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Wie wechselt man ein Objektiv richtig?

So bleibt dein Sensor sauber und dein Bajonett unbeschädigt

Ein Objektiv zu wechseln scheint auf den ersten Blick simpel. Drehen, abnehmen, neues drauf, fertig. Doch wer regelmäßig fotografiert, weiß: Ja, ein Objektivwechsel ist einfach, aber stets mit Bedacht! Besonders bei spiegellosen Kameras wie der Canon R5 kann ein unachtsamer Moment schnell dazu führen, dass der Sensor verschmutzt oder das Bajonett beschädigt wird. Das lässt sich vermeiden, wenn man auf ein paar kleine Dinge achtet beim Objektivwechsel. Für Fotografen ist die Kamera ein Werkzeug, aber wenn man sie lange nutzen möchte, sollte man auch sorgsam damit umgehen.

Ich zeige dir, wie du dein Objektiv so wechselst, dass du lange Freude an deiner Ausrüstung hast – ohne Angst vor Staub, Kratzern oder lockeren Anschlüssen haben zu müssen.

Objektivwechsel an einer Canon Kamera
Objektivwechsel an einer Canon Kamera

Warum der Objektivwechsel mehr ist als Routine

Viele unterschätzen, was beim Objektivwechsel eigentlich passieren kann. In dem Moment, in dem du das alte Objektiv abnimmst, ist das Kamerainnere offen. Bei einer DSLR schützt ein Vorhang den Sensor noch ein Stück weit, aber bei spiegellosen Modellen liegt er praktisch frei. Das macht ihn anfällig: für Staub, Pollen, Sand – alles, was durch die Luft fliegt.

Ein einziges winziges Partikel kann sich auf dem Sensor absetzen und zeigt sich dann als dunkler Punkt im Bild. Sieht man auf dem Display oft gar nicht, aber spätestens bei der Nachbearbeitung, vor allem in hellen Bereichen, taucht er auf. Und dann stempelst du ihn immer wieder weg – bis du irgendwann feststellst, dass der Sensor gereinigt werden muss, weil es dann nicht mehr ein Punkt ist, sondern viele.

Überleg dir mal, du hast eine schöne Serie an Bildern gemacht und musst bei jedem Bild die Sensorflecken im Bild rausretuschieren, wie viel Zeit das in Anspruch nimmt. Also dann doch lieber das Objektiv mit etwas mehr Vorsicht wechseln. Keine Frage, mit der Zeit wird man es nicht ausschließen können, dass sich doch mal ein Staubkorn auf den Sensor verirrt.

Kamera ausschalten vor dem Wechsel

Bevor du das Objektiv anfasst, schalte die Kamera aus. Das klingt erstmal banal, ist aber entscheidend. Denn bei vielen Canon-Modellen – darunter die R5 und R6 – fährt beim Ausschalten der Verschlussvorhang herunter. Er schützt den Sensor, während kein Objektiv montiert ist. So kann kein Staub direkt auf die empfindliche Fläche gelangen.

Ob die Funktion bei dir aktiv ist, lässt sich leicht überprüfen: Im Menü findest du sie unter dem Schraubenschlüssel-Symbol, Reiter 4 (gelber Bereich). Wenn dort bei „Verschluss bei Objektivwechsel“ die Option auf „geschlossen“ steht, bist du auf der sicheren Seite. Wenn nicht, einfach auf den Punkt „geschlossen“ gehen, bestätigen und ab sofort immer ausschalten, bevor du wechselst.

Das ist eine dieser kleinen Kamerafunktionen, die kaum jemand beachtet – bis man merkt, wie viel Ärger sie einem ersparen kann.

Objektivwechsel in richtiger Umgebung

Nicht jeder Moment ist ein guter Moment zum Objektivwechsel. Am Strand, bei Wind oder Nieselregen, bleibt das Objektiv besser drauf. Feiner Sand, Gischt oder sogar winzige Wassertröpfchen können sich im Bajonett festsetzen oder später in die Kamera gelangen. Selbst wenn der Verschlussvorhang geschlossen ist, bedeutet das nicht, dass die Kamera komplett versiegelt ist.

Wenn du draußen wechseln musst, dreh dich mit dem Rücken zum Wind, halte die Kamera leicht nach unten und halte das neue Objektiv griffbereit. Je kürzer der Moment ist, in dem dein Kamerabody offen ist, desto besser.

Ich halte die Kamera dabei immer mit der linken Hand am Griff, das neue Objektiv liegt rechts in der Hand, Deckel schon abgenommen. So dauert der Wechsel keine zwei Sekunden – und die Gefahr, dass etwas auf den Sensor gelangen kann, ist etwas geringer. Routine entsteht durch Wiederholung, und wer den Wechsel regelmäßig sauber durchführt, macht es irgendwann automatisch richtig.

Video Objektivwechsel leicht gemacht

Das alte Objektiv – kurz, aber richtig ablegen

Sobald du das Objektiv abnimmst, kommt der nächste kleine, aber wichtige Punkt: Lass es nie offen irgendwo stehen. Die Rücklinse ist sehr empfindlich, und die elektrischen Kontakte sind es auch. Wenn du das Objektiv abgenommen hast, dreh sofort die Staubschutzkappe drauf. Sie hat eine kleine Markierung, die mit der Markierung auf dem Objektiv übereinstimmen muss – dann leicht im Uhrzeigersinn drehen, bis sie sitzt.

Kleiner Tipp: Es gibt Universal-Staubschutzkappen fürs Objektiv, da spielt es keine Rolle mit der Markierung und du kannst sie einfach draufsetzen und musst nicht lange suchen, um die beiden Markierungen bündig aufeinanderzusetzen.

So easy der Vorgang klingt – es sind genau diese kleinen Momente, in denen viele Fotografen nachlässig werden. Man legt die Linse „nur kurz“ auf den Tisch oder auf den Rucksack, redet noch mit jemandem, und schon hat man die ersten kleinen feinen Sandkörner auf der Linse. Alles vermeidbar, wenn man die Kappe direkt griffbereit hat.

Wie ich wechsle: Lösen der Staubschutzkappe, altes Objektiv abnehmen, neben das neue stellen, Staubschutzkappe wechseln, neues Objektiv raufsetzen und fertig. Kein Suchen, kein Fummeln – einfach Teil des Ablaufs.

Das neue Objektiv richtig ansetzen

Beim Ansetzen ist das Prinzip simpel: Markierung auf Markierung, leicht andrücken und im Uhrzeigersinn drehen, bis ein leises Klickgeräusch ertönt. Dieser Klick ist der Moment, in dem der Bajonettverschluss einrastet. Danach brauchst du nichts mehr nachzuziehen oder mit Druck zu sichern. Zu viel Kraft ist hier eher kontraproduktiv und kann den Anschluss des Objektivs und den Bajonettverschluss deiner Kamera beschädigen.

Achte darauf, das Objektiv gerade anzusetzen und nicht zu verkanten. Besonders bei Dunkelheit oder Hektik im Alltag passiert das schnell – und dann kann das Bajonett auf Dauer Schaden nehmen.

Wenn du mit EF-Objektiven und Adapter arbeitest, gilt das Gleiche. Auch der Adapter ist ein empfindliches Verbindungsteil. Ich behandle ihn genauso sorgfältig wie ein Objektiv. Denn er sorgt für die elektronische Kommunikation zwischen Kamera und Linse – und die sollte fehlerfrei bleiben.

Kleine Unachtsamkeiten, große Wirkung

Viele Probleme, die später teuer werden, entstehen durch Hektik. Ein schneller Objektivwechsel mitten im Shooting, kurz im Stehen auf der Straße oder im Sand – und schon sitzt Staub auf dem Sensor. Man merkt es nicht sofort. Aber beim nächsten Bildbearbeiten fragt man sich: „Was sind das denn da für Punkte?“ Gerade wer viel draußen fotografiert, kennt das.

Ich hatte einmal ein Shooting an der Küste, bei starkem Wind. Ich hab’s gewusst, hab’s gesehen – und trotzdem gewechselt. Danach durfte ich jedes Bild retuschieren. Einmal reicht, um es nie wieder zu vergessen.

Seitdem gilt: kein Objektivwechsel, wenn’s stürmt. Und wenn’s sein muss, dann mit dem Rücken zum Wind, Kamera nach unten und so kurz wie möglich. Ein Tipp: Nimm dir eine durchsichtige Plastiktüte mit und wechsle das Objektiv da drinnen!

Wenn Routine zum Schutz wird

Ein bedachter Objektivwechsel ist nichts, worüber man lange nachdenkt – wenn man ihn verinnerlicht hat. Je öfter du es machst, desto flüssiger läuft der Ablauf. Kamera aus, Deckel runter, Objektiv ab, Deckel drauf, neues dran, Klick, fertig. Und das alles ruhig, ohne Hektik.

Fazit: Objektiv wechseln klingt einfach – ist es auch, wenn man ein paar Dinge beachtet. Eine saubere Umgebung, ein ausgeschalteter Body und eine ruhige Hand reichen oft aus, um den Sensor dauerhaft zu schützen. Wer sich diese kleinen Routinen antrainiert, spart nicht nur Zeit in der Nachbearbeitung, sondern verlängert auch die Lebensdauer seiner Ausrüstung deutlich. Der Sensor ist das Herz der Kamera – und beim Objektivwechsel steht er kurz im Freien. Wie du in diesem Moment vorgehst, entscheidet über die Langlebigkeit deiner Ausrüstung.

Meine Praxistipps zum Objektivwechsel

  • Schalte die Kamera immer aus, bevor du das Objektiv abnimmst.
  • Wechsel möglichst im Schutz – nie im Wind oder bei Regen. Wenn nicht anders möglich, dann eine durchsichtige Plastiktüte mitnehmen und das Objektiv da drinnen wechseln.
  • Halte das neue Objektiv griffbereit, Deckel kurz vorher abgenommen.
  • Vermeide unnötigen Druck beim Ansetzen – das Bajonett hält auch ohne Gewalt.
  • Und wenn du doch mal Staub auf dem Sensor hast: selbst reinigen oder professionell reinigen lassen.