Vor einigen Wochen schrieb mich DJ Beatfightherz, aka Alexander Kuck, über Instagram an. Er fragte mich, ob ich auch Pressekit-Bilder für DJs machen würde, und schickte mir dazu ein paar Beispiele. Ich sah mir die Bilder an und gab ihm die Rückmeldung, dass wir sowas gerne bei mir im Studio umsetzen könnten. Bei den Beispielbildern handelte es sich überwiegend um Portraits mit starken Kontrasten und Farben. Vorab hielten wir einen kurzen Plausch über einen Videocall und merkten schnell, dass die Chemie stimmte, und freuten uns auf den Termin. Ich freue mich über ein Shooting, bei dem ich mal wieder kreativer werden konnte in Sachen Lichtsetzung und Nachbearbeitung.

Vorbereitung des DJ-Shootings
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Die RGB-LEDs kamen lange nicht mehr zum Einsatz, also zumindest nicht bei einem Shooting. Bei meinen YouTube-Videos habe ich immer eine blaue Hintergrundbeleuchtung an und die zweite steht hier auch in meinem Arbeitszimmer. Die LED 660 Pro von Neewer hatte ich vor einigen Jahren bestellt, aber für Shootings hatte ich sie bisher wenig genutzt. Neben der Farbe im Bild nutzte ich wieder meine 400er Blitze, auch Neewer, eine Softbox mit 60 cm und 90 cm Durchmesser und ein Grid, um das Licht noch gerichteter zu setzen. Ich entschied mich dazu, die große Softbox hinter Alex zu setzen, um seine Konturen mehr hervorzuheben, und die 60er, um sein Gesicht und einen Teil des Oberkörpers aufzuhellen.
Tipp: Die große Softbox hinter Alex (Kantenlicht/Rim Light) ist entscheidend, um das Model vom dunklen Hintergrund zu trennen. Ohne dieses Licht würde ein schwarz gekleideter DJ einfach mit dem Schatten verschmelzen.

Die Balance des Lichts finden
Da die RGB LEDs weniger Leistung haben wir die Blitze, musste ich diese natürlich stark runterregeln. Die kleinste Stufe ist 1/128. Ich musste die Blitze einen kleinen ticken weiter wegstellen, damit die Balance mit dem RGB LEDs übereinstimmte und es zu keiner Überbelichtung kam. Da Alex kontrastreiche Bilder haben wollte probierte ich ein bisschen rum welche Stimmung am besten passte. Als ich die Balance zwischen alle Lichtkomponennten gefunden hatte, mache ich die ersten Bilder. Zeigte sie Alex und er war begeistert. So gingen wir verschiedene Lichtkompositionen und Posen durch und hatten alle viel Spaß. Mit alle meine ich auch die Freundin von Alex, lässt sich schwer wiedergeben, war sehr viel Situationskomik dabei und wir haben alle viel gelacht.
Tipp: Da LEDs im Vergleich zum Blitz viel dunkler sind, ist die größte Herausforderung die Balance. Wenn dein Blitz auf 1/128 immer noch zu hell ist, vergrößere den Abstand zum Model.
Video auf meinem YouTube-Kanal zum Shooting
Durchsicht des DJ-Shootings
Nachdem ich die beiden verabschiedet und alles im Studio zurückgebaut hatte, setzte ich mich gleich an die Bilder. Lud die Bilder erst in einen Ordner und dann in Lightroom hoch, um eine Auswahl für Alex zusammenzustellen. Dabei achtete ich auf das Licht und den Ausdruck. Dazu korrigierte ich den Bildausschnitt etwas und gab den Bildern bereits den ersten Look. Dazu habe ich mir verschiedene Presets erstellt und nahm eines mit einem starken Kontrast. Die Auswahl an Bildern stellte ich Alex per Scrappbook zur Verfügung. Nochmal erhielt ich von ihm das Feedback, dass es ihm sehr viel Spaß gemacht hat und wir uns sicherlich häufiger zu seinem DJ-Shooting treffen werden. Diese Rückmeldung freute mich sehr!
Bildbearbeitung der Auswahl
Nachdem ich von DJ Beatfightherz, aka Alexander Kuck, die Auswahl zurückhatte, setzte ich mich an den Feinschliff. Alex hatte einen Rasurbrand am Hals, der stellenweise etwas knifflig war zu entfernen aufgrund der verschiedenen farblichen Lichtstimmungen. Am Ende schaute ich rüber und dachte irgendwie fehlt hier noch der letzte Kick beim betrachten der Bilder. Wir überlegten uns vorab, ob wir eine Nebelmaschine einsetzen sollten, aber in einem Studio kann der Rauch schnell zu viel werden. Also per Photoshop ins Bild setzen. Ich suchte mir ein paar rauchige Hintergründe aus meiner Datenbank aus und begann, diese in die Bilder zu setzen.
Info: Der starke Kalt-Warm-Kontrast zwischen Blau und Rot sorgt für eine enorme visuelle Spannung. Diese Farbkombination ist der Klassiker für den modernen Club-Look und verleiht den Bildern diese typische, energiegeladene Atmosphäre. Nebel ins Bild zeichnen.

Heutzutage geht sehr viel mit Aktionen und KI, aber vor einigen Jahren musste man noch sehr viel manuell Hand anlegen und von diesem angeeigneten Wissen profitiere ich heute noch. Ich erstellte eine Maske von Alex und legte das Bild des Rauchs dahinter. Über „Frei transformieren“ richtete ich ihn so aus, als würden die LEDs durch den Nebel auf Alex scheinen. Bisher noch nicht erwähnt, ich setzte fürs Shooting die Canon R5 mit dem 85mm f/1.2 ein. Am Ende waren die DJ-Bilder genauso, wie ich sie haben wollte, und Alex lud die finale Bearbeitung hoch und auch er war begeistert.
Welche Ausrüstung kam bei diesem Shooting zum Einsatz?
Nachfolgend findest du eine Übersicht der Fotoausrüstung, die ich für dieses DJ-Shooting eingesetzt habe. Nachfolgende Links sind Affilate-Links.
- Kamera: Canon R5
- Objektiv: 85 mm f/1.2
- Blitze: 2 × Neewer 400 W Blitze und Fernauslöser
- RGB-LEDs: 2 × Neewer 660 Pro RGB-LEDs
- Lichtformer: 60-cm– und 90-cm-Softboxen mit Grids (Waben)
- Stative: 4x Walimex-Stative
Fazit: Zur Abwechslung mal wieder ein anderes Shooting. Bereits einige Tage später rief ein weiterer DJ an und fragte nach einem Shooting. Die beiden kennen sich nicht, aber ist schon lustig, dass so knapp hintereinander zwei DJs nach einem Shooting fragten. Und auch das verlief toll mit viel Spaß und auch diese Bilder darf ich öffentlich zeigen. Es macht so viel Spaß, kreativ zu arbeiten und sich nicht mehr fragen zu müssen, wie ist jetzt was einzustellen. Nach all den Jahren meiner Tätigkeit lerne ich stetig dazu, aber die Technik im Schlaf zu beherrschen, macht das kreative Arbeiten deutlich einfacher.
