Tipps zur Kinderfotografie

Kinder sind wild und frei und wunderbar

Tipps zur Kinderfotografie

Die Kinderfotografie ist als Fotograf schwierig, spannend und aufregend zu gleich. Ein Kind ist selten so, wie es Eltern gerne hätten. Zumindest häufig dann nicht, wenn sie von ihrem Liebsten ein paar Bilder machen lassen wollen. Sie versuchen, dem Kind Dinge vorzuschreiben. Aber ein Kind ist alles andere als diszipliniert bei der Sache. Und das ist auch gut so! Ein Kind ist wild, fröhlich, traurig, verspielt und verträumt. Diese Vielfalt an Emotionen würde ich mir so manches Mal bei Portraitshootings von Erwachsenen wünschen. Also, warum einem Kind diese Unbeschwertheit verbieten? Generell gilt, nie etwas erzwingen und das trifft auf beide Fotografiebereiche zu. Neben den nachfolgenden Informationen findest Du am Ende dieses Artikels 10 Tipps zur Kinderfotografie.

Die wunderbare Welt der Kinderfotografie

Ein Kind ist etwas Wunderbares. Ja, es ist nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen. Und auch ich habe mich schon mal gefragt, passt mein Sohn mit 12 Jahren noch durch die Kinderklappe?! Nein, kleiner Scherz! Kinder können einem ab und an auch mal den Verstand rauben, keine Frage. Aber es sind eben Kinder. Und diese Zeit sollten sie genießen. Es gibt keine strikten Regeln bei einem Kindershooting. Wenn Du eins sicher bei der Kinderfotografie planen kannst, dann, dass nichts planbar ist. Einzig und allein die Location und die Utensilien vor Ort sind planbar. Abgesehen vom Wetter natürlich, das auch nicht immer das macht, was man gerne hätte, aber das ist ein anderes Thema.

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Lass das Kind: „Kind sein“

Egal ob das Shooting drinnen oder draußen stattfindet, sprich mit dem Kind. Stell dem Kind Fragen zu den Lieblingsspielsachen oder was es besonders lustig findet. Bei der Kinderfotografie ist es noch wichtiger, als sowieso schon, mit der Person vor der Kamera zu kommunizieren. Ansonsten verliert es schnell das Interesse und verschwindet, wenn ihr Pech habt, ganz aus dem Bild. Aber auch das wird mal passieren. Ein Shooting mit einem Kind ist nie planbar. Auch kann es sein, dass ihr einen Shooting Termin habt und das Kind ist schlecht drauf. Hier lässt sich versuchen mit Tricks zu arbeiten, wie einem Spielzeug oder etwas zu Naschen, aber wenn das Kind nicht möchte, dann sollte man nichts erzwingen. Entweder man probiert es später noch mal oder vereinbar einen anderen Tag. Das Thema Bezahlung lasse ich hier mal außen vor. Wie sich der Preis eines Fotografen berechnet, kannst Du hier nachlesen: Preisgestaltung eines Fotografen.

Naschen als Bestechung

Welche Zeit in der Kinderfotografie einplanen?

Die Kinderfotografie ist immer ein Spagat zwischen schnell und langsam. Deshalb nehme ich mir für die Kinderfotografie immer genügend Zeit. Minimum eine Stunde. Damit läuft ein Kindershooting entspannt und ohne Druck ab. Unter der Voraussetzung kann das Kind erstmal in der ungewohnten Umgebung ankommen und sich mit der neuen Person, dem Fotografen, vertraut machen. Das in Bezug auf langsam. Schnell heißt, irgendwann ist auch mal die Luft raus, das Kind hat irgendwann einfache keine Lust mehr. Wie viele Bilder am Ende rauskommen finde ich zweitrangig, Hauptsache ein schönes Bild ist dabei. Und je mehr Bilder Du machst, desto größer stehen die Chancen, dass mehr als ein Bild dabei ist.

Lösch den Spruch „Lach doch mal“

Egal, ob Erwachsener oder Kind, der Spruch „Lach doch mal“ solltest Du aus Deinem Kopf löschen. Wenn man zu einem Kind sagt „Lach doch mal“, verzieht es das Gesicht zu einer Grimasse, das sieht weder schön, noch natürlich aus. Wie bei den Erwachsenen muss man es zum Lachen bringen. Das geht bei einem Kind noch leichter als bei uns Erwachsenen. Zu einem Kind kann man sagen: Hey, hast Du gerade etwa gepupst? Wo dem Kind wahrscheinlich ein Lächeln übers Gesicht huschen wird, ist bei einem Erwachsenen eher mit einem entsetzten Gesichtsausdruck zu rechnen. Hier sollte der Fotograf genügend Empathie mitbringen, was in der jeweiligen Situation und im Fotografiebereich angebracht ist.

Lach doch mal

Gute Kinderbilder gelingen mit viel Übung

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Von daher empfehle ich Dir, wie auch generell in jeglicher Art der Fotografie, zu üben und auszuprobieren. Sei neugierig. Schau Dir Arbeiten von anderen Fotografen an. Was haben sie vielleicht noch in ihre Szenen eingebaut? Was gefällt Dir an diesen Bildern, was kannst Du für Dich daraus für Deine Bilder adaptieren? Wichtig für die Kinderfotografie ist, dass Du Lust hast Kinder zu fotografieren und vor allem, dass Du mit Ihnen umgehen kannst. Wenn Du nur um des Geldes Willen Kinder fotografieren möchtest und Kinder wie der Teufel das Weihwasser meidest, solltest Du es lieber lassen!

Welche Fotoausrüstung für die Kinderfotografie?

Eine kleine Digitalkamera für Schnappschüsse jeglicher Art als Familienteil ist super. Ich sage immer, der beste Fotoapparat ist der, den man dabei hat. Aber als Fotograf logischerweise ungeeignet, weil Du in der Bildgestaltung keine großen Optionen hast. Hingegen bieten Semi- und Profikameras alle Möglichkeiten, wie Zeitautomatik, Blendenautomatik und die Wahl der richtigen Lichtverhältnisse über Blende, Verschlusszeit und ISO. Bei der Wahl des Objektivs kommt es auf die Location an. Hast Du nur wenig Platz zur Verfügung, kann ein Weitwinkel oder eine 50mm Festbrennweite passend sein. Ist ausreichend Tiefe vorhanden, finde ich ein 70-200mm toll. Das hat auch den Vorteil, dass Kinder so gar nicht mitbekommen, dass sie fotografiert werden und sich vollkommen normal verhalten. Zum Beispiel, wenn ihr alle gemeinsam auf einen Spielplatz geht.

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Voller Körpereinsatz bei der Kinderfotografie

In der Kinderfotografie ist voller Körpereinsatz gefragt. Von daher empfehle ich Dir, nicht die besten Sachen anzuziehen, wenn Du Dich hinkniest oder auf den Boden legst, wirst Du unweigerlich dreckig. Das heißt, wenn es draußen geregnet hat und der Boden nass oder feucht ist, sich etwas zum Drunter legen mitzunehmen. Kinderfotografie sollte stets auf Augenhöhe oder darunter erfolgen. Von oben herab verlieren die Kinderbilder an Aussagekraft. Meine Meinung. Eine Ausnahme: Der Blickwinkel hat etwas mit der Bildaussage zu tun und ist bewusst inszeniert. Klar, Ausnahmen bestätigen die Regel. Zum Beispiel wird in der Babyfotografie häufig von oben fotografiert.

Natürliche Kinderfotografie

Was heißt natürliche Kinderfotografie?

Abgesehen von dem eben kurz angesprochenen, bewusst eine Bildstimmung zu erzielen heißt natürlich: Das Kind Kind sein zu lassen. Es nicht zu verbiegen, es Spaß haben zu lassen.  Bestenfalls vergisst es die Kamera und bewegt sich ungezwungen und natürlich. Natürlichkeit heißt auch für mich, Blödsinn zu machen, gemeinsam zu lachen. Besonders schöne Kinderfotos sind Bilder, die ein bestimmtes Gefühl, eine Emotion ausdrücken. Verlasse Dich dabei einfach auf Dein Gefühl. Das Du dazu zu jeder Zeit Deine Kamera beherrschen solltest, setze ich jetzt voraus, ebenso, wie die Drittel-Regel, um ein interessantes Bild zu gestalten. Hier kann ich Dir den Tipp geben: Gestalte den Bildausschnitt nicht zu eng. So kannst Du die Drittel-Regel danach auch noch anwenden. Wenn Du den Bildausschnitt zu eng wählst, hast Du im Nachhinein bei der Bildbearbeitung keine Möglichkeit mehr, außer vielleicht, daraus ein Close-Up zu machen.

10 Tipps für die Kinderfotografie

  1. Nimm eine Auswahl an Objektiven mit (z.B. Weitwinkel, Festbrennweite und Teleobjektiv)
  2. Eine Unterlage, für nasse oder schmutzige Untergründe
  3. Beachte die Tageszeit für die Outdoor Location und vermeide die grelle Mittagssonne. Sollte dies nicht möglich sein, wähle Schattenplätze
  4. Fotografieren auf Augenhöhe oder Froschperspektive
  5. Experimentiere mit Ausschnitten (Portrait und Close-Up)
  6. Schaffe Ordnung im Bild. Entferne störende Elemente die ablenken aus dem Bild. Ist dies nicht möglich, verändere den Bildausschnitt
  7. Probiere auch mal Schwarzweiß. Auch ein Kinderportrait in Schwarzweiß kann toll aussehen.
  8. Manchmal ist weniger mehr. Das bezieht sich nicht nur auf die Inhalte im Bild, sondern auch auf die Farben. Je weniger ablenkende Elemente, desto mehr konzentriert sich der Betrachter auf das Kind
  9. Utensilien mitnehmen. Das kann zum Beispiel das Lieblingskuscheltier sein oder ein Ball.
  10. Behalte bei der Location die Kleidung des Kindes im Hinterkopf. Wenn ihr auf eine Wiese gehen wollt, sollte das Kind möglichst Kleidung tragen die sich vom Hintergrund absetzt.

Fazit: So viel Fazit gibt es da diesmal gar nicht. So viel Planung gibt es in der Kinderfotografie nicht. Checke, Deine Kameraausrüstung vor dem Termin (vollgeladene Akkus und Speicherkarten formatieren). Ausrüstung auf Vollständigkeit prüfen. Die 10 Tipps noch mal durchlesen und los! Habt gemeinsam Spaß!

Letzte Aktualisierung am 6.07.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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