Erfahrungsbericht Fitness Fotoshooting

Planung und Durchführung eines Fotoshootings im Fitness-Studio

Fitness Fotoshooting

In diesem Artikel geht es um ein Fitness-Shooting, das ich vor einiger Zeit in Lübeck hatte. Du erfährst, welche Vorplanung dafür nötig war. Zudem kannst du dir anhand der zwischen den einzelnen Textabschnitten einfließenden Fotos auch direkt ein Bild vom Shooting machen.

Zweck des Fitness-Shootings in Lübeck

Fragst du dich, warum ich das Fitness-Shooting gemacht habe? Ich betreibe neben diesem Fotografie-Blog einen weiteren Blog auf „Wir sind Lübeck“. Auf diesem habe ich aus meiner Zeit als Personal Trainer einige Artikel zum Thema Fitness geschrieben. Zu dieser Zeit war ich noch nicht als Fotograf tätig und bezog meine Bilder daher aus der Stockfotografie.

Keine Bilder nach Stange

Aus diesem Grund ist es logisch, dass diese Bilder keine Einzelstücke sind und auf anderen Webseiten verwendet werden, häufig auch in einem anderen Kontext. Seit langem plane ich, diese Bilder durch eigenes Material zu ersetzen. Aber wie das eben so ist: Man verschiebt das Vorhaben von Woche zu Woche – und bald darauf sind bereits Jährchen vergangen. Es war also wirklich an der Zeit, die Sache endlich anzugehen und in die Tat umzusetzen!

Planung des Shootings im Fitness-Studio

Zuerst erstellte ich eine Liste mit allen Bildern, die ich benötigte. Das heißt: Ich las nochmal alle Artikel, die ich verfasst hatte, und notierte mir all jene Motive und Posen, die ich zu den einzelnen Themenabschnitten in Szene setzen wollte. Dabei orientierte ich mich stellenweise an dem vorhandenen Fotomaterial, suchte aber auch nach neuen Posen. Am Ende hatte ich drei DIN-A4-Seiten mit unzähligen Posen und detaillierten Bildbeschreibungen zusammengeschrieben.

Wahl des Fitness-Models

Auswahl des Fitness-Models

Natürlich musste nun noch ein passendes Model her. Dieses sollte nicht einfach nur schlank, sondern auch richtig gut durchtrainiert sein. Denn schließlich sollten meine neuen Bilder authentisch sein. Bei einer mageren, aber untrainierten Person könnten Posen affektiert, mühsam und angestrengt wirken. Deshalb war es mir wichtig, ein wirklich sportliches Model zu finden, das sowohl ästhetisch als auch glaubwürdig herüberkommen würde.

Beim Lübecker-Mittagstisch, der durch Stefan Wolf von natursteinwolf ins Leben gerufen wurde, lernte ich vor einigen Monaten Daniela Krüger von Young Tan kennen. Sie kam mir sofort wieder in den Sinn, als ich an das bevorstehende Fitness-Shooting dachte. Ich hatte zuvor einige Bilder von ihr auf facebook gesehen und wusste von daher, dass sie „nice in shape“ ist. Nun hatte ich also nicht nur zig Ideen notiert, sondern auch das passende Model für das Shooting gefunden. Was mir nun noch fehlte, war eine geeignete Location und eine Visa.

Wahl des Fitness-Studios

Für das Shooting brauchten wir die richtige Atmosphäre, aber nicht zu viel Trubel um uns herum. Generell eignet sich für Fitness-Shootings ein sportives Ambiente, wie man es etwa in Sportstudios oder kleineren Trainingshallen findet. Die Stimmung der Fotos wird beispielsweise durch metallene Sportgeräte und rustikal-belastbare Böden eindrucksvoll unterstrichen. Zudem ist eine effektive Beleuchtung wichtig, damit hervorzuhebende Bildelemente wie Muskeln und Schweiß besonders gut in Szene gesetzt werden können.

Passendes Fitness-Studio in Lübeck gefunden

Bei der Suche nach der passenden Umgebung war mir Dani eine große Hilfe: Sie trainiert seit langem bei Combatsports in Lübeck. Hier trafen wir uns bereits einige Wochen vor dem Shooting, damit ich mir ein Bild von den Möglichkeiten vor Ort machen konnte. So vermochte ich auch zu beurteilen, ob das, was ich umsetzen wollte, in dem Fitness-Studio überhaupt möglich wäre. Es gab dort einige Stellen, die mich herausforderten, wie etwa an einigen Ecken die Breiten- und Längenverhältnisse. Auch bereiteten mir die Spiegel im Studio Kopfzerbrechen, denn natürlich sollten die Blitze später nicht auf den Bildern zu sehen sein. In meinem Kopf ratterte es bereits, was man an den jeweiligen Stationen machen könnte und wie das Lichtsetup aussehen sollte.

Suche nach der passenden Visagistin

Lange suchte ich in Lübeck nach einer Visagistin. Hierzu erkundigte ich mich bei einigen in meinem Netzwerk nach einer Empfehlung. Leider war es eine magere Ausbeute, was die Auswahl an Internetauftritten anbelangte. Ich sah mir ein paar Arbeiten an, doch ich fand einfach nicht das, was ich suchte. Ich erweitere meinen Suchradius und fand eine junge Visagistin aus Hamburg – Franziska Classen. Ich schrieb sie über ihre Webseite an und wir fanden einen passenden Termin, den wir mit Dani und dem Fitness-Studio matchten.

Suche nach einer Visagistin

Vortag des Fitness-Shooting

Bis zu unserem Fitness-Shooting sollten noch einige Wochen vergehen. Einen Tag vorher kontaktierte ich die beiden Damen noch mal und fragte nach, ob wir alles beisammen hatten. Dann machte ich mich am Vorabend des Shootings daran, meine komplette Ausrüstung zusammenzupacken.

Meine Fotoausrüstung:

  • Nikon D850
  • Ersatzkamera Nikon D750
  • 2 x 200er Jinbei Blitze
  • 1 x 400er Jinbei Blit
  • 2 x 35×140 cm Grid Softbox,
  • 1 x Jinbei S-90 Softbox.
  • 4 x YN-622N i-TTL (Link führt zu Amazon) von Yongnuo
  • 70-200mm F2.8 Objektiv
  • Mehrfachsteckdose und eine Kabelverlängerung

Der Shootingtag bei Combatsports

Wir trafen uns an einem Samstag um 8.00 Uhr. Ins Studio kommt man mit einem Magnetchip. Vor Ort waren bereits ein paar Leute am Trainieren. Ich ging durch, bis in die Trainingshalle, in der Boxsäcke hängen und ein Boxring steht. Ich machte mir Gedanken darüber, welche Posen und Situationen wir in den ersten Szenen meiner Auflistung abarbeiten würden. Dani und Franzi suchten sich ein Plätzchen, damit Dani hergerichtet werden konnte.

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Wahl der Sportkleidung

Dani hatte einige Kleidung mitgebracht. Sie sagte: „Such Dir was aus!“ Ihrer Einladung folgend, suchte ich das passende Outfit heraus. Ein Mittelding: sexy, aber nicht zu offenherzig. Das Outfit sollte den Body und die Form des Models zeigen, aber auch nicht zu viel der weiblichen Reize, weil der Blick des Betrachters sonst zu sehr abgelenkt werden könnte. Im Kopf geisterte mir der Spruch „Sex sells!“ herum.

Ich verließ die Beiden und baute das Lichtsetup auf. Ein Reifen diente mir als Orientierungspunkt, an dem das Model später stehen sollte. Dann stellte ich das Hauptlicht und die Auffülllichter auf.

Tipp: Nimm ausreichend viele Kabelverlängerungen und Mehrfachsteckdosen mit!

Auf der einen Seite der Halle fand ich eine Steckdose, auf der anderen Seite sah es etwas schwieriger aus. Ich musste zunächst verdammt lange suchen. Dann fand ich doch eine, von der ich aber mit einigen Verlängerungen arbeiten musste, damit der Blitz an der Position, die ich ihm zudachte, Strom bekam. Ich befestigte die Softboxen, stellte die Blitze fürs Erste grob auf und prüfte meine Kameraeinstellungen.

Einstellung des Lichtsetups

Nachdem Dani fertig geschminkt und umgezogen war, stellte ich sie an die Position, wo sich zuvor noch der Reifen befunden hatte, und stellte nach und nach die drei zuvor aufgebauten Blitze ein. Nach wenigen Minuten des Einstellens und Ausrichtens der Blitze war ich soweit – es konnte losgehen!

Einstellung Lichtsetup

Dani machte einen guten Job. Wir hatten schnell einige gute Bilder zusammen. So gegen halb zehn waren wir immer noch alleine in dem Raum. Franzi machte über ihr iPhone etwas Musik an und Dani folgte meinen weiteren Anweisungen.

Anstrengung, Schweiß und Make-up

Abgesehen davon, dass viele das reine Modeln unterschätzen, kam Dani bei den Posen ziemlich ins Schwitzen. Es ging eben nicht ums reine Stehen, sondern vor allem darum, Fitness-Posen lässig in Szene zu setzen. Das heißt: Hier eine Liegestütze und halten… halten…halten, da eine Kniebeuge mit einer Langhantelstange, dann eine Unterarmstütze, dann ein Crunch usw. Da blieben Schweißperlen nicht aus. Franzi musste des Öfteren nachschwitzen, damit Dani im Gesicht nicht zu sehr glänzte.

Nice in Shape: Die gut durchtrainierte Dani!

Freihängend setze ich in diesem Raum als letztes noch ihren Bauch in Szene. Bauch hört sich negativ behaftet an, was aber hier gar nicht passt, denn: Dani hat alles andere als einen Bauchansatz. Vielmehr hat sie ein krasses Sixpack, bei dem viele Männer neidisch werden könnten.

Bilder an den Sportgeräten

Bilder an Sportgeräten sind eine Herausforderung, da das schwere Equipment dicht beieinander steht. Mal eben eine Multipresse beiseite rücken? Das ist nicht drin. Also gilt es, genau zu überlegen, wie man das Model zum Beispiel am Latzug in Szene setzt. Zudem muss man abwägen, ob man auch das Drumherum ins Bild einbaut oder aber versucht, es durch Winkel und Bildausschnitte außen vor zu lassen.
Vorab ist das Lichtsetup so einzustellen, dass das Bild jeweils eine stimmige Aussage transferiert und genau den Look hat, den du dem Bild zugedacht hast. Als letztes folgen wieder die Anweisungen an das Model.

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Fazit: Beim Planen und gedanklichen Durchspielen des Shootings wird einem bewusst, worauf alles zu achten ist und was man im Vorfeld zu organisieren hat. Letztendlich kommt dabei ein ziemlicher Rattenschwanz an To-Dos zusammen. Nimm dir also im Vorfeld genügend Zeit, ein Shooting im Fitness-Studio zu planen. Nachfolgend findest du eine Checkliste mit all den Aspekten, die mir wichtig waren. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie soll dir lediglich ein Gefühl dafür vermitteln, worauf man achten könnte.

8 Tipps fürs Shooting im Fitness-Studio:

  • Erstelle dir eine Checkliste mit allem, was du fotografieren möchtest. Damit weißt du auch ungefähr, wie das Lichtsetup aussehen könnte und im Kopf fängst du bereits an, dir den Winkel der Kamera auszudenken und wo welcher Blitz für den Anfang stehen könnte. Für weitere Inspirationen: Stöbere im Netz nach Ideen, die du für dich abwandeln kannst. Damit hast du einen guten Richtwert vor Ort.

Checkliste fürs Shooting

  • Mit der Checkliste weißt du, welche Fotoausrüstung vor Ort benötigt wird. Nachdem du die Sachen nach und nach zusammengepackt hast, gehst du im Kopf noch mal alles durch: Hast du wirklich alles dabei oder fehlt noch was? Und: Sind alle Akkus aufgeladen, Speicherkarten formatiert, eine Ersatzkamera mit dabei? Nichts ist ärgerlicher, als vor Ort festzustellen, dass etwas fehlt!
  • Wahl des Models! Das Model sollte zur Idee passen. Klingt banal, aber schaue dir im Vorfeld einige Models an und entscheide für dich, ob eins der Models in die von dir zugedachte Szene passt. Fügt sie sich gut ein und ergibt das ganze Bild eine stimmige Aussage? Oder passt das Model nicht zur Bildaussage? Sieh dir die Sedcard an: Wie wandelbar ist das Model? Nimm dir genügend Zeit, denn die Auswahl trägt entscheidend zur Qualität deiner Bilder bei

Nimm Dir Zeit für deine Auswahl

  • Auswahl der Visa! Ebenso wie das Model ist auch das Make-up ein wichtiger Faktor. Es wertet das Bild (Model) ungemein auf. Sicherlich ist mit Photoshop eine Menge möglich, aber aus einem guten Bild lässt sich viel einfacher ein noch schöneres zaubern, wenn der größte Teil bereits stimmig ist. Ergo hast du auch umso weniger Arbeit bei der anschließenden Bildbearbeitung. Gute Visas achten vor Ort auch noch auf Kleinigkeiten, die der Fotograf nicht bemerken würde. Sie haben zum Beispiel ein Auge dafür, ob ein Kleidungsstück nicht richtig sitzt oder sich etwas im Weg befindet, das sonst erst nach genauerem Betrachten des Bildes aufgefallen wäre.

Close-Up am Ende des Shootings

8 Tipps fürs Shooting im Fitness-Studio

  • Passende Location finden! Suche dir ein paar Plätze heraus und fahre vorher bei der Location vorbei. Bloße Bilder von der Location könnten dir sehr schnell Platzverhältnisse vermitteln, die vor Ort tatsächlich gar nicht vorherrschen. Dann hättest du womöglich mit Platzmangel zu kämpfen und könntest schlimmstenfalls aus Platzgründen nicht alles Geplante umsetzen.
  • Was wird vor Ort noch an Utensilien benötigt? Vielleicht eine Trinkflasche, ein Riegel? Je nach der jeweiligen Checkliste die du dir erstellt hast, was du vor Ort an Szenerien und Stimmungen fotografiert haben möchtest, kannst du durchgehen, welche Tools noch unterstützend und aufwertend wirken könnten, wie zum Beispiel Trainingsplan, Kugelschreiber, Pulsuhr oder Springseil.

Korrekturen des Models während des Shootings

  • Letztendlich das Shooting: Überlasse vor Ort nichts dem Zufall! Gib dem Model klare Anweisungen: Kinn runter, Blick über meine Schulter, Gewicht aufs vordere Bein, Hand drehen usw. Achte auch auf Kleinigkeiten. Das ist besser als erst später festzustellen, dass du auf gewisse Sachen nicht genügend geachtet hast, dass etwa eine Hand durch eine Haltung zu präsent war.
  • Letzter Punkt: Gehe noch mal und noch mal alles durch! Hast du wirklich an alles gedacht? Spiele mental das ganze Shooting im Kopf durch – auch wenn du es bereits einige Male gemacht hast. Perfekt vorbereitet bist du auch etwas entspannter, weil du an alles gedacht hast und dich vor Ort auf das Fotografieren konzentrieren kannst.

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