Erfahrungsbericht zur Phantom 4 Pro V2.0

Erschwingliche Drohne, die Phantom 4 Pro V2.0

Lange Zeit vor 2018 interessierte ich mich bereits für Drohnen. Damals erschienen mir aber sowohl die Technik als auch die Qualität der kleinen Fluggeräte als noch nicht ausgereift genug. Zwar war auch in der frühen Zeit der Drohnentechnik bereits einiges möglich, aber erst in den letzten Jahren hat dieses Segment einen gewaltigen Schritt nach vorn gemacht. Und auch der Preis bewegt sich mittlerweile in einem Rahmen, der für mich interessant geworden ist. So kam es, dass ich mich Mitte 2018 intensiver mit der gesamten Materie und insbesondere der Drohnenfotografie auseinandersetzte.

Erfahrungsbericht Phantom 4 Pro V2.0

Schwere Entscheidung: DJI Phantom 4 Pro V2.0 oder DJI Mavic 2 Pro?

Ich las viele verschiedene Testberichte zur DJI Phantom 4 Pro V2.0 und zur DJI Mavic 2 Pro. Leichte Tendenzen gab es für mich zur Phantom 4 Pro V2.0, denn mir war insbesondere die Qualität der Bilder wichtig. Und verschiedene Testberichte von YouTubern aus den Staaten rieten ambitionierten Fotografen zu der Phantom. Neben den besagten Videos sah ich mir auch diverse Testberichte aus unserem Land an. Letztendlich fiel meine Entscheidung knapp aus und ich entschied mich für die Phantom.

Gerne möchte ich euch in diesem Artikel meine Erfahrungen mit der Drohne schildern. Dazu gehört natürlich auch ein kurzer Blick auf das technische Leistungsspektrum der Phantom.

Was der Spaß kostet: Preis und Produktvorzüge

Im offiziellen DJI-Store lag der Preis die Phantom 4 Pro einst bei 1.699 €. Dafür erhält man ein sauber verarbeitetes Produkt mit einem superleichten Rahmen aus einer schicken Aluminiumlegierung. Falls es euch interessiert, inwiefern sich die Phantom 4 Pro von der Phantom 4 unterscheidet: An der Pro-Variante sind – unter anderem – auch noch seitliche Sensoren angebracht.

Wie lange hält eine Akkuladung?

Wie lange hält der Phantom-Akku durch: Batterielaufzeit

Laut Hersteller sind mit der verbauten 5870-mAh-Batterie bis zu 30 Minuten Flugzeit drin. Tatsächlich habe ich diese Zeit bisher aber nie erreicht. Realistischer sind um die 25 Minuten Batterielaufzeit. Wie lange die Drohne tatsächlich durchhält, hängt zudem davon ab, welche Flugmanöver man durchführt und gegen wie viel Wind die Phantom 4 Pro V2.0 ankämpfen muss.

Scharfer Fokus: Die Kamera der Phantom 4 Pro V2.0

Sicher interessiert ihr euch auch dafür, wie es mit der Performance der verbauten Kamera aussieht. Dazu kann ich euch sagen: Die Phantom verfügt über einen 1-Zoll-Sensor mit 20 MP. Die 4-K-Auflösung liefert 60 Bilder pro Sekunde. Damit nichts verloren geht, werden die Aufnahmen mit 100 Mbit/s auf den Chip gepackt. Der mechanische Verschluss sticht mit einer Verschlusszeit von bis zu 1/2000 s hervor und wirkt damit dem ungeliebten Jello-Effekt entgegen.

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Was ist der Jello-Effekt?

Vielleicht habt ihr schon mal etwas vom „Rolling-Shutter-Effekt“ gehört? Als eine Unterart dieses Problems des „rollenden Verschlusses“, das bei bewegten Aufnahmen vorkommt, zählt der „Jello-Effekt“.

Tritt dieser Effekt auf, erscheint das Material verwischt und/oder verwackelt. Das Problem rührt daher, dass die meisten in Drohnen verwendeten Kameras mit CMOS-Sensoren bzw. Kameras mit Schlitzverschluss das Motiv nicht in einem Schritt als Ganzes belichten. Vielmehr wird das Bild zeilen- oder spaltenweise aufgenommen.

Zum Ärgernis wird diese Belichtungsart erst, wenn sich die Motive bewegen bzw. wenn die Kamera selbst in Bewegung ist. Filmt man dann etwa ein vorbeiziehendes Flugzeug, erscheint das fertige Videomaterial zeilen- oder spaltenweise verzerrt, da es während der Aufnahme nur stückweise belichtet wurde.

Werden CMOS-Sensoren mit mechanischem Verschluss verwendet, kann dem Jello-Effekt entgegengewirkt werden.
Ein ruhigeres Bild geben Geräte mit CCD-Sensoren aus: Hier kommt es zu keinem Rolling-Shutter-Effekt, da diese Kameras über eine spezielle Bauweise und deshalb andersartige Funktionsweise verfügen.

Verstellbare Blende

Neue Funktionen: Verstellbare Blende

Interessant ist auch, was die Phantom 4 Pro im Vergleich zur Phantom 4 sonst noch zu bieten hat – beispielsweise ihre neue einstellbare Blende. Der Einstellbereich reicht von f2.6 bis f11. Im Gegensatz dazu verfügt der Phantom 4 über eine feste Blende, was mehr Tüfteln bei den Belichtungseinstellungen bedeutete.

Auch beim Autofokus unterscheiden sich die beiden Modelle: Während dieser bei der Phantom 4 unendlich war, kann er bei der Phantom 4 Pro manuell eingestellt werden. Insbesondere bei Nahaufnahmen kommt dies zum Tragen.

Wege in die Luft zu gehen: Flugmodi

Die DJI Phantom 4 Pro V2.0 verfügt über diverse Flugmodi. Zu nennen wären etwa:

Tapfly/Tapfly Free

Im Tapfly-Modus gibt der Steuernde die Richtung vor, in welche die Drohne zu fliegen hat. Im Tapfly-Free-Modus wird die Richtung ebenfalls festgelegt – allerdings kann die Kamera hierbei weiterhin gedreht werden. In beiden Modi erkennt die Drohne Hindernisse und umfliegt sie automatisch.

ActiveTrack

Hierbei lernt die Phantom, ein Ziel zu erkennen und dies zu verfolgen. Auch kann die Drohne identifizieren, ob es sich dabei um Menschen, Autos oder Tiere handelt.

Im ActiveTrack-Modus sind verschiedene Vorgehensweisen möglich: Per „Trace“-Funktion wird das Ziel verfolgt, mittels „Profile“-Einstellung im Profil aufgenommen und über den „Spotlight“-Modus als fest fokussierter Mittelpunkt weitergefilmt, während sich die Drohne frei um das Objekt herum bewegen kann.

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Return to Home-Funktion

Der DJI Phantom 4 Pro V2.0 kann mit dieser Funktion auf dem optimalen Weg nach Hause fliegen und dafür die Route zurück selbsttätig wählen. Zudem kann die Drohne mittels Gesten gesteuert werden – das ist etwa wichtig, wenn der Einsatz der Fernbedienung nicht möglich ist.

Automatik-Modus

Hiermit sind passable Aufnahmen möglich. Noch besseres Material ist drin, wenn man weiß, wie man die manuellen Einstellmöglichkeiten nutzen kann. Auch gilt es, zunächst einmal in Fleisch und Blut übergehen zu lassen, wie eine Drohne zu steuern ist, bevor man optimales Bildmaterial erzeugen kann.

Gewerbliche Drohnenfotografie

Zusätzliche Kosten bei gewerblicher Nutzung

Will man die Drohne gewerblich einsetzen, sollte man sich schon zuvor im Klaren sein, dass dann weitere Kosten entstehen. Zum einen ist dann ein Drohnenführerschein sinnvoll, der nicht nur Geld, sondern auch Zeit, Nerven und Energie kostet. Zum anderen benötigt man für professionelle Einsätze auch noch weiteres kostenaufwändiges Equipment wie zusätzliche Akkus, Speicherkarten, Ladegeräte, Filter, etc.
Zudem ist es im Fall des gewerblichen Fliegens und Fotografierens unerlässlich, sich vor der professionellen Drohnennutzung umfassend über Regularien zu informieren: Es gilt beispielsweise abzuklären, wo man unter welchen Bedingungen fliegen darf, wen man im Vorfeld informieren muss, welche Gebiete von vornherein auszuschließen sind, usw. usf.

Alles klar im Blick: Das Display der Phantom

Das Display der Phantom 4 Pro V2.0 bietet mit einer Größe von 5,5 Zoll und einer Helligkeit von 1000 cd/m2 eine große, gut beleuchtete Sicht. In Anbetracht dieser Vorzüge und der Tatsache, dass das Display auf einem Android-System basiert, ist es schade, dass derzeit keine zusätzlichen Apps hinzugefügt werden können.

Lieferstatus: Mittlerweile nicht mehr erhältlich

Im offiziellen DJI-Store ist die DJI Phantom 4 Pro V2.0 mittlerweile nicht mehr erhältlich, was darauf schließen lässt, dass ihre Produktion eingestellt wurde. Das bedeutet: Nach dem Produktionsende der DJI Phantom 4 Advanced ist im Moment gar kein Phantom-Modell mehr zu haben.

Produktionsende der Phantom-Modelle

Neue Produktlinie?

Dies eröffnet Raum für Spekulationen: Steht etwa eine neue Produktlinie an? Oder schickt DJI bald eine Phantom 5 ins Rennen? Bis ein neues Modell auf den Markt kommt, wird sicherlich noch ein bisschen Zeit vergehen. Etwa Ende 2019 oder Anfang 2020 könnte es vielleicht soweit sein.

Fallende Preise? Zeit für Schnäppchen?

Es ist ferner davon auszugehen, dass die Preise für die Phantom 4 Pro V2.0 nun fallen werden. Schnäppchenjäger, die bald eine gut ausgestattete Drohne in die Lüfte steigen lassen möchten, dürften also schon die Fühler ausgefahren haben.

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Andere Modelle: Die Mavic 2 Pro als Alternative

Auf dem Markt der Drohnenfotografie bleibt es also spannend.

Wer jetzt mit der Drohnenfotografie oder Videografie beginnen möchte und sich im Preissegment bei ca. 1.300 bis 1.600 Euro bewegt, für den ist die Mavic 2 Pro meiner Meinung nach eine gute Investition.

Mavic 2 Pro Vorteile

Die Mavic 2 Pro bietet mehr Vorteile

Durch einen befreundeten Fotografenkollegen habe ich häufig den direkten Vergleich und hätte mich nach dem heutigen Stand ganz klar für die DJI Mavic 2 Pro entschieden.

Ein Argument für die Mavic ist das kleine Packmaß: Eigentlich habe ich zwei große Rucksäcke, einen für meine Fotoausrüstung und einen großen Hartschalenrucksack, in der meine Phantom 4 verstaut ist. Da ich gerne beides dabei habe, nehme ich den Drohnenrucksack mit und eine kleine Tasche mit meiner Vollformatkamera. Die DJI Mavic 2 Pro würde ich einfach mit in meinen Fotorucksack packen. Somit warte ich auf ein neues Modell, das ein kleines Packmaß hat und noch mal eine bessere Auflösung hat als die bisherigen Modelle, die Phantom 4 und die Mavic 2.

Verbindungsabrisse mit der DJI Phantom 4 Pro V2.0

Wie bereits vor einiger Zeit in meinem Artikel „Ruhe bewahren bei Drohnenflügen“ erwähnt, reißt bei meiner Phantom sehr häufig die Verbindung ab – sogar schon bei einer Entfernung von 400 Metern. In dem Preissegment, in welchem sich die Phantom 4 Pro V2.0 von DJI bewegt, habe ich etwas anderes erwartet, zumal dies kein Einzelfall ist, wie in Foren nachzulesen ist.

Die Mavic 2 Pro hat diese Probleme offenbar nicht: Ich bin häufig mit meinem Kollegen zusammen geflogen. Bei ihm traten keine Probleme auf. In meinen Augen ist das ein gravierendes Problem, denn wenn ein Drohnenpilot wirklich mal aufgrund einer Gefahr – zum Beispiel hier bei uns wegen eines Heißluftballons – aus der Schusslinie muss, wäre ein Verbindungsabriss ein Sicherheitsrisiko.

Heißluftballon über Lübeck

Heißluftballons über Lübeck keine Seltenheit

Nun mag man meinen, dass so ein Heißluftballon nicht gerade zu übersehen ist. Aber vor einigen Wochen hatte ich einen solchen plötzlich so schnell auf der Bildfläche, dass ich ihn nur über seinen Brenner gehört und mich dann aus seiner Flugbahn entfernt habe.

Zu dieser Jahreszeit sind die Heißluftballons in Lübeck häufig zu sehen und damit keine Überraschung. In der Luft schaue immer wieder in alle Richtungen, ob einer herannaht, aber diesen hatte ich nicht gesehen. Er musste wohl in unmittelbarer Umgebung gestartet sein.
Wenn in so einem Augenblick ein Verbindungsabriss aufträte: Prost Mahlzeit! Ich hoffe mit jedem Update seitens DJI, dass dieses Problem gefixt wird – aber leider ist dem nicht so.

Lautstärke Phantom gegen Mavic

Wer kennt das als Drohnenpilot nicht: Das Propellergeräusch hallt auch nach dem Landen nach. Es ist – eben wie ein „Phantom“ – noch einige Minuten zu vernehmen. Man hat dann das Gefühl, als schwebe die Drohne noch irgendwo über einem, das Geräusch der Propeller dröhnt weiter in den Ohren.

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Damit komme ich auch zu einem weiteren Manko: Zwar gibt es bereits andere Propeller, die den Geräuschpegel etwas dezimieren, aber die Mavic ist von Haus aus leiser. Gerade wenn man mit einer Drohne eine Hochzeit filmt oder Bilder aus der Luft macht, empfinde ich es als störend. Selbst wenn es nur einige Minuten sind: Durch das laute Propellergeräusch sind die Gäste auch nicht mehr so entspannt. Das ist in etwa damit zu vergleichen, als wenn ich mit einem Weitwinkel jedem Gast für eine Porträtaufnahme auf die Pelle rücken würde.

Hier wäre eine DJI Mavic 2 Zoom vielleicht eine bessere Wahl. Im Kreis meiner Kollegen fliegt diese keiner, so dass ich diese bisher noch nicht testen konnte.

Propellergeräusch Phantom 4 Pro

Mein Fazit: Mehrere Details bei der Phantom 4 Pro V2.0 stören

Alles in allem bin ich von meiner Phantom 4 Pro V2.0 enttäuscht. Zwar liefert sie einerseits saubere Bilder, andererseits stören mich jedoch vor allem ihre Verbindungsabrisse und ihre lauten, nachhallenden Propellergeräusche. Und auch die eher großen Abmessungen sind ärgerlich, wenn es darum geht, die Drohne schnell und sicher zu verstauen.

Mit heutigem Wissen würde ich die Phantom 4 Pro V2.0 nicht mehr kaufen und stattdessen, allein schon wegen der stabileren Verbindung und des ruhigeren Propellers, zur DJI Mavic 2 Pro tendieren.

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Letzte Aktualisierung am 21.10.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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