Einblick in die Auftaktveranstaltung der IDT 2025
Ein Abend voller Begegnung, Sprache und echter Momente

IDT 2025 Auftakt im Altstadtbad Krähenteich in Lübeck
Wenn sich ein internationales Publikum in einem Freibad mitten in Lübecks Altstadt zum Auftakt einer weltweiten Tagung trifft, dann ist das mehr als ein formeller Empfang. Es ist ein lebendiger Beweis dafür, wie eine Sprache Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammenführen kann. Am 27. Juli 2025 lud das Goethe-Institut als Auftakt zur Internationalen Tagung der Deutschlehrer, kurz IDT, zu einem Grillfest ein – und ich durfte diesen Abend als Veranstaltungsfotograf begleiten.
Ein lauer Sommerabend, wie er lebendiger kaum hätte sein können: Wasser, Gespräche, der Geruch von frisch Gegrilltem und stimmungsvolle Musik durch einen DJ. Und ich mittendrin mit zwei Kameras – bereit, genau diese Momente einzufangen. Mit einem offenen Blick für das, was zwischen den einzelnen zusammengewürfelten Gruppen geschah. In diesem Artikel gebe ich dir einen kleinen Einblick in diesen magischen Abend und meine Arbeit als Veranstaltungsfotograf.
Die IDT – Vielfalt durch Sprache erlebbar machen
Die IDT ist mehr als eine Fachkonferenz. Sie ist ein internationales Forum für Menschen, die sich mit Leib und Seele dem Deutschunterricht gewidmet haben – sei es als Fremd- oder Zweitsprache. Rund 2.500 Teilnehmende aus mehr als 100 Ländern sind 2025 nach Lübeck gereist, um sich über Methoden, Erfahrungen, Herausforderungen und Chancen auszutauschen.
Die Tagung wird von lokalen Deutschlehrerverbänden, Pädagogischen Hochschulen, Universitäten, Kulturreferaten und Sprachverbänden im Auftrag des Internationalen Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverbandes (IDV) organisiert – dieses Jahr in Zusammenarbeit mit der Deutschen Auslandsgesellschaft als ausrichtender Institution.
Die Auftaktveranstaltung des Goethe-Institutes im Altstadtbad Krähenteich war dabei mehr als ein symbolischer Beginn: Sie war eine Einladung, sich persönlich zu begegnen. Und genau das wurde an diesem Abend spürbar. Rund 500 Menschen waren dabei – und machten diesen Abend zu etwas Besonderem.

Angekommen zwischen Altstadtflair und sommerlicher Leichtigkeit
Schon beim Eintreffen spürte man diese besondere Mischung: Lockerheit, Neugierde und Offenheit. Menschen, die sich noch nie begegnet waren, fanden sofort Gesprächsthemen. Es wurde gelacht, diskutiert, getrunken und gegessen. Einige saßen barfuß auf dem Holzsteg und ließen die Füße ins Wasser baumeln, andere lehnten sich ans Geländer und ließen den Blick über das Wasser schweifen.
Ich habe mich viel bewegt an diesem Abend, wie so oft auf einer so großen und weitläufigen Veranstaltung. Nicht nur, um aus unterschiedlichen Perspektiven zu fotografieren, sondern weil ich so die Gespräche und Stimmungen besser einfangen konnte. Ein guter Eventfotograf ist ein stiller Beobachter, aber kein Störfaktor. Man ist da, aber nicht aufdringlich. Sichtbar, aber man drängt sich nicht auf.
DJ, Dämmerung, Dialoge
Für die musikalische Untermalung des Abends sorgte DJ Dennis Forte, den ich bereits seit einigen Jahren kenne. Er schaffte es wie immer, die richtige Balance zu finden: international, rhythmisch und stimmungsvoll. Seine Musik war mehr als eine musikalische Begleitung – sie verlieh dem Abend Struktur und Rhythmus, ohne dabei die Gespräche zu stören.
Vorab hatte er eine Liste mit Musikwünschen des Veranstalters erhalten, die ihm als grobe Orientierung diente. Gleichzeitig blieb er flexibel und ging spontan auf die Wünsche der Gäste ein. Genau diese Mischung aus Vorbereitung und Offenheit hat für einen ganz besonderen Rahmen gesorgt.

Gerade die Kombination aus entspannter Musik, Gesprächen in verschiedensten Sprachen und der wunderschönen Kulisse des Freibads verlieh dem Abend eine ganz eigene Energie. Ich habe viele dieser besonderen Momente eingefangen: ein Lächeln in die Kamera, angeregte Diskussionen und spontane Umarmungen von Menschen, die sich einfach freuten, zusammenzukommen und sich auszutauschen.
Reden, die mehr waren als Pflichtprogramm
Offizielle Ansprachen gibt es auf vielen Veranstaltungen. Was mir hier auffiel: Sie waren nahbar, aber nie aufgesetzt und mit einer persönlichen Note. Es wurde über Vielfalt gesprochen – nicht als Schlagwort, sondern als gelebte Realität.
Vielfalt zu wagen heißt auch, zuzuhören, zu übersetzen, zu verbinden. Viele der Zuhörer haben genau das getan: aufmerksam, interessiert und mit echtem Interesse. Und ich habe nicht nur die Redner fotografiert, sondern auch die Reaktionen seitens der Gäste. Die Blicke, ein Lächeln und stille Zustimmung zu dem Gesagten. Diese Zwischentöne sind es, die den Bildern eine besondere Tiefe geben.
Die Fotoausrüstung, die ich an dem Abend mithatte
Ich war mit zwei Kameras an diesem Abend unterwegs: der Canon R6 mit dem 28–70 mm f/2 für Nähe, Schnelligkeit und Flexibilität und der Canon R5 mit dem 70–200 mm f/2.8 für Details, mit der ich Unauffälligkeit aus der Distanz fotografieren kann.
Unterschiedliche Lichtverhältnisse? Interessieren mich kaum noch. Nach all den Jahren weiß ich, wie ich auch bei schwindendem Tageslicht gute Bilder mache. Wichtiger ist: Was erzählen die Szenen? Welche Geschichte steckt hinter einem kurzen Blick, einem ausgestreckten Arm, einem Moment des Innehaltens? Genau das ist es, was ich suche. Und stets finde.

„Machst du ein Bild von uns?“ – Spontanität mit Substanz
Immer wieder wurde ich angesprochen: „Machst du ein Bild von uns?“ Diese Fragen kommen nicht aus Eitelkeit. Sie entstehen, wenn Menschen sich wohlfühlen. Wenn sie merken, dass sie Teil von etwas Besonderem sind. Und sie zeigen Vertrauen: in mich, meine Arbeit und meine Art, zu fotografieren.
Solche Bilder sind für mich keine Pflichtübungen. Sie sind kleine Mini-Geschichten. Zwei, drei oder mehrere Menschen, die sich kurz zeigen möchten, wie sie gerade sind: entspannt, lachend, offen. Ich finde, das darf Eventfotografie auch sein. Nicht nur beobachten, sondern mitwirken. Teilnehmen, ohne sich dabei aufzudrängen.
Kulisse mit Charakter – und Geschichte
Der Krähenteich ist nicht einfach irgendein Ort. Das Altstadtbad ist ein Stück gelebte Stadtgeschichte. Wer schon einmal dort war, weiß, was ich meine: Das Holz der Stege, das Wasser, die riesige wunderschöne Grasfläche und der freie Blick in den Himmel.
Gerade für internationale Gäste war das ein besonderer Rahmen. Viele blieben länger am Steg stehen, ließen sich fotografieren oder machten Selfies vor der Kulisse. Ich finde es schön, wenn ein Ort zur Atmosphäre beiträgt, ohne sich in den Vordergrund zu stellen. Das Freibad am Krähenteich kann das.

Sprache, die verbindet, nicht trennt
„Vielfalt wagen – mit Deutsch“ lautet das diesjährige Motto der IDT. Es klingt einfach, aber es steckt viel mehr dahinter. Denn Deutsch ist für viele Menschen eine Brücke in neue Lebensrealitäten: beruflich, privat und gesellschaftlich.
Wer sich auf dieser Tagung trifft, bringt Geschichten mit: von Sprachbarrieren, Neuanfängen, Integration und Begeisterung. All das schwang an diesem Abend mit. Und auch wenn es keine offizielle Diskussionsrunde war, war der Austausch tiefgehend.
Als Fotograf merke ich das nicht an den Worten, sondern an den Blicken. An der Art, wie Menschen einander gegenüberstehen. Ob sie sich zuwenden, zuhören und gemeinsam lachen. Genau hier entstehen Bilder, die mehr zeigen als nur ein Event.
Fazit: Ein Abend, der bleibt
Zwei Stunden. Hunderte von Begegnungen. Viele kleine Geschichten, die ich mit der Kamera eingefangen habe. Nicht, um sie festzuhalten, sondern um sie sichtbar zu machen. Das Grillfest des Goethe-Instituts als Auftakt zur IDT 2025 war für mich kein Auftrag wie jeder andere. Sie war ein Erlebnis, ein Perspektivwechsel, ein Abend, an dem ich selbst etwas mitgenommen habe.
Fotografie bedeutet für mich nicht, Dinge zu dokumentieren. Es geht darum, Atmosphäre für den Betrachter spürbar zu machen. Und wenn mir das an diesem Abend gelungen ist, dann habe ich alles richtig gemacht. Ich danke dem Goethe-Institut für das Vertrauen, dieser besonderen Veranstaltung meine Perspektive hinzufügen zu dürfen. Und ich danke allen, die sich fotografieren lassen haben – mit offenen Augen, echtem Lächeln und viel Vertrauen.
