Tipps zum Model finden und Modelfotografie

Dieser Artikel richtet sich an alle Fotografen, ob Anfänger oder Fortgeschrittener, die gerne Menschen fotografieren. An alle die auf der Suche nach einem Model sind, um ihre Sedcard aufbauen oder erweitern möchten.

So findest Du ein Model

Es ist leichter als Du denkst, an gute Models zu kommen!

Social Media Kanäle, wie: Instagram, 500px oder Facebook sind voll mit Models. Bisher bist Du nicht an ein Model mit Erfahrung gekommen oder hast generell keins gefunden?

Welche Möglichkeiten es gibt an ein Model zu kommen, verrate ich Dir in diesem Artikel.

Dein erstes Model

Die gute Nachricht vorweg: Die Nachfrage nach Fotografen ist hoch! Du hast den Entschluss gefasst Menschen zu fotografieren und bist auf der Suche nach einem Model – auf der anderen Seite gibt es eine große Anzahl an Interessenten die sich ablichten lassen möchten.

Die Suche im Freundeskreis

Zum Üben bietet sich am Anfang der eigene Freundeskreis an. Wenn Du schüchtern bist jemanden anzusprechen, ist der Freundeskreis eine gute Übung für spätere Modelanfragen.

Beherrscht Du deine Fotoausrüstung?

Damit meine ich nicht, ob Du den Auslöser Deiner Kamera bedienen kannst, sondern:

Erfahrendes Model finden

Erfahrendes Model oder die Nachbarin?

Hast Du gerade erst angefangen zu fotografieren, ist mein Tipp an Dich: Übe den Umgang mit Deiner Kamera und probiere Dich aus. Sammle Erfahrungen und werde sicherer im Umgang Deiner Fotoausrüstung. Erst wenn Du Deine Kamera aus dem „Effeff“ beherrscht, , macht es Sinn auf erfahrende Models zuzugehen. Warum, verrate ich Dir nachfolgend!

Erwartungshaltung des Models

Je nachdem ob Du ein TFP-Model oder Pay-Model fotografierst, haben Models stets ein Interesse daran ihre Sedcard zu erweitern.

  • Beim Pay-Model hast Du zum Beispiel zwei Stunden zur Verfügung (je nachdem wie viel Du ausgeben möchtest). Schaust Du in diesen zwei Stunden immer wieder auf Deine Kamera, ob die Kameraeinstellungen passen, verschwendest Du kostbare Zeit. Shootingzeit für die Du bezahlt hast. Letzten Endes wirst Du eine geringe Ausbeute an Bildern haben.
  • Beim TFP-Shooting erwartet das Model auch eine geeignete Anzahl an Bildern. Auch hier könnte es auf das Model befremdlich wirken, wenn Du mehr auf Deine Kamera schaust, als auf das Model. Schließlich ist die Bezahlung des Models die gemachten Bilder.

Learning by doing oder Workshops nutzen?

Das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Ich selbst habe beides probiert und bin mit einem Workshop wesentlich schneller vorangekommen. Im Vorwege macht man als Fotografie-Anfänger dieselben Fehler, wie andere Fotografen zuvor. Man sucht nach Lösungen und findet verschiedene Antworten. Die schnellste Antwort und Aha-Momente wirst Du bei einem Workshop haben, wo Theorie und Praxis fließend ineinander übergehen! (Meine Erfahrung)

So findest Du den passenden Fotografie Workshop

Verschaffe Dir einen Überblick über Deine Fotoausrüstung und die Bilder die Du in Zukunft damit machen möchtest.

  • Such Dir einen Workshop, die Dich Deinem Ziel näher bringen. Schau Dir also im Vorwege an, was der Workshop beinhaltet und ob auf eigene Fragen individuell eingegangen werden kann.
  • Halte Ausschau nach Fotografie Workshop in dem die Gruppen nicht zu groß sind, so das genügend Zeit vorhanden ist, um auf jeden Workshopteilnehmer einzugehen.

Individuelles Blitzsetup Training in Hamburg

Einen gewaltigen Schritt nach vorn hat mit das individuelle Blitztraining im Studio Bamberg gebracht, bei Stefan Roehl. Nicht gerade eine kostengünstigste Variante, ein Einzelcoaching zu besuchen, aber ich rechne immer die Zeit dagegen, die ich sonst damit verbracht hätte, um nach diesen Wissen zu recherchieren und dies mir dann selbst praxisnah anzueignen.

Beurteilung Deiner Bilder

Sicherlich hast Du bereits einiges an Bildern auf Deiner Festplatte. Nutze diese Referenzbilder für Dein Portfolio. Models und Interessenten können sich im Vorwege so einen Überblick verschaffen, punkto Qualität und Kreativität Deiner Bilder.

Sedcard Referenzbild Modelfotografie

Mein erstes Model

Mein erstes Model war eine gute Freundin aus Hamburg (Danke hier auch noch mal an Dich „Anke“). Wir shooteten etliche Stunden. Von früh morgens bis spät abends. Tausende von Bildern und wirklich nur ein geringer Anteil brauchbar. Der erste Schritt in die Peoplefotografie.

Es fehlte mir anfänglich einfach das Wissen. Das Wissen im Umgang mit der Kamera, dem Model, der Umgebung, der Bildaufteilung und der anschließenden Bildbearbeitung (das ist auch noch mal ein ganz eigenes Thema für sich: Die Bildbearbeitung). Trotz dessen ich vorher etliche Bilder von Landschaften und Makroaufnahmen gemacht hatte, fehlte es mir einfach an Know-how.

Der Weg in die Peoplefotografie

Die Peoplefotografie ist im Gegensatz zur Landschafts- oder Makrofotografie noch mal etwas ganz anderes! Nach diesem ersten Shooting, folgten etliche weitere TFP-Shootings. Ich lernte von Shooting zu Shooting und lerne auch heute noch stetig dazu.

Deine persönliche Note

Dir wird sicherlich etwas auf Deinen Bildern auffallen: Einige Bilder sprechen Dich mehr an, als andere. Finde heraus, welche Art von Bildern Du machen möchtest. Was spricht Dich an? Nahaufnahmen, eine bestimmte Szenerie, den Ort mit in die Bildkomposition deines Bildes mit einfließen lassen oder ein bestimmter Ausdruck deines Models. Lasse Dich inspirieren durch andere Fotografen. Finde Deine Note, Deinen persönlichen Stil!

Lerne auch „Nein“ zu sagen

Des Öfteren werde ich gefragt, worauf ich achte wenn ich ein Bild mache. Mir ist es wichtig, einen besonderen Moment festzuhalten. Eine einzigartige und besondere Momentaufnahme die mich in ihren Bann zieht! Hier muss ich erwähnen, dass meine Erfahrung ist: Nicht jedes Model hat Ausstrahlung – das gewisse Etwas. Das kann bereits an der Sympathie zwischen Model und Fotograf scheitern. Ein gutes Bild lässt sich nicht erzwingen. Stimmt die Harmonie/Sympathie nicht, wirkt sich das in den meisten Fällen negativ auf das Endergebnis aus. Hast Du ein ungutes Gefühl, lass das Shooting! Sag nein und verweise höflich und professionell an einen Kollegen.

Model kontaktieren

Das Ansprechen Deines ersten Models – sei kreativ!

Du hast ein Model gefunden, dass Du Anschreiben möchtest? Sei kreativ! Was beinhaltet ihre Sedcard noch nicht? Mach Dir Gedanken über Deine Bildidee, biete dem Model etwas an, was noch nicht in dem Portfolio vorhanden ist.

Die Wortwahl bei der Model Ansprache

Eine Absage wirst Du sicherlich erhalten, wenn der einzige Inhalt Deiner Anfrage lautet: „Hallo, hast Du Lust auf ein Shooting mit mir?“. Sind Deine Bilder so gut, dass sich allew um Dich reißen, hast Du natürlich Glück und musst nicht sonderlich kreativ in der Ansprache sein.

Deine Erwartung an das Shooting:

  • TFP oder Pay-Shooting
  • Bildidee – welche Art von Shooting (Stil/Richtung)
  • Tag, Zeit, Dauer und Ort
  • Mit Visa oder ohne
  • Kleidung wird gestellt oder benötigt

Je genauer Du dem Model schildern kannst was Du umsetzen möchtest, desto sicherer wirst Du eine positive Rückantwort erhalten!

Zeige Deine Referenzen

Wie bereits erwähnt achten einige auf Bildreferenzen. Hast Du bereits mit einigen bekannten Models geshootet oder für bestimmte Firmen gearbeitet? Führe diese mit auf! Oder erzielst Du große Reichweiten mit Deinen Bildern erwähne das und schicke die Referenzen mit. Mach Dich schmackhaft und präsentiere Dich – siehe es als eine Art Bewerbung!

Pay-Shooting buchen

Hast Du bereits einige Erfahrung gesammelt, könnte für Dich ein Pay-Shooting interessant sein. Häufiger bekomme ich Angebote zu Pay-Shootings. Erst kürzlich habe ich mich dazu entschlossen, mein Portfolio um ein Pay-Shooting zu erweitern! Ich wurde von einem Model angeschrieben (über die Model-Kartei), das drei Tage in Hamburg war und ein eigenes Apartment angemietet hatte.

Kosten eines Models

Die Arbeit mit einem professionellen Model

Der Unterschied zu einem nicht professionellen Model ist der, dass das professionelle Model weiß wie das Posing funktioniert. Es war ein Traum, nach jedem Auslösen bot mir das Model eine neue Pose an! Sicherlich gibt es auch TFP-Models, die das drauf haben, aber häufig musst Du die Anweisung geben. Also, solltest Du Dich auch darin üben, korrekte Anweisungen zu geben um Deine Bildidee nach Deinen Wünschen umsetzen zu können.

Die Kosten eines Models

Mach Dir im Vorwege ein Bild davon, ob die Referenzen des Models Dich ansprechen und sie Deinem Stil entsprechen. Spricht Dich der Ausdruck des Models an? Der Preis für ein Profi-Model variiert. Für das Shooting mit Veronika habe ich 60,00 Euro die Stunde bezahlt. Inklusive der Kosten des Apartments in Hamburg. Für mich kamen noch die Anfahrtskosten aus Lübeck dazu, dass ich in etwa auf einem Gesamtpreis von 200,00 Euro kam. Meine Arbeitszeit nicht mit eingerechnet!

So verhältst Du Dich als Fotograf richtig bei einem Shooting

Möchtest Du langfristig als Fotograf arbeiten und Dir einen Namen machen achte auf folgende Dinge bei Deinen Shootings:

  • Sei stets höflich, aufmerksam und zuvorkommend.
  • Anfassen des Models ist ein No-Go. Wenn Du das Model anders richten möchtest, frag vorher nach ob es okay ist.
  • Sofern möglich, bei weiblichen Shootings eine zweite Person mit einladen. Das kann die Freundin des Models sein oder die Visa fürs Model. Schlechte Erfahrung habe ich bisher nicht gemacht, aber übers Hörensagen bekommt man im Laufe der Zeit, die wildesten Geschichten zu hören. Dies zu dementieren ist ohne Zeuge(n) schwierig!
  • Ob TFP-Shooting oder Pay-Shooting, shoote stets mit einem Vertrag. Sende dem Model im Vorwege den Vertrag zu. Damit sind sich beide einig, was herauskommen soll und sonst noch (z.B. Rechte am Bild) vereinbart wird.
  • Das Shooting ist eine reine Teamarbeit. Beide möchten ein perfektes Ergebnis – tolle Bilder. Beide haben ihre Stärken. Wenn sich das Model anders pensionieren möchte, sei offen für Vorschläge. Ihr beide zusammen bestimmt das Endergebnis.
  • Gib Deinem Model stets ein Feedback. Nichts ist langweiliger, als sich bei einem mehrstündigen Shooting anzuschweigen. Mit jedem weiteren Shooting, entwickelst Du ein Fingerspitzengefühl dafür, wie Du Models auch mal aus der Reserve locken kannst. Sei es mit einem Witz oder eine Geste, um besondere Bilder zu erhalten, die sind und nicht nach Stange.
  • So wie Du Dich über die fertigen Bilder freust, freut sich das Model ebenso über die Fotoausbeute eures Shootings. Lass das Model von daher nicht zu lange warten!

Dessous Shooting

Hier findest Du Models

Models findest Du über Social Media-Kanäle als auch auf Fotografie-Webseiten mit dementsprechenden Fotocommunitys. Hier habe ich bereits einige meiner Models gefunden:

Webseiten

Facebook

Mein Tipp bei der Modelsuche: Mehr als ein „Nein“ könnt ihr nicht bekommen. Wie erwähnt, macht euch Gedanken zum Shooting, sprecht das Model persönlich und höfflich an, dann habt ihr gut Chancen für eine Zusammenarbeit!

Lerne mit einer Absage umzugehen! Ein „Nein“ bedeutet keine Abwertung Deiner Person oder Deiner Arbeit. Es heißt lediglich nur, dass das Model nicht mit Dir zusammenarbeiten möchte. Es kann nicht schaden nachzufragen, sollte dies häufiger passieren. Vielleicht war Dein Briefing oder die Bildidee nicht ansprechend genug. Ein Feedback hilft Dir, Dich zu verbessern! Siehe es als konstruktive Kritik!

Der Moment in dem Du nicht mehr Fragen musst

Mit genügend Ehrgeiz und Spaß beim Fotografieren, wird über kurz oder lang der Tag kommen, in dem Du nicht mehr um ein Shooting bitten musst, sondern Models auf Dich zukommen. Mit jeder weiteren Referenz wird es leichter! Ich möchte keine falschen Hoffnungen wecken und darauf hinweisen, dass dieser Weg einiges an Mühen und Energie kostet.

Fazit: Einfach ist es am Anfang nicht, an Models zu kommen, aber mit Deiner aufbauenden Sedcard wird es zunehmend leichter! Die hier aufgeführten Tipps sind Erfahrungen, die ich die letzten Jahre gesammelt habe. Ich freue mich darüber, wenn Dir diese Tipps weiterhelfen und Dich Deinem Ziel einem Schritt näher zu bringen.

Sei stets kommunikativ und kontaktfreudig. Arbeite auch mal mit anderen Fotografen zusammen. Bilde Dich fort über: Tutorials in Form von Artikeln und Videos, besuche Workshop. Hab Spaß an der Fotografie.

Ich freue mich über Feedbacks zu diesem Artikel und/oder welche Erfahrungen Du gemacht hast, Models zu finden!

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