachgepudert werden oder die Visa hält einen Reflektor.

Zeitplanung des Fotoshootings

Wie viel Zeit musst Du einplanen? Musst Du zur Location hinfahren? Wie viel Zeit benötigt die Visagistin? Sollen mehrere Outfits geshootet werden? Wie ist das Licht vor Ort, nachdem das Model fertig geschminkt ist und alles aufgebaut ist? Plane diese Zeiten mit ein, dann hast Du einen Anhaltswert, wann ihr vor Ort sein müsst, um zur richtigen Zeit mit dem Fotoshooting zu beginnen!

Zusammenstellen der Fotoausrüstung

Erstell Dir eine Packliste! Was benötigst Du vor Ort? Vergiss nicht, alle Akkus zu laden, genügend Speicherkarten mitzunehmen, Blitze, Stative, Reflektoren, Funkauslöser und Objektive etc. Auch ein Knackpunkt: Der Platz im Auto. Passt Dein gesamtes Equipment dort hinein? Und vom Auto muss es. Auch noch zum Set kommen. Hast Du vom Parkplatz einen weiten Weg zur Location, ist ein kleiner Bollerwagen ideal. Mittlerweile gibt es die Bollerwagen faltbar, also auch super zu transportieren und zu verstauen.

Cheatkarte für Fotografen

Wenn Du beim fotografieren mal durcheinander kommen solltest mit Deinen Einstellungen, kannst Du diese Cheatkarte für Fotografen nutzen und kurz spicken. Druck Dir dieses Bild in Größe einer Postkarte (105 × 148 mm) aus und klebe es Dir auf eine Kartonage. So hast Du Deinen Spickzettel immer zur Hand!

Cheatkarte für Fotografen

Organisation und Planung des Shootings

Nachdem sich Deine Liste vervollständigt und Du alles zusammengetragen hast, geht es um die organisatorische Planung. Haben das Model und Visa an dem Tag Zeit? Wird ein Hotelzimmer benötigt – ist dies an dem Tag verfügbar? Ist es ein Oudoorshooting, ist es warm genug usw. Lichtsetup zu der Tageszeit und Wetter? Möchtest Du ein Outfit mieten, plane auf jeden Fall den Termin und frag vorher an, ob das Outfit an dem Tag verfügbar ist oder ist es bestellt, ist es rechtzeitig da?

Es geht los! Instruiere Dein Model

Alles ist aufgestellt, das Model ist fertig geschminkt und zurecht gemacht, das Setup aufgebaut, die Blitze richtig eingestellt. Was war noch gleich Deine Bildidee? Gib Deinem Model Anweisungen, wie es sich stellen soll. Wichtig: Wenn Du das Model positionieren möchtest, fass es nicht an! Es sei denn Du hast vorher nachgefragt, ob Du es positionieren darfst. Ansonsten ist das ein „No-go“. Gib klare Anweisungen! Kinn runter, Schulter mehr zur Seite, nein: andere Seite. Gewicht mehr aufs vordere Bein, Blick über meine Schulter usw. Zum Blick und Ausdruck des Models, sei kreativ kommuniziere mit dem Model, welchen Ausdruck Du benötigst und gib Situationen vor. So fällt es dem Model leichter, sich besser in die zugedachte Rolle hineinzuversetzen!

Verpflegung und Wohlbefinden vor Ort

Wenn ihr mehrere Stunden shootet, packt ein kleines Lunchpaket und etwas zu trinken ein. Ist es vor Ort kalt. Nimm eine Decke fürs Model mit. Das Model soll sich wohlfühlen und bei Kälte fällt es leichter, wenn sich das Model ab und an aufwärmen kann! Gleiches gilt natürlich auch für die Visa oder für Dich selbst!

Die abschließende Sichtung und Bildbearbeitung

Das Shooting ist beendet, Du sitzt zuhause an Deinem Rechner und sichtest die Bilder. Schmeiß gleich die Bilder raus, in denen das Model die Augen geschlossen hat (es sei denn, es ist gewünscht), unvorteilhaft steht oder Dir sonst nicht zusagt. Ich kann Dir den Tipp geben: Sortiere grob, aber schmeiß nicht komplett alles weg. Meiner Erfahrung nach, findest Du nach einigen Wochen oder Monaten, einen Blick oder Pose die Dir mehr zusagst, als bei den ersten Sichtungen. Es gibt Bilder die ich erst nach einigen Wochen bearbeite, eben weil mir genau dieses Bild dann erst zusagt.

Verleih Deiner Bildidee den letzten Schliff. Möchtest Du es kühl oder hell und freundlich. Gib mit Deiner Bildretusche Deinem Bild den gewünschten Look. Meine Empfehlung für euch, ich nutze dazu relativ häufig spezielle Bildlooks von Taydoo und wenn es nur ein bestimmter Bereich oder Ebene ist. Wie Du weißt, lässt sich in Photoshop jede Ebene individuell anpassen!

Folgende Photoshop Aktionen von Taydoo kommen bei mir des Öfteren zum Einsatz:

Vergesst nicht dem Model und gegebenfalls der Visa die Bilder zukommen zulassen. Lasst euch nicht zu viel Zeit mit der Sichtung und/oder der Bildbearbeitung. Auch sie freuen sich auf die Resultate eures Shootings!

Voila, eure Bildidee ist umgesetzt! Wie Du siehst, kommt einiges zusammen auf das man achten sollte/muss. Sicherlich ist diese Auswahl an Punkten nicht vollständig oder genau für Dich passend, aber vielleicht helfen Dir diese Tipps, was bedacht werden könnte für Dein geplantes Fotoshooting.

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