Tipps wie man den Mond fotografiert

Schritt für Schritt zum Mondbild

Der Mond übt eine faszinierende Anziehungskraft auch für Fotografen aus. Für ein perfektes Mondbild ist eine gute Planung Voraussetzung. Einen geeigneten Termin um den Mond zu fotografieren findest Du im Mondkalender. Die schönsten Bilder entstehen wenn nur ein Teilbereich des Mondes sichtbar ist. Ähnlich der Portraitfotografie, kommen die Krater des Mondes viel besser zur Geltung, wenn er nur seitlich angestrahlt wird. Hast Du dazu noch einen wolkenfreien Himmel und einen Standort gewählt ohne zu viel Umgebungslicht (Stadtlicht), sind das sehr gute Voraussetzungen. Wie ich meine bisherigen Mondbilder gemacht habe, in Bezug auf Fotoausrüstung und Kameraeinstellungen, verrate ich Dir in diesem Artikel.

Grundausstattung Mondfotografie

  • Kamera, je nachdem, was Du hast z.B. eine Halb-/ oder Vollformatkamera
  • Teleobjektiv
  • Festes Stativ
  • Fernbedienung

Mondfotografie

Einstellungen und Vorgehensweise den Mond zu fotografieren

Es gibt eine Vielzahl an Wegen, wie der Mond fotografiert werden könnte. Welche Methode für Dich am besten geeignet ist, entscheidest Du selbst. Probiere aus, mit welcher Variante Du die besten Resultate erzielst.

  • Suche Dir eine dunkle Umgebung (Störende Lichtquellen, wie Laternen können das Endergebnis (Bild) beeinflussen)
  • Um Erschütterungen zu vermeiden, stelle die Kamera mit Stativ auf einen festen Untergrund
  • Gehe ins Menü deiner Kamera und suche den Punkt Spiegelvorauslösung und aktiviere diesen (sofern vorhanden) Damit ist gewährleistet dass vor dem Auslösen der Spiegel hochgeklappt wird. Alleine das hochklappen des Spiegels löst eine minimale Erschütterung der Kamera aus, die sich Nachteilig auf das Ergebnis auswirken kann
  • Mein Setup für das obige Mondbild: ISO 400, Blende 3.5, Belichtung 1/320. Belichtungsmessung: Spotmessung. Teleobjektiv 70-200mm und Funkfernbedienung
  • Sofern deine Kamera ein Liveview-Modus besitzt aktiviere diesen (Auf dem kleinen Monitor siehst Du bei der Scharfstellung mehr als durch den Sucher)
  • Platziere den Mond auf deinem Bild wo Du ihn hinhaben möchtest
  • Setze die Spotmessung direkt auf den Mond uns speichere diese ab
  • Sofern vorhanden, den Bildstabilisator ausschalten, um die Verwacklung möglichst gering zu halten
  • Um den Mond zu fokussieren wird geraten komplett auf manuell zu schalten (Probiere aus, womit Du das bessere Resultat erzielst – Ich habe für dieses Bild den Autofokus angelassen)
  • Ansonsten Scharfstellung manuell über den Sucher oder den Liveview-Modus
  • Drücke nun auf den Auslöser

Mond in der Innenstadt

Weitere Tipps und Infos

Warum die Fernbedienung

Jede kleinste Erschütterung der Kamera verursacht eine Unschärfe. Um diese möglichst gering zu halten, sollten alle möglichen Faktoren im Vorwege ausgeschaltet, beziehungsweise vermieden werden. Warum eine Funkfernbedienung und nicht eine Fernbedienung mit Kabel? Weil, selbst über das Kabel Schwingungen auf den Body übertragen werden können. Steht keine Fernbedienung zur Verfügung, kann man auch den Selbstauslöser nutzen. Diesen würde ich auf 3-5 Sekunden stellen, so das sich eine leichte Vibration durch das Betätigen des Selbstauslösers beruhigt hat. Achtet auf einen festen Untergrund. Steht ihr auf einem unbefestigten Untergrund, wie zum Beispiel auf Holzplanken, könnte sich eure Bewegung über die Planken aufs Stativ und damit die Kamera übertragen.

Ein massives Stativ

Stative die in der unteren Preisklasse angesiedelt sind z.B. um die 30,00 Euro. Sind anfällig für kleinste Erschütterungen. Von daher empfiehlt es sich lieber ein paar Euro mehr in die Hand zu nehmen. Zum einen hat man länger etwas von dem Stativ und kann es später auch gut für länger Langzeitbelichtungen oder HDR-Aufnahmen nutzen. Ich nutze ein Aluminium Stativ mit 3 Segmenten von Manfrotto mit einem 3-Wege-Kopf Standard mit Schnellwechselplatte.

Warum keine zu langen Verschlusszeiten

Selbst wenn es mit dem Auge nicht zu erkennen ist, bewegt sich der Mond und die Erde. Wählt man eine zu lange Verschlusszeit, erhält man auch hier wieder eine unschöne Unschärfe im Bild. Hier kann man mit der ISO experimentieren. Beachte, je höher Du mit dem ISO-Wert gehst, desto mehr Bildrauschen hast Du im Bild.

Fazit: Verlasse Dich nicht immer auf vorgegebene Einstellwerte. Sieh sie lieber als Anhaltswert! Anfangs ist es mir passiert, dass ich mich zum Beispiel zu sehr auf die Belichtungsanzeige verlassen habe und einen Teil des Mondes immer überbelichtet habe. Ist dies bei Dir auch der Fall, gehe mit der Verschlusszeit hoch. Selbst dann, wenn Dir die Belichtungswaage anzeigt, dass Du unterbelichtest.

Ich wünsche Dir viel Spaß bei der Mondfotografie

Einen Tag vor dem Supervollmond

Der XXL-Supervollmond

Das Bild am Anfang diesen Artikels schoss ich aus der Hand! Kein Stativ, keine Fernbedienung oder Spiegelvorabauslösung. Der Vollmond strahlte so hell, das ich ihn mit ISO 100, Blende 8 und 1/500 Verschlusszeit aus der Hand fotografieren konnte. Wie ihr seht, kommt es auch auf die Gegebenheiten an. Der Mond strahlte so wahnsinnig hell, das diese Kameraeinstellungen möglich waren. Am Abend des 27.09.2015 war Supervollmond, wie zuletzt 1982 zu sehen war und erst wieder 2033 zu sehen ist. Ich hatte mich wie ein kleines Kind auf den Abend gefreut und dazu hatten wir wolkenfreien Himmel.

Was dazu sehr selten ist, war der Mond in einem schwachen roten Licht erschienen. Eigentlich sollte dies im Kernschatten der Erde nicht zu sehen sein, aber die Atmosphäre begünstigte das rötliche Glimmen – Das wird Blutvollmond genannt. Alles zusammen war der Mond zirka 14% größer als sonst am Abendhimmel. Das ganze Spektakel war am besten in den frühen Morgenstunden zu erkennen. Wer nichts verpassen wollte, beobachtete dieses Phänomen ab kurz nach 3.00 Uhr in der früh.

Sternenhimmel

Wie entsteht so eine komplette Mondfinsternis?

Die Mondfinsternis entsteht wenn Sonne, Mond und Erde in einer Reihe liegen. Dabei die Erde das Licht der Sonne verdeckt und sich damit der Mond im Schatten der Erde aufhält. Das ganze Schauspiel kann mit dem bloßen Auge wahrgenommen werden. Wer hat, sollte sich den Vollmond mit dem Teleskop oder Fernglas anschauen. Zu finden ist der Mond in Blickrichtung Südwesten.

Ein Mondspaziergang mit der Nikon Coolpix P900 Digitalkamera

Ein Bekannter schickte mir aufgrund meines letzten Vollmondbildes das Video. Ein Wahnsinn, wie gut diese Digitalkamera arbeitet und wie Nah man gestochen heranzoomen kann! Wer die Oberfläche des Mondes fast mit der Hand berühren möchte, dem kann ich die Nikon Coolpix P900 wärmsten empfehlen. Wenn man bedenkt, was man sonst für eine Vollformatkamera mit Teleobjektiv ausgibt, bewegt sich der Preis dieser Kamera im erschwinglichen Rahmen.

2 Comments

  1. Du schreibst zum Thema „Mond fotografieren“:
    „Bei Neumond lassen sich die besten Bilder machen, weil diese Nacht immer besonders dunkel ist.“

    Ähem.
    Den Mond bei Neumond fotografieren?
    Das funktioniert nicht ….

    Eher den Rest vom Nachthimmel, darum geht es in diesem Beitrag aber eher nicht.

    lG
    Gerhard

    • Hallo Gerhard,

      danke, für Dein Kommentar. Du hast vollkommen Recht. Der Neumond ist perfekt dafür geeignet den Sternenhimmel zu fotografieren, aber nicht den Vollmond. Sternenhimmel- und Mondfotografie habe ich in dem ersten Block miteinander vermischt. Das habe ich nun angepasst. Ich danke Dir, das Du mich darauf aufmerksam gemacht hast. Ich wünsche Dir eine schöne Woche.

      Viele Grüße
      André

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