Freundlichkeit und Netzwerken als Fotograf

Netzwerken als Fotograf

Am Anfang ist es gar nicht so einfach, die ersten Kunden zu bekommen. Wer bei Null anfängt, muss sich erstmal einen Kundenstamm aufbauen. Dafür braucht es vor allem eines, nämlich Geduld. Nachfolgend habe ich Dir ein paar meiner Erfahrungen niedergeschrieben, die ich in vier Jahren gesammelt habe. Wenn Du wenig Zeit hast oder gleich die sieben besten Tipps lesen möchtest, scrolle einfach nach unten!

Freundlichkeit kostet nichts!

Neulich erhielt ich eine sehr liebe verbale Rückmeldung zu einem Thema, das für mich selbstverständlich ist. Die Aussage war: Meine Kommunikation ist stets höflich, charmant und auch in schwierigen Situationen bin ich nie unverschämt. Diese Aussage hat mich sehr gefreut! Aber, sollte es nicht Normalität sein, freundlich zu seinen Mitmenschen zu sein? Woran liegt es, dass manche Menschen ausfallend oder unsachlich werden? Um in die Thematik Netzwerken einzusteigen, möchte ich kurz vorab auf das Miteinander eingehen.

Kommunikation über Social-Media

Gerade im Social-Media-Bereich erlebe ich es immer wieder, dass Kommentare auch mal unter die Gürtellinie gehen und manche Themenbereiche eine Eigendynamik entwickeln, die man nur schwer aufhalten kann. Auch hier halte ich es so, stets sachlich und höflich zu bleiben. Wie heißt es so schön? Man sieht sich immer zweimal im Leben. Ich denke, manche Menschen agieren anders – aggressiver, direkter und unverschämter – über den Online-Bereich, weil dieser es einem relativ einfach macht, anonym zu bleiben.

Lächeln bewirkt Wunder

Ein Lächeln bewirkt Wunder

Freundlichkeit im privaten und ebenso beruflichen Bereich wirkt Wunder, schon probiert? Hast Du schon mal versucht, einen Menschen anzulächeln, den Du gar nicht kennst? Erst letztens ist mir das auf der Straße passiert. Morgens ging ich gedankenversunken zur Arbeit, ein Mann kam mir entgegen, er strahlte mich sehr freundlich an. Dies war fast wie ein Ticker (Fangen spielen), Du hast ihn, kennst Du das? Angesteckt von seinem Lächeln, breitete sich selbst ein freudestrahlendes Lächeln in meinem Inneren aus, das sich über viele Stunden hinweg hielt. Ist es nicht wunderbar, was ein einzelnes Lächeln bewirken kann? Warum machen wir es uns dann häufig gegenseitig so schwer?

Ist die Ellbogengesellschaft heutzutage normal?

Ob im beruflichen oder auch im gewerblichen Bereich, Ellbogengehabe und die Mentalität „Ich gönne Dir Deinen Erfolg nicht“, wird der eine oder andere von euch sicher auch schon erlebt haben. Aber warum freuen wir uns nicht einfach für den anderen und dessen Erfolg? Macht es einen denn selbst glücklicher oder zufriedener, über einen anderen herzuziehen oder die Niederlage eines anderen Menschen zu sehen?

Wenn jemand Erfolg hat, ist ihm dies schließlich auch nicht einfach so zugefallen; er hat dafür etwas getan und leisten müssen. Statt neidisch zu sein, ist es doch sinnvoller, diese Person zu fragen, was sie getan hat, um so erfolgreich zu werden, oder? Erfolg definiert jeder anders, klar, aber Du wirst sicher wissen, was ich meine. Erfolg stellt sich nicht von Heute auf Morgen ein, man muss dafür aktiv werden und etwas tun.

Tipps für ein erfolgreiches Netzwerken

Jede Stadt hat meist eine Fotografen-Gruppe, die sich in regelmäßigen Abständen trifft. Frag höflich nach, ob Du beim nächsten Treffen dazustoßen kannst, um neue Kontakte zu knüpfen. Sei stets freundlich zu jedem Kunden. Ja, es heißt so schön, wer königlich behandelt werden möchte, sollte sich königlich benehmen.

Dies bedeutet letztlich so viel wie, wenn Du einen Interessenten oder Kunden hast, der die ganze Zeit nur auf „Krawall gebürstet“ ist, dann weise ihn dezent darauf hin, dass dies keine gute Basis für eine Geschäftsbeziehung ist. Das ist vollkommen in Ordnung, man kann schließlich nicht „mit jedem Grün“ sein. Gib ihm damit die Empfehlung, sich einen anderen Fotografen zu suchen, bei dem die Chemie vielleicht besser passt.

Freundlichkeit öffnet Türen

Freundlichkeit öffnet Türen

Mein persönliches Netzwerk ist nicht riesig, aber ich weiß jede einzelne Person darin zu schätzen. Es ist immer gut, jemanden zu kennen, der eine Dienstleistung erbringt, die man selbst nicht abdecken kann oder möchte. In diesem Netzwerk empfiehlt man sich untereinander und das macht einen Riesenspaß. Aussortiert habe ich die Menschen, die konsumieren, ohne jegliche Rückmeldung zu geben oder eventuell mal selbst einen Kunden zu vermitteln. Auch hier gibt es also Menschen, mit denen man nicht zusammenarbeiten muss.

Denk in diesem Zusammenhang an die Devise: Qualität statt Quantität. Mit der genannten Freundlichkeit habe ich Aufträge erhalten, die mir wortwörtlich in den Schoß gefallen sind. Ich werde empfohlen, das ist das Beste, das Dir passieren kann. Was habe ich dafür tun müssen? Außer freundlich zu sein und einen guten Job zu machen, nichts!

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Es kostet nichts, freundlich zu sein

Freundlichkeit kostet nichts, aber eine Ausnahme gibt es! Zum Beispiel, wenn man es als Freundlichkeit empfindet, jede einzelne Frage ausführlich beantworten zu müssen. Über kurz oder lang wird es vorkommen, dass Du zu Themen befragt wirst, weil Du Dich in dem Bereich besonders hervorgetan hast. Nun, jedem zu antworten und auf unterschiedliche individuelle Fragen einzugehen, kostet sehr viel Zeit. Häufen sich die Fragen, verschlingt dies so viel Zeit, dass andere Bereiche vernachlässigt werden.

Mein Tipp: Finde hier eine gesunde Mischung oder schreib bei häufig auftretenden Fragen einen Guide. Dann kannst Du bei der nächsten Anfrage, sofern der Interessent die Antwort auf seine Frage nicht über die Suche im Netz oder Deiner Seite findet, freundlich darauf verweisen.

Was Du tun kannst, um ein Netzwerk aufzubauen

Es kann durchaus Sinn machen, auch mal ein Projekt anzunehmen, bei dem Du nicht den großen Reibach machst oder vielleicht sogar unentgeltlich arbeitest. Das sollte natürlich nicht an der Tagesordnung sein, aber so ein Projekt kann Dir den Weg für andere Aufträge ebnen!

Neue Kunden durch Netzwerken

Du möchtest Beispiele?

  • Es haben sich aus meinem kostenlosen Hundeshooting in Thandorf nette Kontakte ergeben und daraus resultierend neue Aufträge.
  • „Wir sind Lübeck“ – gute Kontakte waren die Folge, aus denen sich wiederum tolle Geschäftsbeziehungen ergeben haben.
  • Die Schiffergesellschaft, die Bilder für ihre neue Speisekarte bei mir angefragt haben. Ein Paar meiner Lübeckbilder sind nun in der neuen Speisekarte zu sehen.
  • Stefan von Naturstein Wolf, mit dem ich mich immer wieder im Austausch befinde oder in der Mittagspause im schlottmann´s einkehre und Kollegen im Schlepptau habe. Der Gewinn für mich, neue Kontakt zu knüpfen, durch die Empfehlung der beiden.

Kunden sind genügend vorhanden

Viele Kollegen denken, dass die Konkurrenz ihnen die Kunden wegnimmt! Eigentlich ist es aber so, dass wir Fotografen unterschiedliche Themenfelder abdecken; wenn es doch Überschneidungen gibt, kann es durchaus wie oben angesprochen sein, dass man sich nicht „grün“ ist und dann zum Beispiel guten Gewissens auf einen anderen Fotografen verweisen kann. Meiner Meinung nach bereichert dies das Geschäft. Mürrische Menschen, denen man nie etwas recht machen kann, sehen hier in die sprichwörtliche Röhre. Eigenbrötler und One-Man-Shows funktionieren heute nur noch sehr selten. Ein gutes Netzwerk macht es einem durch gegenseitige Empfehlungen deutlich einfacher, zu seinem normalen Tagesgeschäft weitere Kunden zu gewinnen.

7 Tipps um Deinen Bekanntheitsgrad zu steigern

1. Soziale Netzwerke: Die einen schwören auf Instagram, andere auf Pinterest. Für mich hat sich die Fanpage auf Facebook als der richtige Kanal erwiesen. Achte auf eine Regelmäßigkeit Deiner Posts und interagiere mit Deinen Fans. So wie sie Dir mit einem Kommentar signalisieren, ich habe Deinen Post gesehen, solltest Du auf ihre Aktion antworten bzw. reagieren. Da es im Laufe der Zeit immer mehr Fans werden und damit mehr Interaktionsaufwand, musst Du selbst entscheiden, ob Du auf jeden Kommentar antworten möchtest.

2. Traditionelle Netzwerke: Von der digitalen in die analoge Welt: Klassisches Netzwerken! Visitenkarten sind ein probates Mittel, um jemandem eine kleine Erinnerung mitzugeben. Neue Kontakte triffst Du zum Beispiel auf Ausstellungen, öffentlichen Veranstaltungen oder einem in Deiner Stadt stattfindenden Fotografenstammtisch.

3. Die eigene Webseite: Meiner Meinung nach ist dies eines der wichtigsten Instrumente, um auf sich und seine Arbeit aufmerksam zu machen. Die eigene Webseite ist Dein Aushängeschild. Überlege Dir gut, welches Bild Du mit Deiner Webseite vermitteln möchtest. Schnell mal ein, zwei Sätze geschrieben und lieblos ein paar Bilder gepostet, könnte ein falsches Signal senden. Nimm Dir Zeit, um Deine Zielgruppe anzusprechen und Dein Portfolio auf Deiner Webseite abzubilden. Mach es Interessenten einfach, mit Dir Kontakt aufzunehmen. Mit einem Blog beispielsweise kannst Du für Aktualität sorgen und über Deine Fotoarbeiten schreiben. Diese kannst Du dann über Deine Social-Media-Kanäle streuen. Wie Du merkst, steckt hier einiges an Arbeit hinter, aber es lohnt sich!

4. Fotocommunities: Nicht nur auf Deinen eigenen Kanälen kannst Du Deine Werke präsentieren, sondern auch auf Community-Seiten, wie 500px oder Flickr. Aufgrund der zahlreichen Posts, die dort erscheinen, ist es gar nicht so leicht, sich aus der Masse hervorzuheben. Folge anderen, lass Dich inspirieren und kommentiere Bilder. Durch das Kommentieren werden andere auf Dich aufmerksam und nach und nach wirst Du Fans dazubekommen. Daraus können sich gemeinsame Interessen ergeben und hieraus wiederum Projekte entstehen.

5. Mundpropaganda: Ein Kunde ist zufrieden mit Deiner Arbeit? Prima! Frag ihn, ob er Deine Fanpage oder Deine Google-MyBusiness-Seite kommentieren möchte. Damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht, freundlich zu fragen, ob ein Kunde nicht die Arbeit bewerten möchte (sofern ein Account auf dem jeweiligen Medium vorhanden ist). Bewertungen sind im Netz ein Anziehungsmagnet. Du wirst es wahrscheinlich von Dir selbst kennen, Du schaust Dir zum Beispiel die Bewertungen eines Produktes an, das Du Dir kaufen möchtest.

Fällt die Bewertung schlecht aus, entscheidest Du Dich wahrscheinlich für ein anderes Produkt. So verhält es sich häufig auch mit der Entscheidung eines Interessenten. Wenn er zwischen den einzelnen Angeboten entscheiden muss, gibt sehr häufig der Blick auf die (positiven) Bewertungen den Ausschlag für seine finale Entscheidung.

6. Mehrere Standbeine: Du bist leidenschaftlicher Fotograf und gleichzeitig ein begnadeter Webdesigner? In umsatzschwachen Monaten kannst Du damit etwas Geld in die Kasse spülen. Ich empfehle Dir jedoch, Fotograf und Webdesigner nicht auf einer Webseite zu spielen. Dies kann seitens der Interessenten falsch aufgefasst werden. Warum? Interessenten und bestenfalls daraus resultierende Kunden möchten immer einen Fachmann.

Wenn Du zum Beispiel mehrere Dienstleistungen anbietest, könnte es heißen, Du bietest viel an, aber es erweckt auch den Eindruck, dass Du nicht zwingend ein Fachmann (Spezialist) auf einem Gebiet bist, sondern eher eine Person, die mehrere Begabungen in verschiedenen Bereichen (Generalist) hat, aber eben kein Spezialist ist. Im genannten Beispiel empfehle ich Dir, im Bereich von Webdesign und der Fotografie jeweils eine eigene Webseite zu erstellen. Natürlich können diese von einer gegenseitigen Verlinkung profitieren.

Beispiel gefällig? „Sie benötigen professionelle Bilder? Ich bin seit x Jahren leidenschaftlicher Fotograf…“
Dazu kannst Du ein paar Deiner Werke im Portfolio abbilden, am besten bereits eingesetzt bei einem Webseitenprojekt.

7. Reinvestiere in Marketing: Vorweg ein Zitat von Henry Ford: Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen, kann ebenso die Uhr anhalten, um Zeit zu sparen. Natürlich sollte man nicht sinnlos das Geld aus dem Fenster werfen, aber Werbung ist sinnvoll. Wichtig dabei ist, genau zu analysieren, welcher Kanal Sinn macht. Hierzu eignen sich sogenannte Trackings, mit denen Du prüfen kannst, ob eine getätigte Investition den gewünschten Erfolg gebracht hat. Bei Offline-Medien kann es mitunter schon mal schwieriger werden, diese zu tätigen, aber ich frage sehr häufig meine Kunden, wie sie auf mich aufmerksam geworden sind und erhalte dadurch gutes Feedback, welche meiner bespielten Kanäle besser gepusht werden sollten oder welches Medium kaum Relevanz für meine Kunden hat.

Fazit: Ein wichtiger Tipp für alle Aktionen: Bleib stets freundlich und sachlich. Ich weiß, dass es nicht immer leichtfällt, aber für mich hat Freundlichkeit etwas mit Respekt und Professionalität zu tun. Eine Reputation kann innerhalb kürzester Zeit durch ein falsches Wort und daraus resultierenden Folgen zerstört sein. Das geht in der digitalen Welt besonders schnell. Wähle Deine Reaktionen daher immer mit Bedacht!

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