Lange schon wollte ich mir das Pace-Museum ansehen. Ich würde mich nicht als Autofreak bezeichnen, aber dennoch faszinieren und begeistern mich schöne oder getunte Autos. JP-Performance auf YouTube schaue ich immer mal wieder gerne. Ich mag die Art von Jean-Pierre Kraemer, der nach meinem Empfinden authentisch und lustig rüberkommt. Ob er im Reallife auch so ist, kann ich nicht beurteilen, aber er unterhält mich. Lange Rede, kurzer Sinn. Ich hatte einen Auftrag in Moers und dachte mir: „Das verbinde ich.“ Den Auftrag hatte ich am Dienstag bis mittags, aber montags und dienstags hat das Pace-Museum geschlossen, also blieb ich einen Tag länger und fuhr von Herne aus rüber.

Auf dem Parkplatz des Pace-Museums
Seiteninhalt
Die Verkehrbedingungen hatte ich mir bereits einige Tage vorher angesehen und wusste von daher, dass ich mehr Zeit einplanen musste. Auch um nicht vollkommen gestresst vor Ort anzukommen. 10:30 Uhr machen die Jungs die Pforten auf. Ich hatte eine Nacht in einem Hotel in Herne übernachtet und bin gegen 8:30 Uhr losgefahren. Mit den ganzen Staus auf der Strecke habe ich für die Strecke nach Dortmund eine Stunde gebraucht. Ganz entspannt fuhr ich auf den großen Parkplatz und war der Erste. Wen wundert’s? Wer ist schon eine Stunde vor Beginn in der Woche da? Aber bereits wenige Minuten später kamen weitere Gäste, die auf den Hof fuhren.
Bilder vom Museumsgebäude
Die Zeit vor der Öffnung nutzte ich, um Bilder vom Gebäude zu machen, ein paar B-Rolls für ein Video zu drehen und weitere Impressionsbilder. Gegen kurz vor halb elf ging ich zum Eingang, wo bereits rund 20 Besucher warteten. Es wurde pünktlich geöffnet und da ich mir vorab ein Ticket gekauft hatte, konnte ich an der Schlange vorbeigehen. Aber bevor ich durch den Eingang ging, fotografierte ich bereits ein paar Ausstellungsstücke im Eingangsbereich. Vorab hatte ich beim Marketing per E-Mail angefragt, ob ich vor Ort filmen und fotografieren dürfte, und ich erhielt prompt eine Rückmeldung: „Kein Problem, beides wurde mir erlaubt!“ Ich hatte viel zu viel an Ausrüstung mit. Mein 85-mm-Objektiv an der R5 habe ich gar nicht genutzt.
Mein HDR Workflow
Carporn vom Feinsten
Eigentlich hätte ich mich hier auch zwei Tage aufhalten können, aber da ich bereits am nächsten Morgen einen Auftrag in Lübeck hatte, konnte ich auch nicht so lange bleiben, da ich auch noch die 400 km zurück nach Lübeck musste. Dennoch ließ ich mir Zeit und fotografierte die Autos, die mich persönlich am meisten ansprachen. Viele Bilder machte ich auf Stativ mit der Canon R8 und dem 28–70-mm. Einiges auch mit Belichtungsreihen, um daraus später ein HDR-Bild zu machen. Bis zu 10 Aufnahmen mache ich bei Lichtbedingungen, die etwas tricky waren, wie zum Beispiel ganz oben, durch die sehr hellen Fensterfronten. Nach dem Zusammenführen der Bilder in Lightroom bearbeitete ich die jeweiligen Bilder weiter mit Photoshop. Dabei wandte ich den Stil oder ein einzelnes Preset nicht auf alle Autos an, sondern schaute, was mich persönlich ansprach und am besten zur jeweiligen Lichtsituation passte.

Bildbearbeitung der Bilder aus dem Pace-Museum
Ich greife mal ein bisschen vor. Dazu werde ich auch noch mal eigens ein Video machen. Wobei es im Video eher um die Bildbearbeitung geht als um das Zeigen des Pace-Museums. Hätte ich jetzt vor Ort auch noch gefilmt und diverse B-Rolls aufgenommen, wäre ich erst gegen Abend rausgekommen. Alles in allem war ich 3 Stunden im Museum unterwegs. Eigentlich viel zu wenig, aber durch die Aufträge am nächsten Tag ließ es sich nicht anders bewerkstelligen. Auf der Kamera hatte ich auf dem Blitzmount noch eine Actioncam, die ich während der Aufnahmen mitlaufen hatte. Die Herausforderung war natürlich die, nicht die Besucher mit auf den Bildern zu haben. So wartete ich oder nutzte verschiedene Winkel, um keine störenden Personen mit drauf zu haben.
Das Team vom Pace-Museum
Als ich rausging, fragte mich einer der Mitarbeiter, ob ich erfolgreich war. Ich unterhielt mich kurz mit ihm. Durch die Bank weg war das ganze Team freundlich und sympathisch. Er gab mir den Tipp, noch nach nebenan zu gehen, in die Halle von Tme-Attack. Dort standen auch noch ein paar Fahrzeuge. Wie ein Porsche im Flamingo-Look, den sie zuvor in die Halle gefahren hatten. Der Sound war grandios! In der Halle machte ich noch ein paar Bilder und haute dann in den Sack. Gegen 13 Uhr trat ich die Heimreise an. Zuhause juckte es mich bereits in den Fingern, mich gleich an die Bilder zu setzen, aber ein Kundenauftrag hatte Vorrang. Trotzdem ließ ich es mir nicht nehmen, zumindest ein Bild zu bearbeiten. Die Woche über bearbeitete ich stets ein Bild aus der Serie und ließ das Screen-Recording mitlaufen, um meinen Workflow bei der Bildbearbeitung der Autos zu zeigen.

Mein Bearbeitungsstil bei den Autobildern
Die Bildbearbeitung ist stets Geschmackssache. Mir ist es wichtig, mich vom Auto inspirieren zu lassen und in mich zu horchen, welcher Look für das Auto am besten passen könnte. Ist auch stark davon abhängig, wie ich an dem Tag drauf bin oder was für Musik ich höre. Was mich vom Auto ablenkte, retuschierte ich aus den Bildern, wie Fahnenmasten außerhalb des Gebäudes oder ein Fahrzeug, das zu nah dran stand Kleinere Makel auf dem Podest oder auf dem Boden retuschierte ich raus. Da ich mit sehr offenen Blenden fotografierte, gab es kein weiches Bokeh. Das fügte ich bei einigen Bildern am Ende mit Photoshop dazu, so dass es für mich harmonisch aussah. Da ich privat im Museum war und keinen Auftrag hatte, kann ich natürlich mit den Bildern machen, was mir gefällt und mich anspricht.
Was hätte man anders machen können?
Wenn es möglich gewesen wäre, nachts zu fotografieren. So hätte man das starke Licht durch die großen Scheiben von draußen nicht gehabt und wirklich nur den Spot des LED-Lichts über den Fahrzeugen. Ich kann mir vorstellen, dass das echt geil aussehen könnte, aber erstens hatte ich die Option nicht und zweitens musste ich mit dem arbeiten, was da war. Viele Experimente waren auch nicht drin, da meine Zeit, wie erwähnt, knapp bemessen war. Sollte ich mal die Möglichkeit bekommen, ala „André nachts im Museum“, würde ich hier deutlich mehr Zeit einplanen und mich so richtig austoben. Ansonsten bin ich zufrieden und freue mich, dass ich die Gelegenheit hatte, mir das Pace-Museum anzusehen. Keine Frage, Jean-Pierre Kraemer zu treffen, wäre ein Träumchen gewesen, aber auch so war es toll!

Fazit: Für wen ist das Pace-Museum? Ich denke, für jeden, der Autos mag und einen Bezug zu der Person Jean Pierre Kraemer hat. Ich kann jetzt nicht jedes Automodell aufzählen, dafür bin ich nicht tief genug in der Materie, aber ich mag schöne Designs und Tuning, wie anfangs erwähnt, und hier kommt man, meinem Empfinden nach, voll auf seine Kosten. Im gleichen Gebäude sind auch ein Café und ein Merchandise-Shop. Das Café soll mega leckere Zimtschnecken haben – so zumindest „Franky Fiegenschuh“ im Video von Matthias Malmedie auf YouTube (Mit JP durch die Werkstatt & PACE Museum mit Franky Fiegenschuh – exklusiver geht’s nicht!). – Wer also einen Einblick in die Ausstellung haben möchte, sollte sich das Video mal ansehen.
Dazu hat man die Möglichkeit, Kopfhörer mit reinzunehmen, die vorne ausgegeben werden, so dass man sich auch weitere Informationen zu den Ausstellungsstücken anhören kann. Da ich für mich eher zum Arbeiten dort war, wenn auch privat, habe ich das nicht in Anspruch genommen. Es hat mir wirklich Spaß gemacht und sollte ich noch mal auf der Ecke sein, schaue ich gerne wieder rein. Wenn du Bock auf weiteren Auto-Content hast, findest du hier noch einen älteren Artikel von mir: Die besten Tipps für die Autofotografie.
