Pole Dance – Viel Eleganz und Akrobatik

Vielleicht erinnerst Du Dich an den Film Striptease. In diesem entdeckte die Schauspielerin Demi Moore das Tanzen an der Pole Dance Stange. Dabei bewegte sie sich lasziv in aufreizender Unterwäsche – unter den Blicken der anwesenden Männer im Club. Während ihres Auftritts versank sie mehr und mehr im Rhythmus der Musik und die Männer steckten ihr Geldscheine in ihren knappen Slip.

So oder ähnlich ist nach wie vor das Bild, das viele Menschen haben, wenn es um das Thema Pole Dance geht. Sie denken an leicht bekleidete Frauen in Rotlichtumgebung, prickelnden Champagner und verruchte Strip-Clubs auf St. Pauli.

Pole Dance Shooting in der Gollan Kulturwerft

Der Pole Dance kämpft gegen den schlechten Ruf

Leider genießt Pole Dance hierzulande teilweise immer noch ein schmuddelhaftes Image. Was viele aber nicht wissen: Pole Dance ist grundsätzlich eine Art akrobatische Kür mit einer mehr als 800-jährigen (!) Geschichte. Bereits im zwölften Jahrhundert waren es Männer, die in Indien Yoga-Übungen an einer hölzernen Stange praktizierten. Diese Praxis hielt dann Anfang des 20. Jahrhunderts auch in den Vereinigten Staaten von Amerika Einzug – gewissermaßen im Gepäck chinesischer Einwanderer. Ob es nun an den damaligen Umständen oder an der amerikanischen Kultur lag: Diese Form der Akrobatik mutierte im Laufe der Zeit zu freizügigen Tänzen an der Stange. Leicht bekleidete Frauen und aufreizende Tänze waren letztlich die Kombination, die sich sehr schnell in Strip-Clubs als voller Erfolg erweisen konnte. Ende der 1980er Jahre verbreitete sich diese Praxis bis nach Europa. Vielleicht ist dies der Grund, warum das Pole Dancing bis heute unter einem eher bescheidenen Ruf zu leiden hat.

Der Pole Dance hält Einzug in den Fitness- und Sportbereich

In den 1990er Jahren entdeckte auch der Fitnessbereich die Stangenakrobatik für sich und interpretierte den Pole Dance vollkommen neu. Es wurde daraus eine Art neuer Sport kreiert – was dem Image des Tanzens an der Stange spürbar guttat. Die Übungen bestanden aus kraftvollen Einheiten, für die starke Arme und eine ausgeprägte Rumpfmuskulatur notwendig waren. Daran hat sich bis heute nichts geändert, denn Flexibilität und Körperspannung sind wichtige Eigenschaften, um die verschiedenen Übungen an der Stange ausführen zu können. Wenn ein komplettes Programm getanzt werden soll, braucht es hierfür zusätzlich eine überdurchschnittliche Kondition. Kurzum: Pole Dance kann ein effektives Work-out auf kleinstem Raum sein.

Um möglichst viel Bewegungsfreiheit zu erhalten, ist beim Pole Dancing eher knappe Kleidung empfehlenswert. Zu viel Stoff auf der Haut verhindert, dass der Tänzer oder die Tänzerin Halt an der Stange findet. Vor allem an heißen Sommertagen ist es zudem sinnvoll, etwas Magnesiumpulver/-creme zur Hand zu haben, denn hierdurch lässt sich auch bei verschwitzter Haut ausreichend Halt an der sogenannten Pole finden.

Pole Dance ist ein Ganzkörper-Training

Die Stange beim Pole Dance

Als Deutscher kennst Du es ja sicherlich: Es gibt für alles und jedes eine bestimmte Norm. Auch bei der Pole Dance Stange ist dies nicht anders. Eine heutige Standardstange beim Pole Dance hat einen Durchmesser von 45 Millimeter. Der Haut bietet sie eine gute Oberfläche für einen optimalen Halt. Daneben stehen aber auch breitere Ausführungen mit 50 Millimetern (ursprünglicher Standard) als auch schmalere Pole-Stangen mit einem Durchmesser von 40 oder 42 Millimetern zur Verfügung, die insbesondere für kleinere Hände gut geeignet sind.

Die Stangen gibt es mittlerweile in den verschiedensten Ausführungen: Chrom, Edelstahl, Messing, Titanium Gold, Silikon, Pulverbeschichtung sowie hinsichtlich der Einbauformen gibt es sie zum Verschrauben, Einspannen oder gar in portabler Variante als freistehende Stange mit kleiner Bühne.

Vielleicht hast Du dich schon einmal gefragt, wie die Tänzer so spektakuläre Drehungen an der Pole hinbekommen ohne große Hautabschürfungen davon zu erleiden? Das Geheimnis dahinter ist meistens eine rotierende Stange. Beim Pole Dance wird unter Static und Spinning Pole unterschieden. Bei den meisten Wettkämpfen stehen den Performern zwei Pole-Stangen (eine statische und eine drehende) zur Verfügung, die gleichermaßen genutzt werden sollten.

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Was macht den Pole Dance so besonders?

Pole Dance ist ein ganzkörperliches Work-out, das sich nur schwer mit anderen Sportarten vergleichen lässt. Insbesondere der Oberkörper mit den Rücken-, Arm- und Schulterpartien wird entscheidend gestärkt. Die Bandbreite der Figuren und Tricks ist derart vielfältig: Sie reicht von simplen Figuren mit Bodenkontakt bis zu komplizierten Kopfüberfiguren, für die ein gewisses Maß an Flexibilität unentbehrlich ist. Ob nun Static oder Spinning die bessere Einstiegsvariante für Anfänger ist, da gehen die Meinungen stark auseinander. In Norddeutschland wird Spinning Pole bevorzugt angeboten. Wenn Du mit dem Gedanken spielst, Pole Dancing zu Deiner Leidenschaft zu machen, entscheidest Du Dich am besten für eine universelle Stange, die Du von statisch auf drehend verwandeln kannst.

Aufwärmen und Dehnen vor dem Pole Dance

Das Pole Dance Shooting

Nun aber zurück zum Shooting, das bereits seit einigen Monaten geplant war. Anfangs hatten wir noch an ein einfaches Shooting im Freien gedacht und keine besondere Location für unser Shooting beabsichtigt. Jedoch war mir diese Vorstellung einfach zu langweilig und mir kam ein interessanter Ort für die Fotosession in den Kopf – warum das Ganze nicht in einer großen Halle umsetzen?

Gesagt, getan. In Gedanken hatte ich sofort Gollan Kulturwerft. Olli Zimtstern, der über sehr gute Kontakte in Lübeck verfügt, kontaktierte den Besitzer und im Nu hatten wir die passende Location gefunden. Die große Halle wird häufig für Events gebucht und ist bestens ausgerüstet und sehr weitläufig; ideale Voraussetzungen also für großartige Fotos, da der Raum durch seine Beschaffenheit sehr viel Tiefe bietet. Durch die mobilen Lichtspots in der Halle an den Seitenwänden konnten wir den Bildern zu dem bisherigen Licht-Setup ein besonderes und weiches Licht von allen Seiten verleihen. Stimmungsvoll untermalt wurde das gesamte Shooting von einer Nebelmaschine, die ebenfalls Olli für uns organisierte.

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Das Shooting wird geplant

Planung ist bekanntlich alles. Ein vernünftiger Plan und eine damit verbundene Checkliste halfen mir dabei, den Ablauf des Shootings besser vor Augen zu haben. Höchste Priorität hatte für mich die Frage, was am Ende an Bildern rauskommen sollte, da ich mit dem Pole Dance Shooting mein Portfolio als Fotograf erweitern wollte. Bei meiner Planung dachte ich also an

Mitgewirkt bei diesem Shooting haben:

Akrobatik ohne Stange

Die Auswahl der Outfits

Bereits einige Wochen vor dem Shooting machten Janice und ich uns Gedanken darüber, welche Outfits für die Aufnahmen am besten infrage kämen. Klar war, dass die Outfits knapp ausfallen mussten, da Janice ansonsten nur wenig Halt an der Chromstange hätte finden können. Die nächste Frage war, welches Make-up zu den beiden von uns ausgewählten Outfits passen würde. Die Halle stand uns für etwa drei Stunden zur Verfügung und ein weiteres Umschminken hätte eine weitere Stunde in Anspruch genommen, was wir aus zeitlichen Gründen natürlich verhindern wollten. Bei den Outfits entschieden wir uns letztlich zum einen für ein aufreizendes Schuluniform-Outfit und zum anderen für ein Outfit, das an die Tomb Raider Heldin Lara Croft erinnerte. In Sachen Make-up einigten wir uns auf dunkel geschminkte Smokey Eyes.

Das Shooting kann beginnen

Gegen 9:30 Uhr war es dann soweit: Janice und ich trafen uns bei mir. Sie wurde geschminkt und ich suchte in der Zwischenzeit einige Figuren aus der von ihr mitgebrachten Mappe heraus, die mir sofort ins Auge stachen und die ich mir gut auf einem Foto vorstellen konnte. Um 11 Uhr wollten wir bereits vor Ort in der Halle sein, aber aufgrund von verschiedenen Verzögerungen erreichten wir die Halle erst gegen 11:30 Uhr. Meine Fotoausrüstung hatte ich bereits am Vortag zusammengepackt und verlud sie ins Auto, während Janice gestylt wurde.

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Aufbau und Vorbereitung in der Halle

Janice und ihre Freundin bauten die mobile Pole Dance Stange in der Halle auf. Zuvor hatte ich einen Platz dafür ausgewählt, der einen interessanten Hintergrund bietet: eine Mischung aus Lager, Industrie und Fenster. Anschließend baute ich meine Blitzanlage auf, bestehend aus 2 x 200er Jinbei Blitzen und 1 x 400er. Die 200er versah ich dann mit einer Jinbei EM 35×140 cm Grid Softbox, den 400er mit einer Jinbei S-90 Softbox. Als Funkauslöser kam die YN-622N i-TTL (Link führt zu Amazon) von Yongnuo zum Einsatz. Das Licht-Setup (Link führt zu Amazon) stellte ich mit Madlen ein, währenddessen machte sich Janice für ihren Auftritt warm. Das gesamte Shooting fotografierte ich mit einem Sigma 70-200mm F2.8 Objektiv auf meiner 750d. Die Weitläufigkeit der Halle erwies sich als Vorteil, denn so konnte ich bei den Aufnahmen ohne Probleme auch mal mehrere Meter weit weg auf einer Matte liegen – ohne Angst haben zu müssen, Janice nicht auf die Fotos zu bekommen. Alternativ hätte ich auf ein anderes Objektiv gewechselt, aber das Bokeh vom Sigma Objektiv gefällt mir.

Pole Dance Shooting

Das Pole Dance Shooting – man kommt ins Schwitzen

Nun konnte es richtig losgehen, alles war aufgebaut und auch Janice war bereit. Wir starteten mit dem Outfit der Schuluniform. Zum Glück war es in der Halle etwas kühler als draußen. Dennoch kam Janice im Laufe des Shootings ins Schwitzen, denn die Figuren waren nicht ohne und kosteten sie viel Kraft. Immer wieder machten wir daher eine kurze Pause, während derer sich Janice abtrocknen und die Hände und Beine mit Magnesium bestreichen konnte, um einen besseren Halt an der Stange zu finden. Für mich als Fotograf war es gar nicht so leicht, genau auf den Punkt auf den Auslöser zu drücken, da Janice ihre Position aufgrund der drehbaren Stange immer wieder veränderte. Ihre Freundin drehte sie immer mal wieder an die richtige Stelle, jedoch war es schon eine Herausforderung, die wir aber bravourös meistern konnten.

Mein ganzer Respekt gilt Janice, denn sie bewies, dass sie über eine enorme Körperbeherrschung und Körperspannung verfügt. Die Figur Iron X, die sie im Laufe des Shootings etwa fünfmal abrief, verlangte ihr jedoch alles ab. Ich selber bin im Sport ja auch kein unbeschriebenes Blatt, daher weiß ich, welche Spannung und Kraft eine solche Figur kosten muss, ganz zu schweigen, wenn diese Übung mehrmals hintereinander an einem heißen Tag durchgeführt wird. Früher oder später nagt dies gehörig an der Kondition, so gut trainiert man auch sein mag.

Darf es noch etwas Gin sein?

Olli hatte für einen Bekannten eine Flasche Gin Luum (Link führt zu Amazon) mitgebracht, die sich als nette Requisite für das Shooting erwies. Was dabei rausgekommen ist, kannst Du auf nachfolgendem Bild sehen.

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Ende und Ausgang des Shootings

Nachdem wir alle Bilder an der Stange festgehalten hatten, entschieden wir uns dazu, noch einige Porträtbilder zu machen. Hierfür wählten wir einen schönen Hintergrund in der Halle, nach dem wir nicht lange suchen mussten. Zum Endspurt gaben wir noch einmal alles, besser gesagt Janice. Ich stellte passend dazu das Licht ein und hielt weitere schöne Bilder von ihr fest. Da während des Shootings wirklich sehr viele schöne Bilder entstanden sind, fiel und fällt es mir sehr schwer, die passenden Aufnahmen für meine Erweiterung des Portfolios herauszusuchen.

Mein Fazit: Als erstes gilt mein Dank allen Personen, die an diesem Shooting mitgewirkt haben. Es war ein heißer und anstrengender Tag, jedoch mit so viel Freude verbunden, dass die Anstrengungen schnell vergessen waren.

Wenn Du generell ein Themen-Shooting planst, gebe ich Dir den Tipp, das Wort Plan = Planung ernstzunehmen. Setze Dich vorher mit allen Bestandteilen des Shootings auseinander und frage Dich, welches Ergebnis Du am Ende erzielen möchtest und was Du dafür alles brauchst. Bestens geeignet sind hierfür ein genauer Ablaufplan und eine Checkliste. Auf diese Weise stellst Du weitgehend sicher, dass Du nichts vergisst und das Shooting zu einem vollen Erfolg wird.

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