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Braucht ein Kfz-Gutachter heute noch eine Kamera?

Kfz-Gutachter habe ich Mittlerweile einige fotografiert und durch die Aufnahmen einen Einblick erhalten, wie Schäden am Auto dokumentiert werden. So kamen wir immer wieder unweigerlich auf den Punkt Schadensdokumentation mit einer Kamera zu sprechen. Ein Gutachter fotografierte Schäden mit der Kamera, ein anderer mit dem Handy, der andere suchte eine Kamera und fragte mich, welche er kaufen sollte. Er bemängelte dazu, dass er hierzu keine Informationen im Netz fand. Letztendlich brauchen Kfz-Gutachter die eierlegende Wollmilchsau. Nicht weil sie so viele Ansprüche haben, sondern weil sie es für ihre Arbeit brauchen. Aber gibt es so eine Kamera?

Braucht ein Kfz-Gutachter heute noch eine Kamera
Braucht ein Kfz-Gutachter heute noch eine Kamera?

Welche Kamera braucht ein Kfz-Gutachter?

Meines Erachtens braucht ein Kfz-Gutachter keine Kamera mehr, ein Handy tut es auch. Für die Anforderungen ist ein gutes Handy absolut ausreichend. Neuere Handys haben so gute Kameras verbaut und sind sehr einfach zu bedienen, da wäre eine Kamera rausgeschmissenes Geld. Zum einen gehört zum Bedienen einer Kamera etwas Grundwissen. Wenn man sie im Automatikmodus nutzt, weniger, aber eventuell braucht man doch mal den manuellen Modus. Da sollte man wissen, wie sich das Belichtungsdreieck (Blende, Verschlußzeit und ISO) zusammensetzt, um die richtigen Kameraeinstellungen vorzunehmen. Die Schäden müssen gut auf den Bildern erkennbar sein und bei schlechten Lichtverhältnissen unterm Auto kann man eine Stablampe zum Beispiel nehmen, um die Schadensstelle etwas auszuleuchten.

Weitwinkel- oder Makroobjektiv?

Gehen wir davon aus, ein Gutachter fotografiert nur im Automatikmodus, dennoch kommen weitere Anforderungen dazu, die die Kamera mit sich bringen muss. Mal hat er wenig Platz und benötigt einen großen Bildausschnitt, wo ein Weitwinkel angebracht ist, dann muss er einen kleinen Schaden mit einer Makroaufnahme dokumentieren, wozu ein Makroobjektiv gebraucht wird. Das sind zwei völlig unterschiedliche Anforderungen, und dementsprechend benötigt er unterschiedliche Objektive. Für den großen Bildausschnitt ein Weitwinkelobjektiv, für die Detailaufnahme ein Makroobjektiv. Und dabei lasse ich jetzt mal die Naheinstellgrenze und Tiefenschärfe in der Makrofotografie außen vor. Fassen wir kurz zusammen: Ein Kfz-Gutachter braucht Grundwissen zu Kameraeinstellungen und Ausrüstung. Meines Erachtens viel zu kompliziert, wenn es schnell gehen muss. Ich habe lange darüber nachgedacht, welche Kamera ich trotzdem hier empfehlen würde, wenn ich eine nennen sollte. Müsste ich mich für eine entscheiden, würde ich eine Kompaktkamera wählen.

Kompaktkamera Sony RX100 VI für Kfz-Gutachter

Vor ein paar Jahren hatte ich die Sony RX100 VI im Urlaub getestet. Die hier aufgezählten Anforderungen erfüllt sie, selbst den Makromodus beherrscht sie. Wer also nur ein altes Handy mit einer schlechten Kamera hat und sich kein neues kaufen möchte, aber in eine Kamera investieren möchte, dem kann ich diese kleine, handliche und kompakte Kamera wärmstens empfehlen. Stand 2025 liegt der Neupreis bei etwas über 800 Euro, wobei man auch schon gute Gebrauchte für circa 300 Euro bekommen kann, zum Beispiel bei Rebuy. Wer sich hingegen sowieso ein neues Handy zulegen will, fährt mit der Kamera des Handys auch gut.

Sony DSC-RX100 VI
Sony DSC-RX100 VI

Worauf sollte man achten, wenn man mit dem Handy fotografiert?

Grundlegende Bildbearbeitung auf dem Smartphone (ohne Apps)

Die meisten Smartphones haben eine ganz einfache Foto-App, ein sehr simples Werkzeug, um Bilder zu machen und zu bearbeiten. Wenn du nichts an den Grundeinstellungen verändert hast, nutzt dein Handy eigentlich immer den Automatikmodus und reguliert Helligkeit, Kontrast und Farbe selbst. Wechselt eigenständig in den Makromodus, sobald du dich näher an ein Objekt heranbewegst, sofern dein Handy über diese Funktion verfügt. Möchtest du dein Bild nachträglich bearbeiten, bieten viele Smartphones bereits verschiedene Bearbeitungsmöglichkeiten an. Nachfolgend habe ich dir mal ein paar Bearbeitungen aufgeführt.

  • Helligkeit und Kontrast: Öffne ein gemachtes Bild in der Galerie. Suche nach der „Bearbeiten“-Funktion (meist ein Stift- oder Regler-Symbol). Nutze den Helligkeits- und Kontrastregler, um die Lichtverhältnisse anzupassen. Meistens werden auch weitere Funktionen angeboten, wie Schärfe, Vignetten, Farbfilter, Glanzlichter, Tiefen usw. Probiere dich einfach mal aus, um ein Gefühl für die Bildbearbeitung zu bekommen.
  • Farbtemperatur (Weißabgleich): Bewege den Regler in wärmere (orange-gelbe) oder kühlere (blauere) Töne, um eine realistische Farbdarstellung zu erreichen, wenn der Automatikmodus ein zu blaues oder gelbes Ergebnis geliefert hat.
  • Zuschneiden und Drehen: Das Zuschneiden kannst du nutzen, um störende Elemente am Rand des Bildes zu entfernen. Dies ist besonders praktisch, um nur das Motiv im Fokus zu haben. Beachte aber: Je mehr du das Bild beschneidest, desto geringer ist am Ende die Auflösung des Bildes. Das merkst du daran, dass das Bild auf dem Rechner schnell sehr pixelig wird, wenn man es größer betrachten möchte. Wenn du nur das Motiv auf dem Bild haben möchtest, nutze am besten beim Fotografieren den Zoom-Modus oder gehe näher an das Objekt heran.
  • Zoom-Modus nutzen: zum Beispiel von 0,5–3. Wenn du selbst mit den Fingern ins Bild zoomst, wird es hochgerechnet und das Ergebnis fällt deutlich schlechter aus, als wenn du die angegebenen Werte nutzt, bei denen die eingebauten Linsen verwendet werden.

Lichtanpassung und Beleuchtungstipps (ohne Blitz)

Ein interner Blitz ist oft in einem Handy verbaut, aber man hat keine Kontrolle über die Leistung. Indem man hier einen durchsichtigen weißen Hintergrund vorhält oder ein Papier, um das Licht zu lenken, kann man es etwas softer gestalten. Mindert aber deutlich die Blitzleistung und damit die Helligkeit. Hier kommt man sehr schnell in einen Bereich, in dem Hintergrundwissen im Umgang mit einem Blitz hilfreich wäre.

Ein Blitz kann manche Bereiche, zum Beispiel reflektierende Bauteile, ausbrennen lassen, das heißt, es sind keine Details mehr zu erkennen und sie werden einfach nur weiß auf dem Bild dargestellt. Neben den oben angesprochenen Möglichkeiten kannst du aber auch den Blitz ausschalten. Dann muss dein Handy aber länger belichten. Dazu musst du es ruhig halten. Das ist nicht leicht und schnell ist das Bild unscharf, weil man es verwackelt. Aber mit einem Stativ, die bereits sehr günstig zu haben sind, bekommst du gut und einfach eine Langzeitbelichtung gut hin.

Handy auf Stativ
Handy auf Stativ

Bonustipps für Kameraeinstellungen auf dem Smartphone

Belichtung oder den Fokus manuell anzupassen, das ist mit dem Handy auch möglich. Es gäbe auch noch weitere Optionen mit zusätzlichen Kamera-Apps, aber wir beschränken uns hier auf die Standardeinstellungen deines Handys.

  • Belichtung anpassen: Wenn du den Bildschirm berührst, fokussiert die Kamera normalerweise auf den Punkt, auf den du getippt hast. Ein kleines Sonnen- oder Glühbirnensymbol erscheint beim iPhone zum Beispiel rechts neben dem Quadrat, das sich auf- und abwärts bewegen lässt. Berühre das Symbol mit dem Finger und ziehe den Regler leicht nach unten oder oben, um die Belichtung (Helligkeit) einzustellen. Du kannst damit das Bild heller oder dunkler machen.
  • Fokuspunkt setzen: Tippe auf die Stelle auf deinem Bildschirm, auf die scharfgestellt werden soll. Dementsprechend wird sich auch die Helligkeit verändern. Ist es ein dunkler Bereich, auf den du getippt hast, wird dein Bild insgesamt heller und umgekehrt, ist es ein heller Bereich, wird es dunkler.

Fazit: Du siehst, am Ende des Tages braucht man meines Erachtens als Kfz-Gutachter keine teure Kameraausrüstung. Ein gutes Handy reicht völlig aus, wenn man weiß, wie man damit umgeht. Die Technik ist immer ausgereifter, die Bedienung wird immer einfacher und für die tägliche Dokumentation ist das mehr als genug. Keine Frage, die Bilder haben mit einer Kamera eine ganz andere Qualität, aber das setzt voraus, dass du weißt, wie man die Kamera einstellt, und dass du die benötigten Objektive hast, oder aber du kaufst dir was Kompaktes, wie zum Beispiel die erwähnte Sony RX100 VI.

Überlege für dich, was das Richtige ist und womit du dich wohlfühlst. Was bringt es dir, wenn du sagst, ich will die Aufnahmen unbedingt mit einer Kamera machen, sie aber danach in der Tasche liegt, weil dich die Handhabung aufhält oder dich das Ergebnis enttäuscht? Wenn du für dich sagst, du möchtest gestochen scharfe Bilder in höchster Auflösung, dann kann ich dir die Funktion deiner Kamera erklären oder dich vorab auch beim Kauf beraten. Melde dich einfach bei mir über mein Kontaktformular oder rufe mich an.

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