Hochzeitsfotografie in der Eventlocation ARVED in Lübeck
Die Eventlocation ARVED befindet sich, wenn man von oben über Maps auf die Lübecker Altstadt schaut, ziemlich nördlich. Gleich nebenan sind das Heiligengeist-Hospital und die Jacobikirche. Bereits vor einigen Wochen hatte ich mir die Location für eine Hochzeitsfeier angesehen. Aber spulen wir einmal weiter zurück. Anfang Februar meldete sich Denise über Trustlocal. Ich rief sie gleich an und sie und ihr Verlobter Jochen kamen bei mir zum Hochzeitsvorgespräch vorbei.

Warum ein Hochzeitsvorgespräch?
Bei einem Hochzeitsvorgespräch können das Paar und das Hochzeitspaar für sich entscheiden, ob mir mein Gegenüber sympathisch ist. Was sagt mein Bauchgefühl? Ich kann für mich im Gespräch herausfinden: Kann ich die Erwartungshaltung des Kunden erfüllen und was sagt mein Bauch? Ich verlasse mich sehr auf mein Bauchgefühl. Wenn ich merke, da ist irgendwas nicht passend, empfehle ich einen anderen Fotografen. Klar, das Ganze mit einer gefühlvollen Überleitung. Denise und Jochen waren mir beide sympathisch. Ich den beiden auch, denn sie buchten mich für ihren großen Tag. Wir sprachen über den Ablauf und die Wünsche. Alles hörte sich für mich stimmig an.
Besichtigung der Eventlocation ARVED
Es war mein erstes Mal im ARVED. Deshalb schaute ich mir die Eventlocation vorher an. Ich vereinbarte einen Termin mit der Eventagentur ddt GmbH und traf mich mit einer Mitarbeiterin vor Ort. Stellte ein paar Fragen und schaute mir die Räumlichkeiten und den Garten an. Was soll ich sagen? Ich bekomme jetzt noch eine Gänsehaut, wenn ich an diese traumhafte Kulisse denke. Da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Das als Gebäude der Eingang, der einem bereits das erste „Wow“ raushauen lässt, und „Wow“ ging mir permanent durch den Kopf, bei der Treppe rauf zur Location, bei den einzelnen Räumen, selbst in den Toiletten. Wieder zeichnet sich eine Gänsehaut auf meinen Armen ab.

Traumhafte Räumlichkeiten im ARVED
Alleine die Details zu beschreiben, würde einen eigenen Artikel füllen! Die gewählten Farben, das dunkle und edle Holz in Richtung Bar, die großen Räume, in denen man feiern kann, mit dem Holz und der Tapete. Edel, ohne drückend zu wirken. Die Bar – ein absoluter Hingucker! Die Herrentoilette und Damentoilette … ehrlich? Selbst da drinnen haben wir Bilder gemacht. Jetzt denkst du: „Auf einer Toilette Hochzeitsbilder?“ Aber die Toiletten sind prunkvolle Räume. Stimmig und wunderschön! Ich persönlich hätte den ganzen Tag hier Bilder von den beiden machen können. So viele wunderschöne Spots innerhalb der Location. Großes Lob an die Eventlocation ARVED. Ich habe viel gesehen in den letzten 10 Jahren, aber die Location sticht mit ihren Räumlichkeiten hervor. Okay, machen wir hier mal Schluss und kommen zu den Hochzeitsbildern von Denise und Jochen.
Kirchliche Trauung in der Steinkirche in Ratekau
Die kirchliche Trauung fand in der Steinkirche in Ratekau statt. Ich fuhr circa eine Stunde vor der Zeremonie zur Kirche. Ich habe in der Kirche vorher noch nicht fotografiert gehabt und wollte mich vorab einmal dort umsehen. Auch hier: Die Kirche ist ein absoluter Hingucker von außen. Drinnen jetzt nicht ganz so prunkvoll, aber hell und doch sehr schön. Bereits vor Ort war die Küsterin, mit der ich mich kurz unterhielt. Mit der Pastorin hatte ich bereits einige Monate vorher telefoniert, um zu erfragen, ob ich irgendwelche Bereiche nicht betreten darf oder sonstige Einschränkungen habe. Ansonsten habe ich ein sehr gutes Taktgefühl, wann man sich eher ruhig verhalten sollte und kurz innehalten sollte mit dem Fotografieren. Wie zum Beispiel während eines Gebets. Aber es gab keine Einschränkungen, ich durfte meiner Kreativität freien Lauf lassen.

Ankunft der Gäste bei der Steinkirche
Gegen 14 Uhr trafen die ersten Gäste ein. Ich hatte meinen Kameragurt, den Cotton Carrier G3, um. An dem ich die Canon R5 mit dem 70-200mm f/2.8 vorne befestigt hatte und an der Seite die Canon R6 mit dem 28-70mm f/2. Ich mag das Tragegeschirr sehr, weil ich damit sehr mobil und flexibel mit meinen Kameras bin. Nichts baumelt herum, wie man es sonst von vielen Tragegeschirren kennt und man aufpassen muss, dass die Kameras nirgendwo gegenschlagen. Das Geschirr hat eine Plastikführung, in der die Kameras arretiert sind und fest in der Halterung sitzen. Abwechselnd fotografierte ich die Gäste mit beiden Kameras. Je nachdem, ob sie bereits nah dran waren oder gerade aus dem Auto ausstiegen.
Hochzeit mit einer Hochzeitsreportage einfangen
Was ist eine Hochzeitsreportage? Vielleicht mag es da unterschiedliche Auffassungen geben, ich halte jeden Moment fest, wenn ich vor Ort bin. Für mich beginnt die Arbeit als Hochzeitsfotograf, wenn ich vor Ort bin. Abgesehen von dem Hochzeitsvorgespräch, Ideen aus dem Gespräch entwickeln, Planung und Ausrüstung vorbereiten, das zähle ich jetzt nicht dazu. Ich liebe es, Momente festzuhalten und nach ihnen Ausschau zu halten. Toll fand ich, dass mir genau das jemand sagte. Ich habe sie beobachtet, sie sehen sich ganz genau um und haben das Auge für besondere Momente. Wieder so eine Situation, die mir ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Kam überraschend und spontan von einem der Gäste bei der letzten Hochzeit. Genau so ist es, ich bewege mich viel und ich höre erst auf, wenn der Auftrag beendet ist. So kommt viel Material zusammen und das Hochzeitspaar hat eine tolle Auswahl an natürlichen Momenten, die ich für sie festgehalten habe.

Eintreffen von Denise und Jochen
Kurz vor der Hochzeit trafen Denise und Jochen ein. Die Kamera im Anschlag ging ich rückwärts voran und fotografierte die beiden beim Einzug in die Kirche. Die Gäste standen, die beiden strahlten. Vorneweg die Pastorin. Nachdem die Beiden Platz genommen hatten, wechselte ich stetig weiter zwischen den Kameras hin und her. Fotografierte mal einen Gast in der letzten Reihe. Oben von der Empore auf die Gesellschaft herunter oder von der Kanzel auf das Brautpaar herunter. Eine bewegende Rede, die die Pastorin zu beiden hielt. Auch eine der Töchter hielt eine Fürbitte. Nachdem die beiden sich das Jawort gegeben hatten und ihren Segen erhielten, ging es auch schon wieder nach draußen. Ich auch wieder rückwärts vorne weg.
Taubenzeremonie nach der Kirche
Nachdem alle Gäste den beiden gratuliert hatten. Standen Züchter mit geschulten weißen Tauben vor der Kirche. Zuerst ließ jeder von beiden eine Taube aus den Händen los und danach wurden aus einem Korb mehrere Tauben freigelassen. Was heißt das für mich als Hochzeitsfotografen? Ein Weitwinkel ist hier Pflicht, um den Flug und die Zeremonie mit drauf zu haben, als auch Serienbildmodus. Als Fokuspunkt habe ich vorher die beiden anvisiert, so dass mir der Fokus nicht irgendwo hinspringt, wo ich ihn nicht haben möchte, wenn die Tauben hochfliegen. Zum Beispiel in den Hintergrund auf einen der Gäste. Und somit wären Bilder unscharf, von den beiden und den Tauben. Alles so kleine Dinge, die man als Hochzeitsfotograf bedenken muss.
Gruppenbilder und Bilder vom Hochzeitspaar
Danach ging es an die Gruppenbilder. Erst das Bild, auf dem alle drauf sind. Das war schon recht knapp, 90 Personen aufs Bild zu kriegen, da man bei der Kirche nicht unendlich viel Platz hat und auch die Mittagssonne mitberücksichtigt werden musste. Weitere Gruppenbilder folgten, wie mit der Familie, mit Freunden und bunt gemischt. War einfach schön anzusehen, wie viel Freude alle hatten, und ich lächelte ebenfalls hinter der Kamera. Nachdem alle gewünschten Konstellationen fotografiert worden waren, machten wir uns an die Bilder vom Hochzeitspaar. Die Kirche fügte sich gut im Hintergrund mit ein. Ich machte ein paar Nahaufnahmen von den beiden, Einzelbilder von der Kleidung, wie das Brautkleid von hinten. Ließ die beiden auf mich zukommen um ein paar dynamische und ungestellte Bilder zu machen. Eine bunte Mischung und dann ging es zur Eventlocation ARVED nach Lübeck.

Parken und Fußmarsch zum ARVED
Von der Steinkirche in Ratekau fuhr ich zu den Media Docks und stellte hier meinen Wagen ab. Meine Fotoausrüstung, Stative, Blitze und Softboxen verstaute ich in einem zusammenklappbaren Bollerwagen und machte mich mit diesem auf den Weg zum ARVED. Parkmöglichkeiten auf der Altstadtinsel, ist ein eigenes Thema für sich. Aber es war trocken, die Sonne schien und die kurze Pause und frische Luft taten gut. Ich brauche von den Media Docks zum ARVED circa 10 Minuten.
Liveband und Sektempfang im Garten
Der Eingangsbereich im ARVED ist riesig und wunderschön. Draußen standen zwei Mitarbeiterinnen, die mich reinließen. Gesichert ist der Eingang durch ein Codepanel. Meine Ausrüstung stellte ich an der Seite in der Eingangshalle ab und nahm die Sachen mit nach oben, die ich vorerst brauchte, und stellte diese in die Garderobe im 1. Stock, wo sich auch die Räumlichkeiten befinden. Danach ging ich mit meinen beiden Kameras runter in den Garten und fotografierte Gespräche der Gäste, die Liveband und den Brautstraußwurf. Danach ging es nach oben zum ersten Gang des Menüs. Oben angekommen standen auf einer großen Tafel die Tische und die Namen, mit denen die an diesem Abend zusammensaßen. Nachdem alle Platz genommen hatten, kam der Weinservice an den Tisch und kurz danach der erste Gang des Hochzeitsmenüs.

Ein weiteres Highlight des Abends: ein Zauberer!
Der Zauberer Mr. Tricknic betrat den Saal. Ich dachte zuerst so: „Nen Zauberer zu einer Hochzeit?“ Aber ehrlich, bereits nach einer Minute dachte ich: „Wie geil!“ Mit Charme und Humor performte Nico ein Programm, von dem ich gerne noch mehr gesehen hätte. Er zog jeden in seinen Bann. Ich beobachtete die Gäste und machte hier und da Bilder, ohne dabei den Zauberer oder die Gäste beim Zusehen zu stören. Nebenbei genoss ich natürlich selbst die Vorführung. Am Ende blieb immer bei mir im Kopf: „Wie hat er das gemacht?“ Das wohl atemberaubendste war der Abschluss: ein schwebender Tisch. Und ich frage mich immer noch: Wie funktioniert dieser Trick?! Aber eigentlich ist es doch auch ganz gut, wenn man es nicht weiß, denn das würde schnell diese beeindruckende Illusion zerstören. Nachdem Mr. Tricknic mit einem Applaus, der seinesgleichen suchte, verabschiedet wurde, kam der nächste Gang.
Tattoos auf einer Hochzeit
Zuerst dachte ich, das ist nen Scherz. Aber weit gefehlt, ein Scherz war es nicht. Wer wollte, konnte sich ab 20 Uhr ein Tattoo stechen lassen. Dazu hatten im Vorwege Denise und Jochen Motive herausgesucht, die ihnen sehr viel bedeuten, und so ein paar kleine Tattoo-Ideen aufgehängt, die auch in wenigen Minuten gestochen werden konnten. Ein, zwei fand ich auch ganz interessant und so dauerte es nicht lange, bis die ersten Neugierigen sich die Ideen anschauten und einige sich sogar ein Tattoo stechen ließen. In den über zehn Jahren, in denen ich jetzt als Hochzeitsfotograf tätig bin, war das etwas absolut Neues! Auch hier machte ich einige Bilder, aber ohne Blitz, um die Tätowiererin bei der Arbeit nicht zu stören. Ich schmunzelte, weil ich kurz im Kopf hatte, wie so eine Störung aussehen könnte. Mit einem Schreck einmal quer einen Strich über den Arm gezogen. Ich lachte innerlich, aber schüttelte den Kopf. Ne, das konnte ich nicht bringen, und schaute weiter zu.

Hey, den DJ Sand & Sound kenne ich!
Christian hatte ich vor einigen Monaten bei den Media Docks fotografiert. Er brauchte für seine Webseite und Social Media Bilder von sich. Dazu verabredeten wir uns und machten ein paar tolle Bilder. Auch an diesem Abend fotografierte ich Christian, nur diesmal bei der Arbeit und natürlich die Gäste beim Tanzen. Der Raum, der dafür zur Verfügung stand, war nicht ganz so groß und so musste ich stets schauen, mit keinem der Gäste zusammenzustoßen. War also sehr nahe am Geschehen und die Stimmung war grandios. Christian schaffe es die Menge zum tanzen zu bewegen und auch auf der Tanzfläche mit wechselnden Musikstücken zu halten. Songs, die auch mich dazu brachten, immer mal wieder im Takt kurz mitzuschwingen.

Lass uns Bilder auf der Toilette machen!
Lass uns Bilder auf der Toilette machen – wenn man das erstmal hört, wird man sich wahrscheinlich denken: „Bilder auf der Toilette … ist klar!“ Aber, ja aber, die Damen- und Herrentoilette sind sowas von ein Hingucker. Da ist mehr Glamour als in meiner gesamten Wohnung. Okay, ich gebe zu, das ist auch nicht schwer, ich lebe minimalistisch, aber mal ernsthaft. So schöne Toiletten habe ich noch nie gesehen. So viel Liebe zum Detail. Eher stylische Räume, in denen Mann oder Frau nebenher auch noch auf Toilette gehen und sich frisch machen können. Hier habe ich Jochen fotografiert, also auf der Männertoilette vorm Spiegel, als auch Denise mit Freundinnen aus der Damentoilette.
Anschneiden der Hochzeitstorte
Als Letztes habe ich noch das Anschneiden der Hochzeitstorte festgehalten. Klar, jeder schaut: Wer hat die Hand auf dem Messer oben?! Die Augen der Menge waren auf Denise und Jochen gerichtet. Die Hochzeitstorte hatte ich vor dem Anschnitt noch fotografiert. War lustig anzusehen, die beiden. Gesichtsausdrücke machen Bilder aus, die in Erinnerung bleiben. Nachdem jeder, der wollte, ein Stück Kuchen bekommen hatte, war an dem Tag langsam Feierabend für mich. Zu dem Zeitpunkt hatte ich die beiden 11 Stunden begleitet. Ich fragte sie noch, ob sie einen Wunsch hätten, und packte, nachdem sie verneinten und sich bei mir bedankten, meine Ausrüstung zusammen. Ich belud wieder meinen Bollerwagen und ging zum Auto. Gegen 2 Uhr fiel ich, nachdem ich alles hier wieder an seinen Platz gelegt hatte, ins Bett und war sofort weg.

Ein Tag, der mir in Erinnerung bleiben wird
Alleine schon wegen der Eventlocation, dem ARVED, aber auch wegen der anderen Dinge drumherum. Allen voran auch die offene und liebevolle Art von Denise und Jochen. Die kleinen Details, die sie für ihren besonderen Tag vorbereitet haben. Alles zusammen ergibt eine Hochzeit, die für mich als Hochzeitsfotograf etwas Besonderes war. Das zeigen auch die Hochzeitsbilder, die jeden Moment eingefangen haben und diese besonderen Augenblicke widerspiegeln. Das Feedback, das ich von den beiden erhalten habe, zauberte mir auf jeden Fall erneut ein Lächeln ins Gesicht. Hochzeitsbilder voller Leben, echten Begegnungen und kleinen Geschichten, die jetzt in den Bildern der beiden weitererzählt werden. Den beiden wünsche ich alles erdenklich Gute und freue mich nun auf die weiteren Hochzeiten, die ich dieses Jahr noch begleiten darf. Fürs nächste Jahr habe ich auch bereits Buchungen. Einfach schön, beruflich das zu machen, was einen glücklich macht, und damit auch noch andere glücklich zu machen. Eine Win-Win-Situation für alle!
