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Fotograf aus Lübeck Andre Leisner
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Tipps zur Makrofotografie

Möglichst nah ran! Das war damals für mich der ausschlaggebende Grund, um mir ein Makroobjektiv zuzulegen. „Learning bei doing“ ist bekanntlich der beste Weg etwas zu lernen. Anfangs produzierte ich einiges an Ausschuss, aber „shit happens“, schlechte Bilder kann man löschen. Also keine falsche Scheu oder Zurückhaltung! Einen sehr nützlichen Tipp vorweg: Informiere Dich und verschaffe Dir einen Überblick über die Natur und ein kleines Basiswissen darüber, was Dich interessiert. Was bringt es Dir, wenn Du weißt, was Du gerne fotografieren möchtest, aber den Lebensort der Pflanzen und Insekten nicht kennst?

Warum ist es gut in der Makrofotografie früh morgens zu fotografieren?

In den frühen Morgenstunden sind Insekten noch in der Kältestarre. Ein großer Vorteil, denn das Insekt ist beim Anpirschen somit nicht gleich wieder verschwunden – im Gegensatz zu sonnigen und warmen Tagen: eine falsche Bewegung und der ganze Aufbau war umsonst. Erspar Dir diese Erfahrung und steh lieber etwas früher auf. Pack am besten am Abend vorher Deine Ausrüstung, dann kannst Du zeitig nach dem Aufstehen gleich aufbrechen.

Tipps zur Makrofotografie
Tipps zur Makrofotografie

Was bedeutet Makrofotografie?

Als Sparte der Naturfotografie ist die Makrofotografie gewissermaßen eine andere Welt. Sie fokussiert sich nicht auf das große Ganze mit weiten Landschaften, sondern fängt den Zauber im Detail ein. Die Makrofotografie konzentriert sich auf die kleinen Dinge und bietet diesen eine große Bühne. Mit Deiner Kamera präsentierst Du also eine Welt, die unserem Auge sowie der täglichen Wahrnehmung häufig verborgen bleibt.

Beispiele für Makrofotos gefällig? Es sind faszinierende und zugleich detaillierte Bilder von Insekten, von Tautropfen, Pilzen, Blüten und Blättern. Ein weiteres Beispiel für ein spannendes Motiv innerhalb der Makrofotografie ist die Iris im Auge eines Menschen.

Möchte man Makrofotografie genauer definieren, dann zieht man den Abbildungsmaßstab heran. Dieser beträgt 1 zu 1, das Motiv auf dem Kamerasensor wird also in Lebensgröße abgebildet. Das fertige Foto bietet dann faszinierende Einsichten in unbekannte Welten: Es lassen sich Details erkennen, die mit bloßem Auge kaum oder gar nicht zu sehen sind.

Was ist das Besondere an der Makrofotografie?

Ich kann die Makrofotografie als umfangreiches und aufregendes Feld innerhalb der Fotografie bezeichnen, von dem sich Einsteiger ebenso faszinieren lassen wie gestandene Profis. Du hast bei der Makrofotografie sehr viele Möglichkeiten, um mit unterschiedlichen Einstellungen zu spielen und Dich immer wieder aufs Neue auszuprobieren. Gerade für Einsteiger ist die Makrofotografie spannend, denn sie lässt sich einfach bewältigen und Du wirst mit ungewöhnlichen Motiven sehr schnell erste Erfolge feiern können.

Doch auch bei Profis wird keine Langeweile aufkommen, denn die Makrofotografie steckt voller Herausforderungen, sowohl in kreativer als auch technischer Hinsicht. Somit dürfen auch erfahrene Fotografen noch sehr viel Neues entdecken, wenn sie sich für die Makrofotografie begeistern.

Schwierigkeit bei der Makrofotografie
Schwierigkeit bei der Makrofotografie

Worin besteht die Schwierigkeit bei der Makrofotografie?

Die Makrofotografie stellt auch einen erfahrenen Fotografen vor eine besondere Herausforderung. Es geht darum, den Sensor so nahe wie möglich an das Objektiv heranzuführen. Dies wiederum bringt ganz besondere Eigenheiten mit sich:

  • Normale Objektive und ihre Naheinstellgrenzen zeigen Dir sprichwörtlich schnell ihre Grenzen auf.
  • Durch den sehr kleinen Schärfebereich ist ein exaktes Fokussieren sehr schwierig. Sowohl eine minimale Bewegung des fotografierten Objekts als auch minimale Verwacklungen der Kamera haben unscharfe Fotos zur Folge.
  • Kleine Tiere, wie beispielsweise Insekten, sind sicherlich die interessantesten Motive innerhalb der Makrofotografie. Diese haben aber ihren eigenen Kopf und nur wenig Interesse daran, kurz vor Deinem Objektiv wie versteinert zu verharren, bis Du den Auslöser gedrückt hast.

Ein Retroadapter als günstiger Einstieg in die Makrofotografie

Ein kostengünstiger Einstieg in die Makrofotografie ist ein Retroadapter. Dieser macht es möglich, das Objektiv umgekehrt ans Bajonett des Kamerabodys anzuschließen. Zusätzlich empfiehlt es sich, einen Protection-Ring am Objektiv anzubringen. Der Ring ermöglicht die Anbringung von Filtern an ein Objektiv, das mit einem Retroadapter genutzt wird. Durch einen Filter verhinderst Du, dass Staub und Schmutz in das Objektiv eindringen können. Je nachdem, welches Objektiv in Retrostellung Du nutzt, vergrößerst Du das Motiv doppelt, dreifach oder vierfach und so weiter.

Zwischenringe und Makrofotografie

Möchtest Du Dir nicht extra für die Makrofotografie ein Objekt kaufen, dann sind Zwischenringe eine hervorragende Alternative. Diese kannst Du einfach zwischen Kamera und normalem Objektiv schrauben. Mit den Zwischenringen kannst Du den Abbildungsmaßstab des Objektivs vergrößern. Auf diese Weise kannst Du also auch mit einem normalen Objektiv im Makrobereich Fotos aufnehmen.

Ein großer Vorteil an Zwischenringen ist der deutlich günstigere Preis im Vergleich zu speziellen Makroobjektiven. Hast Du also ein begrenztes Budget oder möchtest Dich im Bereich der Makrofotografie erst einmal ausprobieren, kannst Du dies mit Zwischenringen angehen.

Zwischenringe sind sowohl einzeln als auch in Sets erhältlich. Entscheidest Du Dich für ein Set, kannst Du unterschiedliche Zwischenringe hintereinander schrauben und miteinander kombinieren. Somit erreichst Du einen großen Abbildungsmaßstab.

Zwischenringe haben keine negativen Einfluss auf die Bildqualität und Du musst auch nicht auf Komfortfunktionen Deiner Kamera, wie etwa den Autofokus, verzichten, wenn Du Dich für Automatik-Zwischenringe entscheidest.

Nachteile von Zwischenringen
Nachteile von Zwischenringen

Haben Zwischenringe auch Nachteile?

Leider bringen Zwischenringe auch zwei Nachteile mit sich:

  1. Zwischenringe reduzieren die Lichtstärke Deines Objektivs. Dein Objektiv wird umso mehr an Lichtstärke verlieren, je mehr Ringe Du kombinierst bzw. je breiter der Zwischenring ist. Um dem entgegenzuwirken, musst Du also mehr Zeit und Sorgfalt in die Ausleuchtung Deines Motivs investieren.
  2. Zwischenringe verkleinern den Bereich, in dem Deine Kamera fokussieren kann. Je mehr Ringe Du also kombinierst und je breiter die Zwischenringe ausfallen, umso eingeschränkter wird auch der mögliche Fokusbereich. Wenn Du Zwischenringe verwendest, dann entfällt der hintere Fokusbereich in der Ferne. Bei Makrofotos ist dieser aber ohnehin ohne Bedeutung, sodass sich dieser Nachteil problemlos verschmerzen lässt. Du solltest nur daran denken, die Zwischenringe wieder zu entfernen, wenn Du zum Beispiel Landschaftsfotos erstellst.

Welche Makro-Zwischenringe sind zu empfehlen?

Zwischenringe sind von unterschiedlichen Herstellern verfügbar. Du solltest bei Deiner Auswahl unbedingt darauf achten, Zwischenringe zu wählen, die zu Deiner Kameramarke passen, da das Kamerabajonett bei jeder Kameramarke unterschiedlich ausfällt.

Möchtest Du mit unterschiedlichen Abbildungsmaßstäben und Brennweiten experimentieren, entscheidest Du Dich am besten für ein Set, das aus drei oder vier Zwischenringen besteht. Wenn Du weiterhin mit Autofokus und Blendensteuerung fotografieren möchtest, dann entscheidest Du Dich für Automatik-Zwischenringe. Diese sind ab einem Preis von etwa 50 Euro erhältlich, wenn Du eine gute Qualität möchtest. Von extremen Billigangeboten solltest Du hingegen die Finger lassen, da die meisten davon schlecht verarbeitet sind.

Makrofotografie mit Nahlinse bzw. Makrolinse

Wie kannst Du im Alltag kleine Dinge besser erkennen? Dies funktioniert natürlich mit einer Lupe. Um verschiedene Dinge größer zu sehen, hält man sich also ein spezielles Glas vor die Augen. Ähnlich funktioniert dies auch bei Makrolinsen.

Makrolinsen funktionieren wie eine Lupe für Deine Kamera

Entsprechende Nahlinsen erhältst Du in der jeweiligen Objektgröße. Du schraubst sie wie einen Filter auf. Wenn Du Dich für ein Set aus mehreren Linsen entschieden hast, kannst Du diese auch miteinander kombinieren. Damit Du weißt, welche Vergrößerung und Stärke die jeweilige Linse besitzt, stehen auf dem Rand der Linse entsprechende Zahlen. Somit weißt Du stets um die wichtigsten Eigenschaften der Linse Bescheid.

Objektiv für die Makrofotografie
Objektiv für die Makrofotografie

Welches Objektiv für die Makrofotografie?

Je nach Kamerahersteller gibt es eine große Auswahl auf dem Markt. In meinen Anfängen nutzte ich eine Nikon D7100. Nach langer Zeit des Suchens hatte ich mich für das Makroobjektiv von Nikon, das AF-S Micro-Nikkor 105mm VR entschieden. Die Meinungen, ob ein Bildstabilisator benötigt wird oder nicht, gehen auseinander. In erster Linie geht es darum, was Du mit dem Objektiv fotografieren möchtest. Anfangs hatte ich für mich entschieden, dass ich gerne freier und mobiler fotografieren möchte – ohne größeren Aufbau wie Stativ, Einstellschlitten und Fernbedienung.

Gerade der Punkt, sich auf Augenhöhe des Motivs zu begeben, finde ich bei dieser Art der Fotografie spannend. Einige Nachmittage habe ich mich an diversen Orten einfach auf den Boden gelegt, um von Angesicht zu Angesicht ein Insekt oder eine Pflanze zu fotografieren. Eine Hummel zum Beispiel wirkt imposant, wenn sie auf gleicher Höhe oder von leicht unten fotografiert wird, anstatt „nur“ platt von oben herunter.

Welche Zusatzausrüstung braucht man für die Makrofotografie?

Ein Stativ, um Verwacklungen zu vermeiden

Wie bei der Nachtfotografie nutze ich bei der Makrofotografie häufig einen Selbstauslöser, um Verwacklungen der Kamera zu vermeiden. Wenn Du häufig mit LiveView arbeitest, wirst Du vielleicht auch irgendwann feststellen, dass ein Stativ so seine Tücken hat: Beim minimalen Versetzen der Kamera verschwindet das Objekt aus dem Bildausschnitt.

Feinjustierung mit einem Einstellschlitten

Fotografierst Du viel im Makrobereich, könnte ein Einstellschlitten für Dich vielleicht interessant sein. Auch hier gibt es diverse Anbieter, aber da ich großen Wert auf Qualität lege, bin ich bei Novoflex gelandet. Klar, der Preis ist hoch, aber die Qualität Verarbeitung sprechen einfach für sich.

Software für Focus-Stacking

Wenn Du Richtung Focus-Stacking (Zum Beispiel: Helicon Focus) arbeiten möchtest, ist ein Einstellschlitten sehr zu empfehlen. In Kombination mit Stativ, einem Einstellschlitten und einer Fernbedienung kannst Du Dich auf knackscharfe Bilder freuen. Man fängt zum Beispiel am Kopf des Insekts an und arbeitet sich mit dem Schlitten und dem Fokus bis zum Ende des Tierchens. Eine Focus-Stacking Software fügt dann alle Bilder zu einem Bild zusammen. Am Ende lassen sich daraus unglaublich detailreiche Bilder erstellen. Es ist beeindruckend, was es bei kleinen Insekten zu entdecken gibt und wie detailreich sie aussehen, wenn man sich das fertige Bild in Groß auf einem Rechner ansieht.

Klammern für Pflanzen
Klammern für Pflanzen

Klammern und Halter für Pflanzen

Ein Grundsatz innerhalb der Makrofotografie lautet, möglichst schonend für die Natur und die Umgebung zu fotografieren. Du solltest also bei Deinen Aufnahmen weder Pflanzen beschädigen noch Tiere stören. Auf der Suche nach dem perfekten Foto wäre es ein Unding, störende Pflanzen einfach aus dem Boden zu reißen. Erlaubt ist es hingegen, die Botanik für die Dauer der Aufnahme mit Klammern zur Seite zu heften. Zu diesem Zweck kannst Du auf einige Fotohelfer zurückgreifen, wie beispielsweise ein spezielles Foto-Survival-Kit von Novoflex.

Ein bisschen Komfort darf es schon sein

Wenn Du Dich für die Makrofotografie begeisterst, benötigst Du nicht nur sehr viel Geduld, sondern musst auch in bisweilen unbequemen Positionen verharren. Um es Dir so bequem wie möglich beim Warten auf den perfekten Foto-Moment zu machen, empfehle ich Dir eine dünne Isomatte als Unterlage zu verwenden. Auf einer solchen Isomatte kannst Du trocken und recht komfortabel im Gras sitzen, knien oder liegen, ohne Sorge vor einem nassen Hosenboden haben zu müssen. Nimm also eine solche dünne Unterlage guten Gewissens mit auf Deine Fototouren.

Die Wahl der richtigen Blende

Zwar wird gesagt, dass die Schärfentiefe im Nahbereich minimal ist, aber wenn Du so richtig nah an ein Motiv herangehst, wirst Du feststellen, dass dies leider nicht der Fall ist. Natürlich kommt es darauf an, auf was genau Du den Schärfebereich legst. Ich hatte mich anfangs sehr darüber geärgert, dass ich eine Fliege komplett scharf ablichten wollte, aber nur einen Teilbereich des Kopfes schärfen konnte.

Das war ein klarer Fall von zu groß gewählter Blende. Blenden von 8, 12 und höher sind keine Seltenheit. Probiere es aus und Du wirst sehen, dass der Hintergrund trotz der hoch gewählten Blenden immer noch unscharf ist. Beachte auch die Verschlusszeit: kleinste Verwacklungen und die Facettenaugen eines Insekts sind verschwommen. Beides zusammen – eine hohe Blende und Verschlusszeit – zuzüglich einem geringen ISO-Wert und Du wirst feststellen, dass mehr Licht häufig nötig ist.

Wahl der richtigen Blende
Wahl der richtigen Blende

Verwende externe Lichtquellen

Achte auf eine gute Belichtung. Anfangs habe ich entfesselt geblitzt. Dabei habe ich als Sender und Empfänger Material von Yongnuo eingesetzt. Diese lassen sich auch bei sehr kurzen Verschlusszeiten verwenden. Damit habe ich sehr gute Erfahrung gemacht Um in der Dunkelheit fokussieren zu können, wirft der auf der Kamera montierte Sender ein rotes Gitternetz auf das Motiv.

Zwar könnte man für diesen Zweck auch eine kleine Taschenlampe verwenden, aber danach müssten sich die Augen erst immer wieder an die Dunkelheit gewöhnen. Heute nutze ich häufig einen Makroblitz (LAOWA Kuangren KX-800 Macro Twin Lite Blitzgerät) mit zwei Blitzköpfen, die ich variabel mit den flexiblen Armen nahe am Objekt platzieren kann.

Tipps für die Makrofotografie zusammengefasst:

  • Stehe früh auf
  • Informiere Dich über die Motive, die Du fotografieren möchtest
  • Entscheide Dich zwischen Retroadapter und einem Makroobjektiv
  • Benutze ein Stativ und eine Fernbedienung um Verwacklungen zu vermeiden
  • Blitz(e) für schwaches oder wenig Licht
  • Einstellschlitten für exaktes Fokussieren
  • Pflanzenklammern um zum Beispiel einen Ast oder eine Blume im Wind ruhig zu halten
  • Focus-Stacking Software (Helicon Focus) für die anschließende Bildbearbeitung

Autofokus oder manueller Fokus?

Das Arbeiten mit dem Autofokus ist vielen Fotografen in Fleisch und Blut übergegangen. Leider kann ein Autofokus im Bereich der Makrofotografie nur wenig helfen. Er greift einfach nicht immer zuverlässig auf jedem Motiv und kleinen Details, die Du scharfstellen möchtest. Auch wenn Du das Autofokus-Einzelfeld exakt auf das Detail legst, das Du scharf abbilden möchtest, versagt der Autofokus unter Umständen seinen Dienst. Grundsätzlich können Fehlfunktionen des Autofokus unterschiedliche Gründe haben – erfahrene Makro-Fotografen verwenden aber ohnehin häufig den manuellen Fokus.

Warum der Autofokus bisweilen Zicken macht

Die Naheinstellgrenze des Objektivs kann ein Grund dafür sein, dass sich ein Makrofoto auf Biegen und Brechen nicht scharf stellen will. Arbeitest Du mit einem normalen Objektiv ohne Makro-Zwischenring und Filter und gehst für die Aufnahme zu nah an Dein Motiv heran, ist das Objektiv nicht mehr in der Lage, sich scharf zu stellen. Ein einfacher Trick dagegen ist es, das Objektiv am Fokusring vorne auf die nächste Entfernung zu stellen. Wenn weder auf dem Objektiv noch in Deinem Sucher eine Entfernungsanzeige vorhanden ist, dann schalte diese Anzeige im Menü Deiner Kamera ein.

Motive für Nahaufnahmen finden
Motive für Nahaufnahmen finden

Begib Dich in die Miniaturwelt

Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie sich die Wahrnehmung verändert, wenn man die Motive nur nah genug heranholt. Es beginnt bei recht unscheinbaren Dingen wie einem Wassertropfen und geht bis hin zu komplexen Wunderwerken der Natur wie dem Facettenauge einer Fliege. Mit der nötigen Geduld offenbaren sich faszinierende Perspektiven.

Es steckt sehr viel Vorbereitungsarbeit dahinter und natürlich spielt die Technik auch eine große Rolle. Ich glaube, dass die Hintergründe zur Entstehung oftmals ebenso spannend sein können wie das fertige Foto. Das Schöne an der Makrofotografie ist, dass man bereits alles um sich herum hat. Es gibt unzählige kleine Welten zu entdecken, sei es nun der Vorgarten oder der naheliegende Park.

Auf der Suche nach Motiven in der Makrofotografie

Das Credo der Makrofotografie ist es, das Große im ganz Kleinen zu entdecken. Motive für die Makrofotografie kannst Du sowohl in der Natur als auch überall im Alltag entdecken. Wenn Du Dich intensiver mit der Motivsuche für die Makrofotografie auseinandersetzt, wirst Du erstaunt sein, wie viele spannende Motive Du in der Outdoor-Welt und in Deinen eigenen vier Wänden entdecken wirst.

Ein großer Vorteil der Makrofotografie ist, dass sie sich überall umsetzen lässt. Du musst keine anstrengenden Reisen oder großen Touren unternehmen, benötigst kein spektakuläres Wetter oder beeindruckende Gegenden, wenn es um die Makrofotografie geht. Ideale Orte sind sowohl der heimische Garten oder der Stadtpark als auch Felder und Wiesen.

Das richtige Motiv finden

Du musst nicht immer aktiv sein, wenn es um die Suche nach dem richtigen Motiv geht. Wie wäre es denn, wenn Du einfach einmal darauf wartest, dass die Motive DICH finden. Mach also ein Ausflug in die Natur und setz Dich in einen Wald, an einen Bach oder auf eine Wiese und warte. Sieh Dich genau um und nimm Deine Umgebung in Dich auf. Innerhalb von wenigen Sekunden kannst Du so eine neue Welt betreten, spannende Dinge entdecken, wahrnehmen und hören, die Dir vorher noch nicht aufgefallen sind. Mit einem Mal bist Du Teil eines ganzen Makrokosmos und der Impuls für beeindruckende Aufnahmen wird sich ganz von selbst einstellen.

Meine damalige Makrofotografie-Ausrüstung:

  • Kamerabody D7100
  • Objektiv Nikon AF-S Micro-Nikkor 105mm VR
  • Funkfernbedienung Nikon ML-L3 Infrarot-Auslöser
  • Novoflex Castel-Cross-Q Kreuz-Einstellschlitten
  • Stativ Manfrotto MK055XPRO3-3W 055 Aluminium Stativ
  • Zwei Nikon Blitze
  • Zwei Manfrotto Compact Action auf denen ich die Blitze montiere
  • Drei Yongnuo (ein Sender, zwei Empfänger)
  • Zwei Pflanzenklammern

Meine Makrofotografie-Ausrüstung heute:

  • Canon R5
  • Canon RF 100mm F2,8 L MACRO IS USM
  • Canon BR-E1 kabelloser Fernauslöser
  • Blitz LAOWA Kuangren KX-800 Macro
  • Stativ Manfrotto MK055XPRO3-3W 055 Aluminium Stativ
Springspinne Makroaufnahme
Springspinne Makroaufnahme

Springspinne auf der Fensterbank

Die kleine Springspinne sah ich morgens auf der Fensterbank. Sie gab mir die Zeit, die ich benötigte, um an meiner Kamera Makroobjektiv und Blitz aufzusetzen. Darüber hinaus nutzte ich ein LED-Licht oberhalb des Spinnenkopfes, wodurch sie den Kopf neugierig hob. Zu den Kameraeinstellungen: f/8, 1/125, ISO 100.

Fazit: Egal, womit Du letztendlich startest oder wie groß Dein Budget ist, selbst mit einer kleinen Ausrüstung ist bereits Vieles möglich. Am besten kauft man sich die Ausrüstung, die immer wieder benötigt wird, so weiß man, was einem fehlt. Häufig kauft man zu schnell zu viele Dinge, die man am Ende aber gar nicht braucht. Einen weiteren Tipp möchte ich Dir am Schluss mit auf den Weg geben: Wenn Du weißt, wo es in Deiner Nähe ein Insektenhotel gibt, kannst Du Dich auch dort wunderbar auf Motivsuche begeben.