4 Tipps zur Städtefotografie

Hansestadt Lübeck, die Stadt der sieben Türme. In den Sommermonaten wimmelt es in der Stadt von Touristen mit Fotoapparaten. Es werden unzählige Selfies gemacht und ein Bild vorm Holstentor darf natürlich nicht fehlen. Diese Bilder haben alle ihre Berechtigung, aber Ausgefallenes ist eher selten darunter. Ich gebe zu, das ich als Kreativlegastheniker, es auch des Öfteren sehr schwer fällt eine gewisse Art an Kreativität und Besonderheit in ein Bild mit einfließen zu lassen. Dennoch möchte ich ein paar Tipps geben, wie ich es doch ab und an schaffe Ideen bei meinen Städtetrips umzusetzen.

In Lübeck findet man auf engem Raum wundervolle Motive. Speziell die verwinkelten Gassen und Hinterhöfe haben es mir angetan. Städte üben schon immer eine große Faszination bei mir aus. Sie verändern ihr Gesicht zu jeder Tageszeit. Von der Großstadtsymphonie bis zum Kleinstadtidyll: Jede größere Ansiedlung von Menschen hat ihr ganz eigenes Wesen, in dem sich der Charakter ihrer Bewohner widerspiegelt. Das lässt sich auch besonders gut im Vergleich einzelner Stadtviertel beobachten.

Städtefotografie – Hast Du wirklich alles gesehen?

Die strenge Geometrie und Aufgeräumtheit einer Großstadt wie Hamburg, das Farb- und Formchaos auf den Straßen des Arbeiterviertels, die geisterhaften Lichtstimmungen der Media Docks in Lübeck: In Momentaufnahmen werden die herausragenden Merkmale einer jeden Umgebung, die im Alltag oft unbemerkt bleiben, plötzlich erfass- und erlebbar.

Lübeck

Hamburg

Segelschiff

Strandbar

Hinterhof

Nachtspaziergang

Gassen

Lübecker Innenstadt

Lichterspiel

Die Fundgrube für Fotografen

Jede Stadt hat ihren ganz eigenen Puls. Am häufigsten war ich bisher in Kiel, Lübeck und Hamburg unterwegs. Ein Bild transportiert häufig eine Stimmung oder sagen wir, „sollte“. Betrachte ich ein Bild, frage ich mich immer, was hat sich der Fotograf dabei gedacht und was versucht er auszudrücken. Wie hat er sich gefühlt und warum gerade dieses Motiv.

Ungewohnt anders! Neu ist immer etwas, wenn es nicht der gewohnten Perspektive entspricht. Somit der erste Tipp für euch.

Tipp 1: Fotografiert aus ungewöhnlichen Perspektiven

Lasst Störer wie zum Beispiel die Äste eines Baums, die Silhouette eine Person oder eine Mauer ruhig mit in euer Bild mit einfließen. Erst diese Störer verleihen dem Ganzen etwas Besonderes und Einzigartiges. Die Besonderheit die nicht auf unzähligen Urlaubsbildern oder auf einer Postkarte zu sehen ist.

Tipp 2: Die Tageszeit – Die Nacht kleidet Städte in ein besonderes Gewand

Reisestativ

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Unscheinbare Orte am Tag, können sich in der Nacht zu wahren Hinguckern wandeln. Am besten startet ihr eine Stunde vor Sonnenuntergang und nehmt die sogenannte blaue Stunde mit. In der blauen Stunde wirken die Farben auf Bildern noch intensiver und kräftiger.

Bei Nacht oder in der Dunkelheit empfiehlt sich der Einsatz eines Stativs. Sofern vorhanden ein Reisestativ. Das ist leichter und lässt sich kompakter zusammenlegen und transportieren. Vor allem dann, wenn man etwas Strecke machen möchte und nicht nur einen Ort fotografieren möchte.

Großartig sind auch Lichtspuren, sogenannte Light Trails. Wie Lichter von Gebäuden und Straßenlaternen, gibt der Straßenverkehr Städten einen einzigartigen Stempel.

Langzeitbelichtung und Nachtfotografie

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Sicherlich habt ihr diese Art von Bildern schon mal gesehen, wenn weiße und rote Lichtspuren auf einem Bild in der Nacht zu sehen sind, die vom Straßenverkehr stammen.So ein Bild bekommt ihr mit einer langen Belichtungszeit und einem Stativ hin. Sucht euch erst einen Punkt auf den ihr euer Objektiv scharf stellt und belichtet dann für zirka 10 Sekunden (plus/minus ein, zwei Sekunden). Einfach mal ausprobieren. Wichtig dazu ist natürlich fließender Verkehr.

Tipp 3: Findet Wasserspiegelungen

Aufgrund der Wassernähe, lässt sich in Lübeck großartig mit Spiegelungen arbeiten. Voraussetzung dafür ist eine ruhige Wasseroberfläche. Zum Beispiel habe ich mal einen Teil der Lübecker Skyline fotografiert. Das Bild um 180 Grad gedreht.

Kreative Bildideen

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Bei der Betrachtung eines Außenstehenden kann es schon zur Verwirrung führen, welcher der beiden Seiten nun die Spiegelung ist. Spiegelungen lassen sich auch sehr gut über eine Glasfront, wie zum Beispiel einem Schaufenster fotografieren.

Tipp 4: Die Liebe zum Detail

Wie einleitend beschrieben, verleiht der Stadt euren eigenen Stempel. Woran möchtet ihr euch erinnern, wenn ihr an eine Stadt zurückdenkt? Das können Häuserfronten sein, der Eingang eines Gebäudes, eine Verzierung oder ein schnuckeliger kleiner Laden, der euch besonders gefallen hat. Kleinigkeiten und Liebe zum Detail die euch besonders beeindruckt haben!

Worauf ihr achten solltet bei der Städtefotografie

  • Panoramafreiheit: Erlaubt ist das Fotografieren von Straßen und Gebäuden, die öffentlich zugänglich sind (Achtung: Kein privates Gelände)
  • In Gebäuden selbst, wie zum Beispiel: Kirchen und Museen darf nur mit einer Zustimmung/Genehmigung fotografiert werden.
  • Notwendig ist das Einholen einer Zustimmung des Rechtinhabers, wenn Kunstwerke wie Gemälde und Skulpturen abgelichtet werden.
  • Bei der Personenfotografie ist es immer so eine Sache. Grundsätzlich sollte man sich immer die Zustimmung der fotografierten Person einholen und dies am besten schriftlich.
  • Kunstwerke, die auf öffentlichen Plätzen ausgestellt werden und das dauerhaft, dürfen fotografiert werden.
  • Denkmäler und Bauwerke die an öffentlichen Wegen und dauerhaft dort positioniert sind, dürfen auch fotografiert werden.

Die vorstehenden Angaben/Quellen zu Bildrechten und Panoramafreiheit sind auf Wikipedia zu finden!

Die Fotoausrüstung für die Städtetour

Bei Städtetouren möchte ich meistens nicht viel mitschleppen. Es war für mich immer ein abwägen, nehme ich jetzt ein Weitwinkelobjektiv oder ein Standardzoom mit. Letztendlich setze ich jetzt häufiger ein Allround-Objektiv ein. Das Nikon AF-S DX Nikkor 18-200mm ist mit dem Crop-Faktor meiner Nikon 7100 ~23-260mm. Ich habe mich jetzt an den 1,3 Crop-Faktor orientiert, den Nikon selbst auf ihren Seiten angibt. Im Netz findet man Werte von 1,3 bis 1,6. Mit diesem Objektiv lassen sich schöne Hintergrundunschärfen, als auch tolle Weitwinkelaufnahmen auf Bilden festhalten. Auftretende leichte Vignettierungen lassen sich in der Bildnachbearbeitung gut entfernen. Der eingebaute Bildstabilisator sorgt dafür, dass man meistens auf die zu Hilfenahme eines Stativs verzichten kann. Ausnahme ist hier natürlich die Abendfotografie und die Langzeitbelichtungsaufnahmen.

So und nun aber los mit euch!

Habt einfach Spaß bei der Städtefotografie. Wenn ihr merkt, ihr müsst euch zu etwas zwingen oder seid nicht in Stimmung, verschiebt die Fototour lieber auf einen anderen Tag (sofern möglich). Ich wünsche euch ein paar tolle und unvergessliche Bilder!

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