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Interview mit dem Illustrator Malte von Tiesenhausen

Ich lernte Malte von Tiesenhausen beim IHK Symposium Kreativwirtschaft in Lübeck kennen, wo er als Panelteilnehmer eingeladen war. Da ich seit der Gründung beim Arbeitskreis Kultur- und Kreativwirtschaft dabei bin, freute es mich, dass so viele Interessierte der Einladung gefolgt waren. Obwohl ich als Fotograf vor Ort war, konnte ich Malte von Tiesenhausen bei seiner Arbeit beobachten, als er die verschiedenen Themen auf einem großen Whiteboard-Banner visualisierte.

IHK Symposium Kreativwirtschaft
IHK Symposium Kreativwirtschaft

Wer nicht fragt bleibt dumm

Seiteninhalt

Da ich regelmäßig Menschen zu mir einlade, um mich über die Fotografie auszutauschen, dachte ich, wer wäre besser geeignet, über das Thema Kreativität zu sprechen als Malte. Er stimmte sofort zu, und nachdem ich ihm einen Tag später eine E-Mail geschickt hatte, antwortete mir seine Partnerin Daniela Volkert prompt. Wir vereinbarten einen Termin, und ich versprach, ihm in den nächsten Tagen die Interviewfragen zu schicken. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch über zwei Wochen Zeit. Die weiteren Tage vergingen schnell und so setzte ich mich am letzten Wochenende vor dem Termin an die Fragen.

Meine Fragen an Malte von Tiesenhausen

Vor jedem Interview recherchiere ich gründlich alles, was über meinen Interviewpartner im Internet zu finden ist. Bei Malte war dies nicht schwer, da es bereits viele Informationen über ihn gab, einschließlich früherer Podcasts. Obwohl ich darüber nachdachte, mich davon inspirieren zu lassen, entschied ich mich dafür, mit frischen Gedanken an die Fragen heranzugehen. Bereits aus den Gegenden, in denen Malte lebt, ergaben sich die ersten Fragen bzw. Schnittpunkte. Dann stieß ich auf den Begriff „Baron Malte“ und fragte mich, wie er darauf gekommen war. Diese Frage nahm ich ebenfalls in meine Liste auf, und nach und nach füllte sich so mein Fragenzettel.

Der Tag des Interviews ist endlich da

Am Tag des Interviews rief Malte kurz an, um mitzuteilen, dass er sich ein wenig verspäten würde, da er eine falsche Ausfahrt genommen hatte. Das war kein Problem, und als er gegen viertel nach drei ankam, begrüßte ich ihn draußen vorm Haus. Es fühlte sich an, als begrüße man einen alten Freund nach langer Zeit. Malte von Tiesenhausen strahlte vor Freude, und wir trugen seine Sachen ins Haus. Nach dem ersten Kaffee tauschten wir uns kurz vor dem Interview aus. Ich erklärte Malte den Ablauf, goss uns Wasser ein, und wir setzten uns in das eigens für Podcasts und Videos aufgebaute Setup. Nach einem kurzen Check starteten wir die Aufnahmen.

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Das Interview aufgeteilt in drei Blöcke

Da ich die Canon R6 für Videoaufnahmen verwende, beträgt das maximale Zeitfenster stets eine halbe Stunde – danach schaltet sich die Kamera ab, um nicht zu überhitzen. Ich setze daher immer einen Timer, um im Blick zu haben, wann ich die letzte Frage stellen kann, damit der Interviewpartner nicht durch das Abschalten während seiner Antwort unterbrochen wird. Das Interview gliederte sich somit in drei Blöcke mit zwei kurzen Unterbrechungen für Kaffee und Kuchen. Am Ende verbrachten wir über vier Stunden zusammen, die wie im Flug vergingen. Aber zurück zum Interview, das mit Maltevon Tiesenhausens Vita begann.

Kurzer Einblick in Malte von Tiesenhausens Vita

Malte von Tiesenhausen wurde 1979 in einem Schleswiger Krankenhaus geboren. Ursprünglich sollte es eine Hausgeburt sein, aber der behandelnde Arzt hatte eine andere Meinung. Malte wuchs in Treia in der Nähe von Schleswig auf, wunderschön gelegen an der Treene, vor den Toren der Stadt. Es hatte eine Art Bullerbü-Flair, wie Malte es beschrieb. Er liebte die Landschaft und den blaugrauen Himmel mit einem Regenbogen, den es nur im echten Norden, nur in Schleswig-Holstein, gibt. Malte fühlte sich eng mit dieser Landschaft und den Menschen verbunden. Mit neun Jahren zog die Familie weg, was für Malte eine prägende Erfahrung war, besonders während des Wendesommers. Sie zogen aus beruflichen Gründen der Eltern allesamt nach Pinneberg, einem Vorort von Hamburg.

Malte von Tiesenhausens Vita
Die Vita Malte von Tiesenhausen

Malte studierte Kommunikationsdesign in Hamburg

Malte studierte 1998 nach seinem Abitur zunächst zwei Semester Psychologie, merkte jedoch bald, dass dies nicht seine Leidenschaft war. Er suchte nach etwas Kreativem und fand sein passendes Studium im Kommunikationsdesign in Hamburg. Malte von Tiesenhausen spezialisierte sich als Illustrator und schloss sein Studium 2004 ab. Nach einer Zeit als Freelancer unter dem Label Baron Malte gründete er schließlich TheCore, gemeinsam mit Daniela Volkert, einer Kommunikationsexpertin. Das Duo ist seitdem erfolgreich tätig. 2008 wurde Malte mit dem Deutschen Cartoonpreis ausgezeichnet.

Interview mit Malte von Tiesenhausen
Interview mit Malte von Tiesenhausen

Erster Block – Start des Interviews

Als ich an den Punkt kam und Pinneberg ansprach, gab Malte zum Besten: Dem Hamburger zum Ärger schuf Gott den Pinneberger. Und danach? In seinem Zorn schuf er Itzehoe und Elmshorn. PI = Provinz Idiot. Ja, dieses Nummernschild darf ich spazieren fahren und alle Hamburger freuen sich. Hierhin ist Malte im Spätsommer 2019 gezogen. Das war kurz vor dem Lockdown. Die vorherige Wohnung bezeichnet er als „Hamburger Schuhkartonwohnung“. Die neue Wohnung in Pinneberg bietet mehr Platz und hat dazu einen Garten. Dazu ist man mit der S-Bahn S3 schnell in Hamburg.

Wer beobachtet mich?

Ich blicke auf mein Mikro. Auf meinem Mikro klebt ein Augenpaar, quasi hat mein Mikro Augen bekommen und schaut mich erwartungsvoll an. Ich frage Malte, was es mit dem Augenpaar auf meinem Mikro zu tun hat. Malte antwortet: „Ja, das ist so ein bisschen meiner Profession geschuldet. Ich glaube, Visualisieren in der Kommunikation, der kreativen Kommunikation, die muss ansprechend sein und dafür steht dieses Augenpaar. Setz irgendeinem Gegenstand zwei Augen auf und er wird zum Akteur, dann will man sich mit ihm verbinden.

Wer beobachtet mich?
Wer beobachtet mich?

Vielleicht kennen es einige von euch auch, dass man ein Gesicht in der Steckdose entdeckt. Ja, da sind wir, sehr früh in unserer Kindheit psychologisch geprägt. Die ersten Wochen, in denen wir mit unseren Augen noch nicht so klar fixieren können; es beugen sich immer große Flächen mit zwei dunklen Punkten über uns. Ja, und da passieren meistens gute Sachen, das heißt, wenn wir die Augen ausschalten können in einer Fläche, dann fühlen wir uns angesprochen, und das kann man eben zum Zeichnen, zum Visualisieren, zum kreativen Kommunizieren total gut benutzen, indem man Gegenstände so zu Akteuren macht.“

Wie lange habe ich nicht mehr geknetet?

Malte von Tiesenhausen gab mir auf dem IHK Symposium eine kleine Schachtel mit, in der sich grüne Knetmasse und ein Augenpaar aus Kork befand. Ich sah es quasi als Hausaufgabe, wenn Malte kommt, hieraus etwas zu formen – aber was? Ich setzte mich an meinen Schreibtisch und blickte auf dieses kleine Stück Knetmasse, erinnerte mich, was Malte auf seinem Utensilienschrank stehen hatte und entschloss mich, irgendein Fabelwesen mit Beinen und Hals zu modellieren. Weiße Knete für Zähne, wie ich sie bei einer Figur bei Malte gesehen hatte, gab es nicht, aber ich wollte meiner Kreatur einen Mund spendieren und nahm einen Teelöffel zu Hilfe um einen Mund zu formen. Am Ende stand die Figur auf einer Schachtel, die ich neben uns ins Setup der Podcast-Sendung stellte. Sie sah aus, wie eine Mischung aus Hund und Giraffe, ich hatte also einen Giraffenhund erschaffen.

Formidabbles
Formidabbles

Kneten kann auch Stresslöser sein!

Als Malte die Figur sah, strahlte er noch mehr. Es huschte noch mal mehr etwas über sein Gesicht, das ich nur strahlend nennen konnte. Malte sagte: „Du hast genau das gemacht, was man machen sollte, denn darum verteile ich diese Knete, wie auch diese Augen. Die Schachteln nutze ich auch in Visualisierungstrainings in Unternehmen. Das ist dann Tag eins und Kapitel 5: Emotionen und Figuren. Die Formidabbles, wie wir sie nennen. Für Menschen, die lernen, die Neues aufnehmen, die sich neue Inhalte erschließen, ist auch das Begreifen.

Das Haptische ist ganz wichtig, die kinästhetischen Lerntypen fühlen sich halt meistens angesprochen, wenn du Lernhinhalte mit was Anfassbarem, mit einem gegenständlichen Anker verbindest und darum geht es auch beim Zeichnen. Wie funktionieren Körper, wie bewege ich eine Figur oder wie wirkt sie: eher groß oder klein oder ein bisschen anders skaliert. Das kann man sich mit Knete gut erschließen und ist auch ein bisschen ein Stresslöser. Man tut etwas mit den Fingern, ist trotzdem irgendwie fokussiert und schaltet sein kreatives Denken an. Wenn man es dann eben mit diesen Augen kombiniert, ist sofort ein Gesicht da und man hat einen kleinen netten Effekt, so wie jetzt hier dieser Giraffenhund.“

Kneten kann auch Stresslöser sein!
Kneten kann auch Stresslöser sein!

Kurzer Rückblick auf das Studium

Ich fragte Malte, ob Psychologie nichts für ihn war. Malte fing an zu erzählen: „Das war ehrlicherweise so ein bisschen reingeschnuppert. Ja, ich wusste natürlich auch überhaupt nicht, was ich machen wollte. Wenn ich ganz ehrlich bin, ich wusste damals schon, ich will was Kreatives, was mit Zeichnen machen. Aber das habe ich mir natürlich überhaupt nicht eingestanden und darum habe ich mich dann erstmal in irgendwas eingeschrieben. Damals gab es ja noch die zentrale Vergabestelle für Studienplätze, die ZVS, und die schickte mich eben nach Greifswald an die Ostsee. Wunderbar, herrlich.

Ich habe das sehr genossen damals, so um die Jahrtausendwende. An der östlichen Ostseeküste zu wohnen, kurz vor der polnischen Grenze, traumhaft. Ich habe da wirklich ganz, ganz tolle Erfahrungen gemacht und sehr gerne studiert, aber halt auch gemerkt, das ist nicht mein Weg. Darum habe ich nach einem Jahr abgebrochen und Werbefuzzi studiert, also Kommunikationsdesign oder Grafikdesign. Das war an der Designfactory in Hamburg damals noch, in der Kastanienallee direkt hinter dem Operettenhaus. Ich glaub, damals lief sogar noch Cats, wenn ich mich nicht irre. Und jetzt sitzen sie an der Agency, glaube ich.“

Switch zum Illustrator
Switch zum Illustrator

Switch zum Illustrator

„Das war für mich so ein Schritt der Selbstermächtigung, zu sagen: Ich will hier der Illustrator oder der Zeichner sein, der Künstler eben. Das habe ich mir am Anfang der Ausbildung nicht zugestanden, sondern irgendwas mit Medien; ja, wenigstens irgendwas Kreatives. Das war das, was ich mir erlaubt habe, zu denken oder mir zuzutrauen. Ich habe eigentlich das Studium vor allem gebraucht, um für mich selbst sicher zu werden, dass es das ist, was ich machen will, für das ich auch brenne und auf das ich Bock habe, meine Zeit reinzustecken. Mehr aus mir rauszuholen, um zu schauen, was ich da noch machen kann und irgendwas in die Welt zu bringen. Dafür habe ich das ganze Studium gebraucht, um mir das am Ende einzugestehen.“

Verschreibt sich ein Illustrator auch mal?

Als ich Malte von Tiesenhausen so zusah, dachte ich mir, was ist wenn er sich, verschreibt. Da zeichnet man so vor sich hin und dann merkt man, oh da fehlt jetzt was! Was macht man dann, fragte ich Malte also. Er antwortete: „Ich benutze das Tombow Produkt. Ein TippEx-Abroller ist eigentlich nicht das richtige Wort. Eher Maskierband von der Firma Tombow. Aber zum Glück verschreibe ich mich nicht so häufig oder ich finde die Fehler einfach nicht und niemandem fällt es auf. Vielleicht habe ich auch nur Glück.“

Was sind Graphic Recordings?
Was sind Graphic Recordings?

Was sind Graphic Recordings?

Für alle, die es vielleicht noch nicht gesehen haben, Graphic Recordings sind großformatige Papierbögen – im klassischen Fall anderthalb Meter hoch, mehrere Meter lang, je nachdem, wie lang die Veranstaltung dauert oder wieviel Platz man dem Ganzen gibt. D ist das quasi wie bei Gesprächsnotizen. Es wird geschrieben und gezeichnet, worüber an dem Tag gesprochen wird. Man sieht viele kleine Szenenbilder, Icons oder kurze beschreibende Situationen oder je nachdem, wie das aufgebaut ist, vielleicht auch eine Landschaft, den Verlauf des Tages. Wie ein Berg erklommen wird oder man einen Weg bis zum Ziel zurücklegt oder gemeinsam einen Graben überwindet.

Wie hält man beim Graphic Recording den Anschluss?

Ich fragte mich, wie man es schafft, bei den ganzen angesprochenen Themen den Anschluss zu halten. Während man zeichnet, sind die Gesprächsteilnehmer ja häufig bereits bei einem neuen Thema. Malte grinste und antwortete: „Königsklasse! Also erstmal ist es natürlich auch eine reine Übungssache. Ich mach das jetzt schon viele Jahre und dann ist man einfach locker da drin, aber das ist am Ende wirklich nur eine Frage des Übens und des Machens – so wie wenn man ein neues Instrument lernt. Nach den ersten zwei bis drei Wochen geht’s noch nicht so schnell, aber zwei bis drei Jahre später, da ist man sehr gut in dem, was man tut.“

Illustratoren hören bewusster zu
Illustratoren hören bewusster zu

Illustratoren hören bewusster zu

„Aber generell mache ich das, was jeder Zuhörende macht. Vielleicht mach ich es nur etwas bewusster. Wenn man einen Inhalt aufnimmt, sich eine Konferenz zum Beispiel reinzieht, dann geht man ja erstmal mit einer bestimmten Perspektive rein. Ich bin jetzt hier als Teilnehmer so und so und mich interessiert das und das; was erzählen die denn hier so zu dem Thema, was ist neu für mich, was finde ich spannend, was ist mir vielleicht egal. Man hört also mit einer Perspektive zu und ich glaube, das braucht man um neue Inhalte aufnehmen zu können.“

Gesprochenes Wort mit alten Dingen vergleichen

„Dass man quasi permanent einen Assoziationsabgleich macht mit dem, was man hört. Ah, der sagt jetzt das, das habe ich doch schon mal gehört, oder? Da fällt mir jenes zu ein oder man hat ein Bild im Kopf. Das erinnert mich an Tante sowieso, die sp und so gesagt hat. Während ich neue Inhalte aufnehme, mache ich permanent einen Abgleich und assoziiere. Eine Assoziation muss ich machen, damit ich überhaupt erstmal ein Wort auf meiner Matrix festhalten kann. Daraus ergeben sich dann einzelne Gedanken und dann versuche ich mir einen roten Faden daraus zu spinnen; was will mir der Künstler, der Keynote Speaker oder der Präsentator denn eigentlich sagen oder die Moderatorin oder die Fachexpertin, die ich mir hier gerade anhöre.“

Einzelne Kernaussagen ergeben das große Ganze

„Ich glaube, das machen alle Leute beim Zuhören, dieses ständige Abgleichen, was fällt mir dazu ein, was sagt mir das, was hat das mit mir zu tun; und dann eine sinnvolle Verbindung zwischen diesen einzelnen Assoziationspunkten herzustellen. Im Grunde genommen, mache ich genau das –  nur das ich das Zeichnen dazwischenschalte und die Kernaussagen und Bilder festhalte. Üblicherweise wird dann meist ein zusammenhängendes Ganzes daraus. Ich gehe natürlich mit einem bewussten Ziel in die Workshops rein. Ich werde üblicherweise bezahlt dafür, dass ich das mache, das ist mein Job, das heißt, ich stimme das vorher mit dem Auftraggeber ab, was wollt ihr mit dieser Veranstaltung eigentlich erreichen, wen wollt ihr erreichen, was sind die wichtigsten Gedanken, um die es heute geht? Tragen die Mitarbeiter, nachdem sie aus diesem Teammeeting rausgehen, einen Satz im Herzen, den sie mit rausnehmen? Wie würde dieser lauten? Dieses vorher besprochene Ziel nehme ich in die Workshops mit rein.“

Einen Satz im Herzen rausnehmen
Einen Satz im Herzen rausnehmen

Was hat es mit „Baron Malte“ auf sich?

Wieder grinste Malte und sagte: „Das ist ganz einfach zu beantworten: Das ist mein Titel, weil ich einem alten, deutsch baltischen Adelsgeschlecht entstamme, eigentlich an der Weser zwölfhundertfünfzig, so erst um urkundliche Erwähnung, aber dann gingen zwei der Sprösslinge dieser Familie zusammen ins Baltikum, um die dort lebenden Völkerschichten dem Christentum zuzuführen. Den Menschen dort ein bisschen Organisation bringen und so, das hat man ja alles noch entsprechend verbrämt damals. Ja, ein Ritter und ein Bischof waren das. Zwei von Tiesenhausens Cousins haben da dann mit anderen deutsch-baltischen Familien die Gegend über Jahrhunderte dominiert, solange es das Feudalsystem gab und haben da dann eben auch später noch gelebt, erst als Gutsbesitzer und später dann eher bürgerlich. Ich bin Baron Malte von Tiesenhausen vom Namen her, aber seit der Weimarer Republik gibt es keinen deutschen Adel mehr. Name und Titel sind nicht mehr mit Privilegien verbunden.

Seriöser Illustrator

Manchmal denkt man, aber dafür zum Glück auch nicht mehr mit irgendwelchen Pflichten, das ist wahrscheinlich alles ganz gut so; ich lebe ja gerne in einer liberalen Demokratie und so ist mir am Ende nur dieser Titel geblieben. Daraus hat sich dann der Name ergeben: Baron Malte. Den Namen habe ich für mein erstes Projekt benutzt, als ich fertig war mit der Ausbildung, das hieß: Ninja hinter den Schatten. Das ist damals beim Carlsen Verlag erschienen. Zwei Bände. Edutainment, ein Manga über die historischen Ninja. Das habe ich unter diesem Namen gemacht, um mich ein bisschen abzugrenzen, weil ich neben dem, was ich sozusagen als normaler, seriöser Illustrator gemacht habe, schon damals ein bisschen Werbung gezeichnet habe, für verschiedene Agenturen und verschiedene Administrationsjobs; sozusagen meine Comiczeichneridentität. Ich weiß gar nicht, ob ich das heute noch so entscheiden würde. Den Namen finde ich ganz gut, aber vielleicht komme ich ja nochmal irgendwann wieder darauf zurück; inzwischen hat sich aber Malte von Tiesenhausen eingebürgert.“

Ich bin Malte von Tiesenhausen!
Ich bin Malte von Tiesenhausen!

Preisträger deutscher Cartoonpreis

2008 erhielt Malte von Tiesenhausen den Deutschen Cartoonpreis. Malte fügt hinzu: „Ich bin Preisträger des deutschen Cartoonpreises, das heißt, ich habe nicht den ersten Platz gemacht, sondern ich war der Zweite oder der Dritte, Ich bin mir gar nicht mehr ganz sicher. Der Preis wird von der Frankfurter Buchmesse und dem Carlsen Verlag ausgelobt. Aber eben dezidiert, auch als Nachwuchspreis. Man konnte sich dort bewerben und seine Arbeiten einreichen und das habe ich gemacht. Ich hatte das Glück, dass die mich mit ausgewählt haben. Das war ganz wertvoll für mich damals, weil es ein schöner Push war und vor allem, weil ich dadurch auch wieder neu mit dem Carlsen Verlag in Kontakt gekommen bin, wo dann letztendlich auch dieses Comicbuch erschienen ist. Es war ein schöner Preis und hat viel Freude gemacht damals und ich kann es immer noch in meine Vita schreiben.“

Was sind die Schwerpunkte seiner Arbeit?

Dazu habe ich im Vorfeld des Interviews einige Schwerpunkte im Netz gefunden und zählte sie beim Treffen mit Malte auf:

  • visuelle Begleitung von Prozessen und Workshops,
  • Leitung von Zeichenworkshops und
  • Illustrationen von komplexen Themen und Inhalten.

Ich fragte Malte: Habe ich schwerpunkttechnisch irgendwas vergessen?

Malte von Tiesenhausen antwortete: „Nein, das deckt alles ab. Um noch mal kurz die Historie zu ergänzen: Erst studiert, dann angefangen als Illustrator zu arbeiten, das Comicbuch erstellt. Als dann meine Kinder geboren wurden, musste ich ein bisschen mehr verdienen, da habe ich wirklich viel Werbung und Storyboards gezeichnet, dazu ganz unterschiedliche Illustrationsaufträge gemacht. Aber dann wollte ich doch nochmal eine Veränderung, weil nur zu Hause sitzen war mir dann doch zu wenig und ich wollte gerne das Zeichnen damit verbinden, Leute zu treffen. Dazu bin ich gerne mal an anderen Orten.“

Live-Visualisierung
Live-Visualisierung

Zeichnen und mit Menschen in den Austausch kommen

Malte sprach weiter: „Ich fahre gerne mal wohin, ich interessiere mich für andere Menschen und was sie so tun; man entwickelt dadurch ja auch eine gewisse Dankbarkeit anderen Menschen gegenüber, die dafür sorgen, dass es überall diese schöne Infrastruktur gibt, in der ich mich bewegen darf. Ich find’s toll, mit Leuten in Kontakt zu sein. Leute vollzuquatschen und zeichnen; ich habe versucht, beides miteinander zu verbinden: live sein und eben als Zeichner agieren und hab da verschiedene Sachen ausprobiert. Am Ende bin ich bei Graphic Recording, der Live-Visualisierung gelandet.

Startschuss 2011

Das war im Jahr 2011. In dem Jahr habe ich das erste Graphic Recording gemacht – und das hat total gut funktioniert, hat mir Spaß gemacht und das habe ich wirklich viele Jahre ganz exzessiv betrieben. Damals zusammen mit einer Struktur mit einem Netzwerk Visual Facilitators, das ich damals mit aufgebaut habe und seit mehreren Jahren jetzt unter dem eigenen Brand TheCore. Seitdem hab ich das Ganze auch noch ein bisschen mehr aufgefächert: Live-Begleitung, Visualisierungstrainings, anderen beibringen, wie kann man das als eine Fähigkeit selber nutzen? Nutzen eben im beruflichen Kontext. Aber ansonsten fasse ich es immer so zusammen.

Gemeinsam kreativ sein!
Gemeinsam kreativ sein!

Was wir (Daniela Volkert und ich) in verschiedenen Feldern erarbeiten ist: Visualisierung oder Kreatives kommunizieren um Infos aufzunehmen. Um Informationen zu verarbeiten, durchzudenken, zu planen, um zu präsentieren, um zu erklären oder um zusammenzuarbeiten, zu kooperieren; in den Bereichen bewege ich mich, das ist manchmal Graphic Recording, und manchmal ist es eher ein visueller, interaktiver Vortrag, und dann ist es eher ein: Purpose deep Dive Workshop mit Einzelnen oder mit einer Gruppe oder Coaching ähnlichen Situationen. Oder es ist ein Training oder ein Teamtag oder eine große Gruppenarbeit, ganz unterschiedliches Zeug, aber es kommt immer Visuelles oder ein kreatives Erzeugnis darin vor.“

Ich beobachtete Malte ganz genau und ließ das gesprochene Wort auf mich wirken. Es ist wundervoll, anzusehen, wie jemand so voller Freude von seiner Arbeit erzählt. Das finde ich das Tolle an Menschen, die ihre Passion gefunden haben, die sich die Zeit genommen haben, ihre Leidenschaft zu finden und dann auch auszuleben.

Malte Tiesenhausen kommt durch seine Arbeit viel rum!

Das Weiteste, wo er bisher war, waren die Philippinen und Indien. Er sagte: „Ein Kunde von mir hat dort ein Werk. Im Rahmen einer längeren Begleitung fand dort auch ein Workshop statt. Auf den Philippinen war es eine maritime Business-Konferenz. Meistens bin ich aber im deutschsprachigen Raum tätig und nur hin und wieder im europäischen Ausland unterwegs. Wenn ich Glück habe, bin ich bald auf Malta, aber das ist noch nicht ganz in trockenen Tüchern – zum Thema: Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Trotz des Reisens ist es auch schön, zuhause zu sein. Zuhause finden ja die kleineren, die feineren Erkenntnisse, der Diamantschliff, statt, wo man sich ganz nah und verbunden fühlt und dann trotzdem auch dort nochmal was Neues entdecken kann. Deshalb arbeite sehr gerne im Norden.“

Ich blickte auf meinen Timer, die 30 Minuten waren fast um. Ich sagte zu Malte, dass wir mal eine kleine Pause einlegen würden und es Zeit für eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen wäre. Die Kamera hätte da dann die Gelegenheit, sich etwas abzukühlen. Malte ergänzte: „Ja, und den Mohnkuchen sparen wir uns auf für den Abschluss!“

Zweiter Block – frisch gestärkt ans Werk

Nach der kleinen Stärkung konnte es weitergehen; „Ich bin schon ganz aufgeregt“, sagte Malte. Ich warf in den Raum: „Oh, ich hoffe, das ist nicht wegen dem starken Kaffee, den ich gerne sehr stark trinke.“ Malte lachte uns sagte: „Wenn ich zu hibbelig werde und zu schnell und zu viel quatsche, unterbrich mich!“ Und weiter ging es mit unserem Interview.

Was ist Malte von Tiesenhausens Arbeitsstil?

Knüpfen wir an den Fragen an. Ich habe Folgendes zu deinem Arbeitsstill im Netz gefunden:

  • Klar und reduziert,
  • humorvoll und einprägsam,
  • mit Fokus auf die Essenz der Botschaft.

Malte hörte aufmerksam zu und entgegnete: „Schön gesagt. Ja, ich bin natürlich total davon überzeugt, dass ich einen ganz abwechslungsreichen und vielfältigen Stil habe. Aber ich bin mir sicher, in Wirklichkeit kann man ganz gut erkennen, das hat Malte von Tiesenhausen gezeichnet. Aber tatsächlich variiere ich in meinem Stil ein bisschen zwischen den Dingen, die du genannt hast: manchmal ganz klar und reduziert und manchmal auch ausgeschmückt und malerisch, ein bisschen was von dem, was eine Veranstaltung braucht.

Bergkulissen und Märchenschlösser

Es ist vielleicht eine Session, wo wir Werte entwickeln oder wo wir Leitsätze ausformulieren müssen oder wo wir tief in unsere Kultur eintauchen oder so. Vielleicht mit Gruppenspielen oder einem Ritual dabei. Dann würde ich bestimmt eine Darstellung wählen, die ein bisschen ausgeschmückter ist. Manchmal findet man in Graphic Recordings auch Bergkulissen und Märchenschlösser und reißende Wildbäche und weite Landschaften. Und manchmal braucht es eben dann wieder eine absolut reduzierte Klarheit.

Leitsätze formulieren
Leitsätze formulieren

Fast schon Strichfiguren und ein, zwei Kernsätze: Überschrift oben drüber, das wichtigste Wort hervorgehoben, das ist es -ganz klar reduziert. Es kommt wirklich darauf an, was für eine Situation haben wir hier?“

Nebenher schielte ich neben unserem Gespräch immer auf mein Tablet, auf meine gemachten Notizen und teilte Malte meine Gedanken mit: „Ich überlege und überblättere gerade ein paar Fragen, weil du einige Dinge bereits beantwortet hast und wir noch nicht mal an dem Punkt sind, an dem ich dir die eigentlichen Fragen stellen wollte; obwohl wir bis hierher schon einige Fragen – oder besser gesagt du – beantwortet haben.“ Wir kamen auf verschiedene Zitate zu sprechen, die Malte von Tiesenhausen in all den Jahren seiner Tätigkeit mal von sich gegeben hat. Als wir damit fertig waren, ergänzte Malte

Humor ist ganz wichtig!

„Humor ist wichtig. Gerade auch in der kreativen Kommunikation, weil … was ist denn wichtig in der Kommunikation? Kommunikation bedeutet ja letztendlich irgendwie das Herz mit reinzunehmen. Hirn und Hand, das braucht es – ja, wir müssen kognitiv Inhalte rüberbringen, kognitiv Menschen überzeugen, damit sie dann zur Tat schreiten, damit Dinge manifest werden, aber ich glaube, das Emotionale muss mit getriggert werden, muss mit angespielt werden, muss mit angesprochen, abgeholt werden, darf sich – muss sich – auch äußern dürfen; gerade in dem Bereich, glaube ich, greift kreative Kommunikation ganz stark und das nutzt natürlich auch Humor, aber ob das jetzt das Einzige, das Wichtigste, ob es das wichtigste Element ist, das weiß ich nicht. Schwierige Aspekte humorvoll darzustellen, diese vielleicht auch mal mit einem kleinen Augenzwinkern zu transportieren oder die Sachen, die vielleicht ernst sind und schwierig, anzusprechen, auch mal ein bisschen leichter ansprechbar machen. Aber ich würde jetzt nicht sagen, es ist unbedingt immer alles witzig bei mir.

Sichtbar machen, was in dir steckt!
Sichtbar machen, was in dir steckt!

Gedanken sichtbar machen

Was in dir steckt, ist so einer meiner Hauptsätze. Denn ich glaube, darum geht es beim Visualisieren. Visualisieren heißt: sichtbar machen! Gerade wenn ich in meiner Arbeit versuche, Leute mit in den kreativen Prozess einzubinden, und das mache ich eben ganz viel oder ist das Hauptbestandteil meiner Arbeit, dann kommt da was raus, was vorher auch schon in den Leuten gesteckt hat, aber wachgekitzelt werden musste, durch den Kreativprozess einmal durchgespielt wird – und dann kommt üblicherweise was ganz Tolles raus. Ein tolles kreatives Kommunikationserzeugnis und vor allem eben dann, wenn man, und das war das dritte Zitat, das du hattest, wenn man sagt, in der Spannung, in der Schwierigkeit, im kreativen Prozess, in diesem Moment, in dem man denkt: Oh, das weiße Blatt Papier, was soll ich nur machen?

Das wird doch nie was! Ich bekomme doch nie das richtige Foto hin! Ach Mensch, das Licht, das steht einfach immer verkehrt oder der Ausschnitt und immer ragt mir irgendwas rein und der Vordergrund will nicht so wie er will und dann bricht mir die Tiefenschärfe weg oder so; in diesen Momenten liegt eigentlich ganz viel, glaube ich. Eine kreative Power, da meldet sich was, was auch mitbedacht werden muss oder was vielleicht noch nicht ganz rund ist. Und ich glaube, wenn man da sein Augenmerk drauflegt, dann fällt es leichter, zu erkennen, worum es eigentlich in seinen Ängsten und Bedenken geht. Das ist für mich der Kern der Sache, das worum es eigentlich geht, das, was rüberkommen muss auf dem Foto, auf dem Bild oder was so mitschwingen soll in dem Text, den man schreibt. Dieses Uplifting-Gefühl, das in dem Video mittransportiert werden soll; dass der Schnitt intuitiv genau da kommt, wo der Bass droppt oder so.“

Bin ich gut genug um meine Arbeit zu zeigen?

Als Malte von Tiesenhausen dann auf der Bühne saß und mit den anderen Panelgästen in den Austausch ging, sprach er einen Punkt an, der einem häufigen Gedanken von mir entsprach. Ich weiß gar nicht mehr, in welchem Kontext das genau war. Malte hatte in etwa gesagt: „Wir haben alle irgendwie Selbstzweifel bezüglich der Kreativität, ist meine Arbeit gut genug um sie zeigen?“ Ich bekomme seine genaue Aussage nicht mehr komplett zusammen. Auf jeden Fall fand ich das sehr gut, diese Selbstzweifel, die man hat, anzusprechen; ich kenne das ja auch, eben von der Fotografie, weil ich sage, okay, ich könnte noch besser werden, bin ich jetzt gut genug, auch jetzt, wo ich mit den Videos angefangen habe, sollte ich die wirklich schon raushauen? Sind die schon gut genug und so weiter. Ichfragte Malte: „Weißt du noch genau den Zusammenhang bezüglich dieser Selbstzweifel?“

Kreative Menschen sind besonders empathisch!
Kreative Menschen sind besonders empathisch!

Kreative Menschen sind besonders empathisch!

Malte nahm das Gesprochene auf und antwortete: „Ich habe mich ganz doll gefreut, dass du mich nach dem Panel darauf angesprochen hast, weil ich diesen Punkt so ein bisschen nachgeworfen hatte, weil wir bereits an dem Punkt der Abmoderation dieser Runde waren. Und dann habe ich das quasi nochmal schnell eingeworfen, weil ich glaube, das ist ein total zentraler Punkt in der kreativen Arbeit. Ich glaube, das was du, was ich, was wir Menschen, die kreativ arbeiten, machen ist, dass wir eben irgendwie eine emotionale Ebene berühren – weil wir vielleicht Antennen dafür haben.

Eine Kollegin von mir, eine Visualisierer-Kollegin, die Barbara Schneider: Barbara Loves to Draw – Grüße an dieser Stelle – hat das so ganz schön ausgedrückt mit: Ich habe etwas um mich herum, also stelle es dir wie so eine Art Medusa vor, nur sind es keine Schlangen, sondern Wahrnehmungsarme. Damit kann man ganz viel fühlen und spüren und merken und wahrnehmen. Ich glaube, das haben wir irgendwie alle, als kreativ arbeitende Menschen: eine starke Empathie oder Mitgefühl- oder Wahrnehmungsmuskeln. Darum nehmen wir natürlich auch Kritik mehr wahr. Kritik, die von außen kommt, aber auch die, die von innen kommt; die innere glaube ich vor allem ganz, ganz besonders.“

Der innere Kritiker
Der innere Kritiker

Der innere Kritiker meldet sich bei jedem Kreativen!

Malte fügte weiter hinzu: „Du hast mich vorhin gefragt, ob ich schon immer gerne gezeichnet habe; ja, habe ich, aber ich habe auch, wie fast alle Menschen, einmal aufgehört, als ich zwölf oder 14 Jahre alt war; weil da der innere Kritiker zu mir gesprochen hat: Ah, das sieht doch ******* aus, was du da zeichnest. Und alle anderen können das im Zweifelsfall besser und wenn nicht, dann ist das sowieso total uncool. Wer will das schon? Und was glaubst du eigentlich, wer du bist, dass du hier irgendwie was zeigen willst. Wer seine Arbeiten zeigt, macht sich als Kreativer sichtbar und setzt sich äußeren sowie der inneren eigenen Kritiken aus. Und darum glaube ich, ist es ganz normal, dass man auch diesen. Moment des Zweifelns, der Unsicherheit hat.

Die eigenen Gedanken, die man hat, sind nicht ungewöhnlich, aber das heißt ja nicht, dass man da stehen bleiben muss. Da sollte man raufsehen und sie annehmen. Man sollte sie nicht unterdrücken oder überwinden, sondern ich glaube, dass sich da was meldet, was zu Recht sagt: Hallo, achte darauf; latsch mal hier nicht drüber, guck mal, ob du das wirklich bist. Fehlt hier was? Versuchst du jemand zu sein, der du vielleicht nicht bist? Ich glaube, das sind vielleicht sinnvolle Fragen des inneren Kritikers, die man sich auch stellen darf, aber dass der sich so stark meldet, das kann ich nicht, das darf ich nicht, dass hoffentlich niemals rauskommt, dass ich eigentlich gar nichts kann. Das gute alte Impostor-Syndrom, dass sich so stark bei mir meldet, sagt doch nur, dass es einem wichtig ist, dass man Feuer hat, dass man da etwas schaffen will; dass man eine Vision von sich und von seinen Fähigkeiten hat.“

Ist Malte von Tiesenhausen irgendwann mal kreativlos?

Wenn ich Malte bei seiner Arbeit auf dem Whiteboard zusah und generell seiner Arbeit als Illustrator, fragte ich mich, ist auch er irgendwann mal an einem Punkt, an dem ihm partout nichts einfällt, an dem es ihm an kreativen Ideen mangelt. Daher stellte ihm diese Frage. Malte antwortete lachend: “Ja, jeden Tag ab 17 Uhr lasse ich den Stift fallen und dann stecke ich meine Lochkarte in das Lochkartenlesegerät. Feierabend, jetzt ist Schluss mit Kreativität, jetzt höre ich auf zu arbeiten; nein, nein, natürlich nicht – sondern, ich glaube, das ist eher so, ich weiß nicht wie es bei dir so ist, es ist so ein Mindset-Ding, das läuft doch weiter durch, aber ich zeichne nicht die ganze Zeit.

Vielleicht kann man hier jetzt einmal ansetzen mit einem Versuch, der Definition des Begriffes. Was bedeutet denn eigentlich kreativ sein? Also, wenn man jetzt sagt, kreativ sein ist, wenn ich ein schönes Bild male oder wenn ich ein Makramee-Gemälde knüpfe oder wenn ich Seidenmalerei in der Toskana betreibe oder so was, und wenn ich das nicht mache, dann bin ich eben nicht kreativ – also dann bin ich nicht immer kreativ. Ich kann auch mal eine Woche nichts zeichnen. Ich würde die Kreativität eher definieren als, dass es das Ne- Verknüpfen von bereits bekannten Informationen ist, ein äußerer Reiz und dann verknüpfe ich den mit dem bereits mir Bekannten. Also Informationen neu miteinander verbinden und dann kommt was raus und mal gucken, was dann passiert.“

Passive und aktive Kreativität
Passive und aktive Kreativität

Passive und aktive Kreativität

„Das ist für mich Kreativität, etwas kommt von außen auf mich zu, ich bekomme einen Impuls und dann verbindet sich was in mir und ich probiere etwas aus, bringe es nach außen und guck mal, was im Äußeren dann damit geschieht. Ich glaube, das ist eher ein Mindset, dass man immer hat. Dann sehe ich Phasen, in denen man aktiv kreativ ist. Also du machst die Fotos, jemand schmeißt die Kamera an, jemand hackt was auf die Tastatur ein oder erstellt einen Post oder singt einen Song oder schreibt einen Song oder sowas. Man produziert kreativen Output, kreativen Content und dann gibt es aber auch, glaube ich, wieder die passiven Phasen, in denen man Konsument sein muss, Konsument sein darf.

Wenn Kreativität das Verbinden von bereits bestehenden bekannten Informationen ist, dann muss ich ja auch mal eine neue Information einfüttern; und darum sind auch die aufnehmenden Phasen wichtig: mal gucken, was machen denn andere Leute so? Oder mal eine Ausstellung besuchen oder sich einen interessanten Podcast oder ein Video reinziehen. Von anderen etwas lernen oder ein Buch lesen. Momente, in denen ich nicht selber produziere, aber trotzdem neue Gedanken, neue Impulse aufnehme. Mein inneres, assoziatives Universum füttern, mit neuen Eindrücken. Ich glaube, dass ist auch ein ganz wichtiger Part und selbst wenn es von außen so aussieht, als wäre ich nicht kreativ: Ich bin immer kreativ!“

Von anderen etwas lernen!
Von anderen etwas lernen!

Hilft eine Deadline, die Routine oder ein Ritual?

Kreative kennen es, manchmal will es einfach nicht flutschen. Ein Text, der fertiggestellt werden muss, eine Transkription, aus der ein gut lesbarer Artikel geschrieben werden muss usw. Wie schafft man es, gefühlte Kreativ-Blockaden zu umschiffen und Dinge anzugehen und damit vom Tisch zu bekommen? Ich habe für verschiedene Aufgaben, Tageszeiten, die gut funktionieren. Neue Artikel schreibe ich gerne abends oder morgens. Abends bin ich fantasievoller, morgens analytischer. Aber blicke ich zurück, habe ich die meisten Texte am frühen Morgen bis mittags geschrieben oder dieses Zeitfenster über mehrere Tage genutzt, um einen längeren Artikel fertigzustellen. Ich fragte Malte, welchen Tipp er hat. Malte von Tiesenhausen überlegte kurz und antwortete: „Es ist natürlich immer auch eine Frage, wieviel Druck dahinter steckt: muss der Text bis Freitag 17 Uhr fertig sein, dann würde man ihn auch zu Ende schreiben. Also ich sag mal so: eine Deadline hilft so manchem auch dabei, zum Punkt zu kommen.“

Aber bezüglich meiner Ausführungen erkannte Malte von Tiesenhausen, worauf ich eigentlich hinauswollte: was ist, wenn es mal wieder nicht so läuft, mit dem kreativen Output. Er antwortete: „Du spielst so ein bisschen auf das Thema an, was ist, wenn es mal nicht so flutscht oder wenn es nicht so will, wenn der Geniestreich sozusagen auf Bestellung nicht sofort da ist? Ich glaube da hilft natürlich Routine, vielleicht helfen auch Rituale oder ritualisierte Handlungen, kreative Prozesse, die man anschmeißen kann und dann gerät man vielleicht auch in seinen Flow rein, á la der Appetit kommt mit dem Essen.“

Blockademomente überwinden

Malte von Tiesenhausen führte weitere Tipps aus: „Ich glaube, man kann es auch schaffen, solche Blockademomente zu überwinden. Entweder man geht es scheibchenweise an, wenn die Unlust da ist, zum Beispiel mit der Salami- oder Pomodoro-Taktik: ich stelle mir immer einen Wecker auf fünf oder zehn Minuten und mache nur bis dahin und dann erstmal wieder eine Pause oder dranbleiben, daran rumknabbern. Ich kenne auf jeden Fall auch die Momente, in denen man das Gefühl hat, der Strich will nicht gelingen.

Ich sitze hier also …dass eine ist ja Unlust, das Prokrastinieren und so weiter was jeder unter: Ich will nicht anfangen – die Anfangiritis und so kennt. Das würde ich jetzt auch noch nicht unbedingt als kreative Blockade bezeichnen; aber wenn alles da ist, was es braucht: Ich sitze im Lieblingssessel, der Tee steht hier und die Unterlagen zum Job liegen da. Ich habe mein Zeichentablett in der Hand oder du – ich weiß nicht, sitzt am Mischpult, es ist alles da, du hast dein Material, die Bilder, der Rohstoff ist da du bist da, du hast auch Bock, du hast eine Vision, aber es will dir einfach nichts gelingen und das Ding ist wie klebriger Teig und es wird immer schlimmer und immer grauer, je länger du dran rumknetest und solche Momente, die sind natürlich viel härter.“

Perspektivenwechsel
Perspektivenwechsel

Perspektivenwechsel: alles mal von einer anderen Seite betrachten

“Ein bisschen Unlust, die kann man überwinden, dranbleiben oder ganz kurz mal eine Pause machen oder es mal auf den Kopf stellen. Also literally. Das hilft zumindest beim Zeichnen ganz häufig, dass ich das Bild einfach umdrehe. Wie sieht es denn jetzt aus?  Unser Gehirn löst sich dann von der gelernten Form. Es muss die auf dem Kopf stehende Form neu einsortieren, da guckt man noch mal ganz anders hin und Fehler fallen einem viel leichter auf. Also da würde ich immer eine saubere Abwägung schaffen zwischen auf der einen Seite es hilft, sich hier durchzufressen durch diese Mauer und auf der anderen Seite happy rauszukommen; oder ist es gut, mal kurz Abstand zu nehmen und mal zurückzutreten und eine halbe Stunde alles liegenzulassen und dann mit einem frischen Kopf neu anzugreifen. Irgendwo steht man sich, glaube ich, in dem Moment selbst im Weg. Und ob es die Beharrlichkeit oder das Loslassen ist, das kann man nur selber entscheiden.“

Was ist dein Happy-Place zum Arbeiten?

Ich hörte, was von Sessel und Tee und dachte, Malte beschreibt bereits unterbewusst seinen kreativen Arbeitsplatz. Aber nein, das war es nicht und Malte von Tiesenhausen antwortete: „Ne, den gibt es leider nicht. Das ist vielleicht der innere Sessel und der innere Tee. Also ich habe natürlich so meine Orte, an denen ich häufig bin. Ich habe auch mein Homeoffice und da meinen Schreibtisch und der Platz, an dem ich meine Videokonferenzen führe und so und da ist natürlich eine gute erprobte Arbeitsatmosphäre, aber ich freue mich auch, dass ich durch meinen Job eben auch unterwegs sein kann. Dass ich an unterschiedliche Orte komme und unterwegs bin; dass ich beides habe: das Vertraute und das Neue. Und ja, ich glaube auf jeden Fall ist der Ort total wichtig für kreatives Arbeiten, das kennst du ja auch. Mit Drohne sowieso, aber auch sonst auch das, was hinter den Menschen passiert und so weiter.“

Wo bist du kreativ?
Wo bist du kreativ?

Kreative und schöne Orte machen was mit einem!

„Der abzulichtende Mensch selbst ist ja auch anders, wenn er in einem anderen Raum steht – wir müssen uns nur selber vorstellen, stehe ich bei Harry Potter unter der Treppe in der Besenkammer oder stehe ich im Spiegelsaal in Versailles: das macht ja was mit meiner Körperhaltung und mit meiner Stimmung. Ich glaube, der Ort ist ein ganz wesentlicher Faktor, der sich auf die Kreativität auswirkt. Aber ich kann jetzt nicht sagen, ich habe den einen Ort und da funktioniert es am besten.

Ich weiß aber, dass es mir wichtig ist und ich auch immer happy und dankbar bin, wenn ich in schöne Räume komme, wenn ich an schöne Orte komme, das macht was, das schlägt sich auch auf dem Bild nieder, das zeigt sich auch im kreativen Erzeugnis. Ich war letztens bei einem Kunden in Friedrichshafen. Der Kunde hatte eine wunderschöne, kreative Arbeitsfläche, die ausgelagert in einem Bürogebäude war, mit einem tollen Rundumblick. Dort den Sonnenuntergang zu erleben, das war schon großes Kino. Also es gibt tolle Kreativ-Spaces, es ist auch gut, wenn Firmen da wert darauflegen, solche Räume für Menschen zu schaffen, die dort arbeiten; es ist ja auch einfach schöner, in einem wertschätzenden Raum zu arbeiten und nicht in einer Hühnerbox.“

Malte von Tiesenhausen, hast du Rituale vor der Arbeit?

Malte lachte und antwortete: „Ich schmeiße vor jedem Graphic Recording erstmal die Feuerschale an. Das wäre es natürlich! Nein, also ich habe kein ganz festes Ritual, aber das, was du eben meintest, das kann ich total spüren, dass man so seine großen und kleinen Strukturen hat, dass es eine feste Tagesstruktur gibt. Ich arbeite ja nicht nur allein, ich arbeite öfters im Team, vor allem mit meiner Geschäftspartnerin, der Daniel Volkert und dadurch habe ich Zusammenarbeits-Zeiten. Der Tag geht zu einer bestimmten Zeit los, bis dann und dann wollen wir auch was geschafft haben, feste Arbeitsstrukturen, das hilft.

Da geht weniger Kraft drauf, um die Lust aufzubringen, sondern dann geht man einfach in die Kreativarbeit rein, das ist schon eine sehr gute Sache. Was mache ich selbst an kleinen Ritualen? Ich stelle mir meinen Kaffee hin oder einen Tee, mache mir den Song des Tages an. Das mache ich ganz oft, bereits, bevor die Hektik losgeht, spiele ich einen Song, den ich gerne mag oder lege mir eine Schallplatte auf. Das wechselt, da habe ich jetzt nicht das eine bestimmte Ritual, aber ich merke, dass mir das auch guttut, Handlungen bewusst zu machen. Ich glaube, das ist eigentlich das, was Rituale auch machen, dass man den Fokus drauflegt: Achtung jetzt geht es los!“

Wieder warf ich einen Blick auf meine Notizen und wie viel ich bisher gefragt hatte. Eigentlich hatten wir noch gut was vor uns, aber wir hätten eine Nachtschicht einlegen müssen. Dennoch, es war einfach inspirierend, sich mit Malte zu unterhalten und ihn einfach erzählen zu lassen. Wir hatten Zeit und ich wollte ihm nie ins Wort fallen, also strich ich hier eine Frage weg, die er vielleicht in einem anderen Kontext bereits kurz angerissen und damit beantwortet hatte.

Kreativität fördern
Kreativität fördern

Wie können Führungskräfte die Kreativität ihrer Teams unterstützen?

„Einmal natürlich immer durch Vorleben. Ich glaube tatsächlich, Law of the Little sagt ja auch sozusagen, das Team kann eigentlich nicht mehr Potenzial ausdrücken, als es die Führungsperson selber lebt und zulässt. Führung bedeutet auch Vormachen, Vorleben, zumindest ein Gestatten, Erlauben oder Unterstützen, Supporten, Beauftragen, Delegieren – wie auch immer. Ich glaube, dass ein kreatives Mindset, eine kreative Kultur in dem Team, dass das letztendlich aus den Leuten kommen muss und da kann die Führung die Bedingungen schaffen für die Mitarbeiter, dass das gut geht oder dass das leichter entstehen kann. Das Team mit Material auszustatten zum Beispiel. Gibt es nur einen klapprigen halben Flipchart mit knittrigem, ungebleichtem Papier und ausgetrockneten Eddings in der Ecke oder steht in jedem Raum eine große Kreativbox, vielleicht ein kleines Schränkchen mit Papier mit Stiften wohl sortiert, ein paar Post-its dabei – auch ein paar Farben und so weiter; Sticker und so weiter, wo man sagt: Hey, geil, da greif ich zu, da hab ich Bock drauf, jetzt ein bisschen was zu machen – vielleicht auch ein bisschen Knete.“

Den Mitarbeitern kreative Zeiträume geben!

„Gibt es überhaupt Zeiträume, um kreativ zu sein? Wie eng sind die Meetings getaktet? Kommen die Schlag auf Schlag? 20 Minuten kurz zum Verschnaufen und dann geht’s auch nahtlos weiter – oder gibt die Führungskraft bewusst ein bisschen mehr Zeit, in der man hinterher nochmal draufsehen und sich im Team austauschen kann? Dazu den Mitarbeitern die Möglichkeit angeboten wird, sich weiterzubilden und wo Bedarf besteht, zu unterstützen, in jeglicher Form.“

Ein Blick auf den Timer, der zweite Cut!

Dritter Block – Die letzte Runde

Wieder hatten wir was für die Figur getan und etwas Kuchen und noch einen Becher Kaffee vernichtet. Frisch gestärkt ging es also in die letzte Runde. Hatte Malte von Tiesenhausen die Frage, ob er jemals unkreativ wird, vollumfänglich beantwortet? Naja, fast; ich fragte ihn, ob er jemals kreativlos ist, aber ich stellte diese Frage einfach nochmal.

Wirst du jemals unkreativ?
Wirst du jemals unkreativ?

Wirst du jemals unkreativ?

„Wie ich vielleicht vorhin, als ich gesagt hatte, von außen betrachtet vielleicht unkreativ, also wenn kreativ heißt, ich zeichne die ganze Zeit, dann gibt es natürlich auch Phasen, in denen ich das nicht tue; aber weil ich Kreativität vielleicht so definieren würde, da ist ein äußerer Reiz, ein Gedanke, ein Auftrag an mich, ein Impuls, etwas, was ich sehe; das spricht etwas in mir an, in meinem inneren, komplexen, assoziativen System und da verbinde ich zwei Dinge neu miteinander, das Neu-Verbinden bekannter Informationen. Das würde ich als den Kern von Kreativität definieren und dann mal gucken, was dabei rauskommt. Nicht jede Idee ist super, aber es auszuprobieren, mal gucken, wie dann wiederum das Äußere darauf reagiert, das in einen Gegenstand, ein Werkzeug, ein kreatives Erzeugnis zu übersetzen; ich glaube, das ist etwas, was wir alle immer in uns haben, diese Art zu denken – kreativ zu denken.

Spüre einen Resonanzmoment

Aber ich bin mir sicher, dass kann man trainieren, das kann man kultivieren. Zu einer bewussten Tätigkeit oder einer bewussten Kompetenz werden lassen. Ich merke, wenn ich mal nicht so genau weiß, aber hier spricht mich was an oder ich spüre einen Resonanzmoment, hier könnte doch was drinstecken. Sich dann zu erlauben, in dieses spielerische Ausprobieren zu gehen. Mal gucken, was ist denn möglich, was steckt denn hier so drin, was wäre denn, wenn ich dieses mit dem mal verbinde? Ein Forscher, ein Kreativgeist, so ein Explorer-Geist. Ich glaube, das hat jeder in sich. Ich meinte vorhin, ich glaube, es gibt die aktiven und die passiven Phasen der Kreativität: ich brauche Phasen, in denen ich aufnehme, in denen ich auch konsumiere, in denen ich mich ansprechen lasse, in denen ich neue Eindrücke zulasse, meine Batterien auch mal auflade; das sieht dann vielleicht von außen nicht kreativ aus, aber ich glaube, es gehört zum kreativen Prozess mit dazu. Und dann gibt es wieder die aktiven Phasen, in denen ich selber was schaffe, in denen ich selber was zeichne, in denen ich mich ausdrücke, in denen ich eine neue Idee ausprobiere und so weiter.“

Malte von Tiesenhausen strahlt von innen nach außen

Wer Malte sieht, wird ihn mit ziemlich hoher Sicherheit strahlen gesehen haben. Das fiel mir beim ersten Gespräch schon auf. Diese Freude und tolle Energie, die Malte ausstrahlt. Ich fragte mich, welche Quelle er anzapft, überlegte, macht er vielleicht Yoga oder trainiert er das und lächelt sich im Spiegel an. Was ist das Geheimnis, so zu strahlen, Malte?

Malte legte noch eine Schippe drauf und grinste noch mehr und sagte: „Das ist Galgenhumor – es nützt ja nichts – einer muss es ja tun. Nein, ich glaube, ich habe gerne eine gute Zeit. Es gibt Vieles, worüber man sich ärgern kann, Vieles, was nicht funktioniert, Vieles, was noch nicht da ist, was man sich anders oder besser vorstellen könnte und so weiter. Ich will auch nicht sagen, man soll das wegignorieren, sondern dort, wo man was tun kann, soll man auch was tun, aber trotz allem, was man noch verbessern könnte, bin ich ganz happy, da zu sein. Ich bin gerne am Leben, ich mag Menschen, ich mag meinen Job, ich fühle mich sehr privilegiert, das machen zu können, was ich mache und mich so ausdrücken zu können, wie ich das kann. Dass ich in dieser Gegend der Welt wohne und hier die vielen Vorzüge und Privilegien genießen kann, das finde ich schon ganz toll.

Ungewohntes auszuprobieren

Und da bin ich sehr dankbar und darum grundsätzlich schon gut drauf. Und ich weiß, ich kriege Dinge besser gemeistert und qualitativ stärker gemacht, wenn ich Lust darauf habe. Ich bringe mich in eine Stimmung und in dieser Stimmung zu halten, dass ich mich gut fühle, dass ich Bock darauf habe, dass ich offen bin, dass ich angesprochen werden kann, ich denke, das braucht jeder Kreative. Nichts gegen Druck, nichts gegen Herausforderung und Challenge, ja nichts dagegen, was Ungewohntes auszuprobieren oder sich auch mal unter kreativen Stress zu setzen; das ist alles fein, aber grundsätzlich denke ich, ich muss mich wohlfühlen. Das ist auch mein Job. Ich bin Visualisierer; wenn man sich sozusagen das Team – oder die Projektgruppe – wie den inneren Menschen als ein inneres Team vorstellt, dann gehört zu so einem inneren Team auch der Part Kreativität. Und wenn mich eine Gruppe bucht, wenn mich ein Kunde bei einem Projekt mit dabeihaben will, dann symbolisiere ich das.“

Malte ist dankbar, Podcast-Gast zu sein

Abseits der Fragen warf Malte noch einen ein: „Ich finde, du hast hier ein total schönes Setting, eine sehr wertschätzende Art und Weise mit deinen Podcast-Gästen umzugehen, sich auf sie einzustellen. Da kann man doch eigentlich nur dankbar sein, wenn du Zeit hast. Vielen Dank.“

Ich entgegnete, ich danke dir Malte. Diese Aussage kam aus heiterem Himmel und freute mich sehr! Ich atmete kurz durch und ging zur nächsten Frage über. Ich nahm kurz den Gedanken auf, als Malte in jungen Jahren für ganz kurze Zeit den Zeichenstift zur Seite gelegt hatte, sozusagen als junger Kreativer in seinen Anfängen und fragte mich, was würde Malte von Tiesenhausen jungen Kreativen empfehlen, egal in welcher Branche sie tätig sind?

Deinen eigenen Weg finden
Deinen eigenen Weg finden

Welchen Tipp hat Malte an junge Kreative?

Etwas scherzhaft sagte Malte: „Ich kann natürlich kaum noch praktische Tipps geben. Das ist ja fast schon so, als würde Opa vom Krieg erzählen, da gab es ja gerade das Internet gefühlt und die Dotcom Bubble war gerade geplatzt, ich hatte meine erste E-Mail-Adresse und Social-Media gab es noch gar nicht. Aber mal ernsthaft: sich zu zeigen, sich sichtbar zu machen, sich anzubieten. Das ist durch die Möglichkeiten heute einfacher als damals. Da ist man noch mit den Reihenzeichnungen zu Fuß zur Agentur gegangen. Vielleicht gibt es doch noch irgendwie Sachen, die gleich sind, und vielleicht vorweg so: was andere Leute einem erzählen, ist erstmal egal. Es gibt ja immer einen, der kluge Ratschläge auf Lager hat. Der weiß, so und so ist es richtig und so ist es ganz bestimmt falsch und wenn du das so machst, dann kann das ja nichts werden.

Nichts gegen Ratschläge, nichts gegen Unterstützung, nichts gegen Hilfestellung, nichts dagegen, sich irgendwo Wissen zu holen; holt euch gerade am Anfang so viele Infos an Rat und Feedback und Rückmeldung von anderen, von erfolgreichen Leuten; das hat mich immer beflügelt. Ich weiß noch, als Kind bin ich immer auf Comic-Messen gerannt und habe mir von den großen Zeichnern Tipps geben lassen. Aber dein Weg als authentischer Kreativer ist dein Weg – und das ist auch das, was einen – denke ich – von generativen KIs und so weiter abgrenzt. Man verkauft, denke ich, zu einem ganz, ganz großen Part, auch seinen eigenen Lebensweg, seine eigene Glaubwürdigkeit, seine eigene Kompetenz und Erfahrung.“

Verlasse auch mal ausgetretene Pfade

„Wer will halt schon ein Lied aus der Konserve hören, wenn es Artists gibt, die für diese Aussagen stehen, die das Leben, die ihr Herzblut geben. Das gehört für mich auch zum Kreativkonsum-Erlebnis mit dazu, dass man das Gefühl hat, das hat auch was mit jemandem zu tun und hier trete ich wirklich in den Dialog ein mit einem Artist, mit einem Künstler. Und das kann man halt, denke ich, gerade als junger Kreativer nur machen.

Wenn ich auch den Mut habe, einen Weg zu gehen, der vielleicht nicht ausgetreten ist; was ja nicht heißt, dass ich alles anders machen muss, aber es gibt Punkte, an denen man gerade am Anfang seiner Karriere das Gefühl hat, bin ich das wirklich? Verbiege ich mich hier und würde ich es eigentlich ganz anders machen. aber so ist es ja falsch, das macht ja keiner und so. Vielleicht ist genau das das Ding, was dich unterscheidet und im Zweifelsfall: so if you can high and make it bigger, mach das große Ding draus. Glaub daran!“

Verknüpfe neue Eindrücke mit alten!
Verknüpfe neue Eindrücke mit alten!

Ist Sicherheitsdenken eine Bremse?

Ich ließ die Aussagen von Malte auf mich wirken und hielt, wie auch bei den anderen Antworten, kurz inne und dachte nach, verknüpfte die neuen Eindrücke mit alten. An einem Punkt knüpfte ich an, dass man auch genau darauf achten sollte, mit wem man sich unterhält, von wem man sich Input holt. Denn nicht jeder kann groß denken oder ist Neuem gegenüber aufgeschlossen. Es gibt durchaus Menschen, die versuchen, es einem auszureden, machen Ideen klein und ziehen einen eher runter als zu pushen. Also genau darauf achten, wen man um Rat fragt und mit wem man sich austauscht! Sicherheitsdenken ist grundsätzlich nicht falsch, nur sollte Sicherheit einem keinen Stock zwischen die Beine werfen und einen ausbremsen! Ich formulierte meine Gedanken laut und Malte griff diese Aussagen auf.

„Du hast eben das Wort Sicherheitsdenken benutzt und ich glaube, das ist einer der großen Pole, die man in der Kreativarbeit hat. Einerseits die Freiheit, machen zu können, was du willst als Kreativer, das ist ja das Geile dabei und andererseits die Sicherheit, es muss auch funktionieren, wenn ich davon leben will, muss auch jemand dafür bereit sein, Geld auszugeben und so weiter. Da die richtige Waage zu finden, gehört beides zusammen.“

Feen-Gutschein
Feen-Gutschein

Was ist die größte Gefahr für Kreativität?

„Jan Delay hat es gesungen: das Wichtigste ist, dass das Feuer nicht aufhört, zu brennen. Und er benennt ja auch diverse Gründe in seinem Song, was das Feuer ausgehen lassen könnte: Drogen, toxische Beziehungen. Ich glaube, dass man selbst ein gutes Gefühl dafür hat, ich bin hier an was dran, was mit mir zu tun hat. Ist das mein Entwicklungsweg, mein Wachstumsweg als Artist und als Kreativer oder als kreative Person? Und gibt es hier noch was für mich zu entdecken? Gibt es noch was, an dem ich noch feilen kann, bei dem ich noch besser werden kann?“

Welche Superkraft würde sich Malte von Tiesenhausen wünschen?

„Ich glaube, ich würde mir wünschen, dass ich mir die Ressourcen, den Supply, die Ressourcen für meine Ideen, dass ich mir die zaubern könnte, das wäre geil, weil ich glaube, Ideen sind genug da. Das Ding, an dem es sich beweisen muss, die Umsetzbarkeit, hängt immer davon ab, es zu bezahlen. Ist jemand bereit, das zu bezahlen, dass wir das umsetzen? Und ich würde mir von der Fee, glaube ich, wünschen, dass ich einfach alle Ressourcen dafür habe, die ich brauche, um meine Ideen umzusetzen. Das wäre schon ganz toll, wenn ich wüsste, das Studio ist da. Die – ich weiß nicht – Handpuppenwerkstatt ist zur Stelle oder die drei Zeichner-Kollegen haben Zeit und sind da, denn ich habe gerade eine Idee und zusammen könnten wir doch so viel mehr entwickeln, dass man eine kleine Redaktionssitzung macht. Den Videografen und den Fotografen nehmen wir auch gleich mit dazu und so weiter. Wenn ich wüsste, das hätte ich sozusagen auf Feen-Gutscheinen immer am Start – unbegrenzte Ressource, das wäre schon geil.“

Ich warf ein: Das wäre ja der der monetäre Faktor? Malte antwortete: „Ja“ und ergänzte: „Dann muss ich vielleicht gar nicht auf die Fee warten. Vielleicht findet sie alles von alleine.“

Welche Frage würdest du einem anderen Kreativen stellen?

„Oh, das ist eine gute Frage. Ich spreche natürlich durchaus, wie in diesem Fall jetzt auch, mit anderen Kreativen und stelle dann natürlich auch Fragen, die ganz unterschiedlich sind. Es kommt auch darauf an, welche Profession mir gegenübersitzt. Ich weiß, ich habe dir heute auch schon irgendwelche Nerd-Fragen zu Video-Aufnahmen gestellt und vorhin habe ich mit einem lieben Kollegen telefoniert und wir haben uns intensiv über Soundworks and Clever und Smart Comics ausgetauscht. Das sind alles Fragen an Kreative. Aber wenn ich jetzt mal den Meta, den Überkreativen fragen würde, egal welches Handwerk der oder die Person jetzt ausführt: vielleicht, wie die Person es schafft, von den kreativen Erzeugnissen, die nicht sein sollen, die nicht zustande kommen, wie man da Abschied nimmt. Was macht man da? Egal, was man created, ob alleine, ob in der Gruppe, egal mit welchem Medium, man entscheidet sich an irgendeinem Punkt für etwas.

Wie lässt du die ungeborenen kreativen Kinder los?

Spinoza hat gesagt: Omnis determinatio est negatio – Entscheidung ist Verneinung. Das heißt, für jedes kreativer Zeugnis, das du produced, ist auch etwas nicht zustande gekommen, obwohl das hätte sein können und ich weiß, ich habe da manchmal ein kleines bisschen Wehmut, was loszulassen, zu sagen, etwas anderes wird es, dafür aber dieses nicht und ich glaube das wäre eine interessante Frage an jemand Kreativen: Wie lässt du die ungeborenen kreativen Kinder los?“

Wieder dachte ich über das Gesprochene nach und sagte: „Vielleicht lässt man nicht komplett los oder gibt Dinge auf, man schiebt sie vielleicht erstmal beiseite. Man muss ja auch bezüglich der Sicherheitsfrage abwägen, , irgendwomit muss man ja seine Rechnungen bezahlen und vielleicht gibt es ja was, für das man besonders brennt, aber für das es vielleicht noch keinen Markt, keine Nachfrage gibt. Vielleicht ist dafür die Zeit einfach noch nicht.“

Darauf antwortete Malte von Tiesenhausen: „Für manches wird die Zeit auch niemals kommen, nicht alles erblickt das Licht der Welt, was theoretisch möglich wäre – und damit sollte man auch fein sein. Seinen inneren Frieden mit dem zu machen, was nicht gelingt im kreativen Arbeiten.“

Der kreative Zwilling
Der kreative Zwilling

Welche Aufgabe(n) würde Malte seinem Klon geben?

„Megageile Frage, der kreative Zwilling. Das ist eine sehr gute Frage und ich habe zwei Gedanken, die sich auch ziemlich gleichzeitig gemeldet haben. Also beim ersten habe ich gedacht: Oh super, dann ist das ja jemand, der ist genau wie ich, der kann im Zweifel auch das Gleiche, dann muss ich ja endlich die Sachen nicht mehr zu Ende machen. So kann ich immer schön das Nächste anfangen. Das könnte ich immer meinem Zwilling unterschieben und ich kann dann schon mal schnell ins nächste Projekt rein. Aber das ist ja eigentlich nicht sehr nett. Viel netter wäre es natürlich, wir drehen die Rollen um und ich sage: Wunderbar, jetzt habe ich endlich mal die Zeit, so richtig schön in den Workflow reinzugehen.

Auch bei dieser Visualisierung: da kann ich mir mal richtig Zeit nehmen fürs Inken und nochmal ein bisschen mit den Farben spielen. Vielleicht mal eine neue Art zu kolorieren, auszuprobieren und so; vielleicht mal ein anderes Programm ausprobieren. Und das, was fürs Morgen vorbereitet werden muss. Die nächsten Jobs anleiert, die nächsten Erstgespräche führen, ein Konzept erstellen, für eine Veranstaltung oder mal eine Konzeptskizze für den Aufbau eines anderen Events machen. Das kann dann ja alles mein Zwilling erledigen und ich habe endlich mal die Zeit, so richtig schön ins Handwerk und ins Abarbeiten und in die Fleißarbeit zu gehen. Da sage ich lieber Zweites, ist fairer für meinen Zwilling, Wie der wohl heißen würde? Vielleicht mein Name spiegelverkehrt: Etlam?“

Den Tisch mit Arbeitsutensilien, den die Zuschauer nicht sehen

Was die Zuschauer nicht während unseres Interviews auf YouTube sehen, ist, was Malte alles mitgebracht hatte: Stifte, Notizzettel, Knete, Figuren und Bücher. Eines der Bücher hatte ich bereits oben schon erwähnt, auf dem Tisch lag auch AdHoc Visualisieren. Malte sagte über das Buch: „In dem Buch steht allerlei drin zum Thema wie visualisiere ich selbst, wie kann ich Kreativität selber als Ausdrucksform nutzen?“

Ich nahm das Buch zum Anlass und grub nochmal in meiner Erinnerung. Ich hatte als Kind und auch als Jugendlicher gerne gezeichnet, würde aber mal behaupten, dass ich nicht das Talent als Visualisierer gehabt hätte und fragte Malte von Tiesenhausen: „Nun mal Butter bei die Fische, wie man bei uns im Norden zu sagen pflegt, kann das wirklich jeder lernen, diese Visualisieren – Zeichnen?“

Buddha bei die Fische
Buddha bei die Fische

Übung macht den Meister!

„Üben muss man natürlich in Ruhe. Ich meine, es ist doch wie bei jeder Tätigkeit: es wäre ja vermessen, sich das so vorzustellen, was Neues anzufangen und sofort perfekt darin zu sein. Natürlich muss ich es üben und machen und anwenden und wirklich gerade beim Zeichnen sage ich, eher anwenden als üben, weil üben ist immer noch so okay, es ist noch nicht richtig, das ist nur geübt, dann soll es am besten noch niemand sehen und in zwei Jahren darf ich dann vielleicht mal was zeigen. Anwenden ist besser finde ich, dann hast du schon mal was ausprobiert, kriegst ein Feedback. Es muss ja nicht gleich der ganz große Anlass sein, aber in einem Gespräch zum Beispiel vielleicht mal einen Kernsatz festhalten oder in einem Telefonat und hinterher ein Foto davon machen und deinem Geschäftspartner, deinem beruflichen Kontakt oder so rüberschicken als einen visuellen Bild-Gruß – da hat man schon mal was gemacht.“

Malte hat das Schlusswort!

„Letzte Gedanken zum Schluss: Ja, verdammt, jetzt muss ich nochmal was raushauen. Wir haben viel gesprochen über Kreativität und das Schöne aus zwei unterschiedlichen Bereichen. Ich bin kein guter Fotograf, sondern ich bewundere das, wenn Leute das gut können, so. Aber ich bin fit in meinem Handwerk. Mich würde es freuen, wenn junge Leute den Podcast hören oder unser Video auf YouTube ansehen. Vielleicht bleibt etwas hängen, sie probieren Sachen aus und gucken, was passiert.

Ich finde es schön, dass du in deinem Podcast den Blick da ein bisschen weitest, dass du sagst, was für ähnliche Erlebnisse Menschen in der Kreativbranche sammeln, die nicht nur Fotografen sind; mal einen Schritt beiseite gehen und zu gucken, was für Erkenntnisse, was für Erfahrungen, was für Tipps funktionieren hier und da? Ein bisschen über seinen eigenen Tellerrand zu blicken und vielleicht zu entdecken: cool die anderen, die machen es im Grunde genauso oder haben ähnliche Herausforderungen und gehen auch damit kreativ um.

Seine kreative Seite zu zeigen

Das hinterlässt bei mir ein gutes Gefühl. Toll, dass es so viele schöne kreative Berufe und Tätigkeitsfelder gibt und scheinbar wirklich auch für jeden, der das ehrlich annimmt und authentisch reingeht und den Mut hat, sich und seine kreative Seite zu zeigen und ins Gespräch und in die Anwendung zu bringen und jemandem anders damit unter die Arme zu greifen, einen Schritt weiter zu helfen und einen Spiegel vorzuhalten, dass es da immer einen Platz gibt und das mag ich.“

„Ganz toll, vielen Dank, Malte von Tiesenhausen. Ja, das war es dann. Ich danke dir, dass du da warst. Wir werden jetzt noch den Mohnkuchen verhaften.“ Malte warf noch hinterher: „Ja, und dann kriegen wir das richtig große, breite Mohnkuchen-Grinsen hin, da freu ich mich schon.“

Malte hat das Schlusswort!
Malte hat das Schlusswort!

Fazit: Einige Abschnitte habe ich etwas gekürzt, aber insgesamt mehr beibehalten als bei den anderen Artikeln, die ich bisher verfasst habe – genauer gesagt, aus der Transkription heraus. Malte von Tiesenhausen war und ist für mich eine besondere Persönlichkeit. Wie bereits erwähnt, fühlte es sich an, als würde man einen alten Freund treffen und mehr über seine Tätigkeiten in den letzten Jahrzehnten erfahren. Ich freue mich auf jeden Fall darauf, weiterhin im Austausch mit Malte zu bleiben. Im Gegensatz zu Maltes Arbeitsweise, die als „klar und reduziert“ oder „mit Fokus auf die Essenz der Botschaft“ beschrieben wird, weicht dieser Artikel davon deutlich ab.

Sich Zeit für etwas nehmen!

Mir ist es wichtig, mir Zeit zu nehmen, um etwas zu lesen oder zu schreiben. An manchen Stellen empfinde ich es als befremdlich, dass heutzutage alles so schnell gehen muss, dass sich nur wenige die Zeit nehmen, um etwas in Ruhe zu erledigen, egal was es ist. Alles muss immer schneller und effizienter sein. Natürlich kann jeder nach seinen Vorlieben handeln; aber auch die Ruhe hat etwas Schönes; sich die Zeit zu nehmen, zum Beispiel diesen Artikel zu lesen. Du hast natürlich auch die Möglichkeit, dieses Interview als Podcast anzuhören oder auf YouTube als Video anzusehen. Beides habe ich oben verlinkt.

Bist du ebenfalls im kreativen Bereich oder sogar in der Fotografie tätig und hast Lust, dich mit mir hier in Lübeck bei einem Interview zu unterhalten? Dann sende mir eine kurze E-Mail unter info@photography-leisner.de. Ich werde mich innerhalb von zwölf Stunden bei dir melden.

So, nun aber… Tschüss!

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