Interview mit Taydoo alias Mike van Doorn

Als Fotograf gehört die Bildretusche fast zur täglichen Arbeit. Damit ist auch die Weiterbildung verbunden, das heißt sich zu informieren, was es Neues auf dem Markt gibt und welche neuen Bildstile sich gerade größerer Beliebtheit erfreuen. Im Bereich der Erstellung von Texturen und Overlays gibt es ein breites Portfolio an Anbietern. Je nach Ausrichtung der Retusche stechen einige aus der Masse heraus. Die Bildkompositionen von Taydoo (alias Mike van Doorn) sprühen vor Leidenschaft und Hingabe. Taydoo bietet über seinen Shop sowohl zu Photoshop Aktionen als auch zu Lightroom Presets an.

Eine Arbeitserleichterung: Photoshop Aktionen

Hilfestellung für Fotografen sind nützliche Aktionen, die in Photoshop automatisiert per Knopfruck zum Beispiel Ebenen und Masken hinzufügen. Je nachdem wie das Bild-Endresultat aussehen soll, lassen sich gewünschte Bildstile leicht und schnell realisieren. Jedes einzelne Element lässt sich nach dem Hinzufügen manuell anpassen, ein- und ausschalten oder löschen. „Leicht und schnell“ heißt hier, dass man selbst diese einzelnen Ebenen, Masken und Einstellungen nicht vornehmen muss. Dadurch lassen sich Arbeitsprozesse verkürzen, was für den einen oder anderen Fotografen sicherlich interessant sein könnte.

Wer steht hinter der Marke Taydoo?

Zwar hat Mike eine eigene Fanpage auf Facebook, auf der er des Öfteren über Projekte berichtet, aber wie ist er auf die Idee gekommen, Aktionen, Texturen und Overlays zu erstellen?

Interview mit Mike van Doorn, Inhaber von Taydoo

André: Hallo Mike, freut mich, dass Du Dir die Zeit nimmst, für das Interview. Stell Dich bitte einmal kurz vor. Wie genau bist Du zur Fotografie gekommen? Welche Bereiche der Fotografie interessieren Dich besonders und welche findest Du weniger interessant?

Mike: Hey, ich fotografiere jetzt circa seit 3 Jahren. Zur Fotografie bin wohl wie viele gekommen. Hatte mir früher mal so ne kleine Digiknipse ausgeliehen und einfach wie wild alles und jeden fotografiert. Irgendwann wollte ich mehr und dann kam die erste DSLR. Natürlich alles noch im Automatik Modus. Aber irgendwie folgte schnell die Ernüchterung. Die Bilder werden dadurch auch nicht besser. Dann habe ich mich wirklich mal auf meine 4 Buchstaben gesetzt und gefühlt 30 Sachbücher über Fotografie gelesen und alles Mögliche ausprobiert. Angefangen habe ich damit, Bienchen und Blümchen zu fotografieren. Dann kamen Landschaften, Tiere, normale Menschen von nebenan, Kinder und jetzt letzten Endes zu 90 Prozent nur noch Models. Irgendwie bin ich auch ein wenig auf dieser Märchen-Schiene hängengeblieben. Es ist einfach das, was mir am meisten Spaß macht und mich erfüllt. Ich kann dort einfach meiner Fantasie freien Lauf lassen und fühle mich nicht so eingeengt, wie ich es in anderen Bereichen hatte. Für mich weniger interessant ist vor allem der Bereich Akt-Fotografie. Ich habe einfach kein fotografisches Auge dafür (lacht).

André: Wie gestaltet sich Deine Woche? Was machst Du zum Entspannen? Welche Leidenschaften hast Du neben der Fotografie?

Mike: Also wie bei vielen meiner Kollegen ist es unter der Woche eher ruhig bei mir. Die meisten Shootings und Workshop-Termine sind meistens am Wochenende. Unter der Woche widme ich mich meist der Bildbearbeitung und Erstellung neuer Produkte. Entspannen tue ich jeden Tag ab 19:00 Uhr. Da ist für mich auch Feierabend und ich klappe den Laptop zu. Nehme mir aber auch gerne zwischendurch immer wieder nen Tag frei, um mit meiner Familie was zu unternehmen. Das ist für mich dann Entspannung. Eine weitere Leidenschaft ist jetzt seit einigen Monaten die Nano Aquaristik (lacht). Glaube das hätte so keiner erwartet. Ansonsten daddel ich natürlich auch gerne ne Runde auf meiner Konsole.

André: Mit welchem Fotoequipment fotografierst Du? Was kommt häufig bei Deinen Bildern zum Einsatz. Hast Du Lieblingsobjektive? Was war Deine erste Kamera?

Mike: Ich arbeite ausschließlich mit der Canon 5d Mark III und 3 Linsen. Das 24mm Sigma Art f/1.4, dass 50mm Sigma Art f/1.4 und mein Liebling das Canon 135mm f/2.0 L. Meine erste Kamera war eine Olympus E-510.

André: Hat sich Dein Themenschwerpunkt im Laufe der Zeit verändert und/oder erfindest Du Dich in Bereichen eventuell neu, um wieder frischen Wind reinzubringen?

Mike: Ich habe mich so oft verändert, dass ich das gar nicht mehr mitzähle. Ich habe sehr viel probiert und gemacht aber wirklich erfüllt hat es mich nicht. Jetzt in dem „Märchen“-Bereich fühle ich mich endlich angekommen.

André: Erinnerst Du Dich an Dein erstes Bild, das Du gemacht hast? Wie ist es, wenn Du Dir heute Deine anfänglichen Bildretuschen ansiehst?

Mike: Uff jaaa, daran erinnere ich mich noch. War ein mieses Bild, was ich mit Lightroom mehr oder weniger hingefuscht habe (lacht).. Sehr schlecht jedenfalls ;D

André: Was meinst Du, ab wann darf sich jemand selbst Fotograf nennen? Als was würdest Du Dich selbst bezeichnen?

Mike: Jeder soll sich dann Fotograf nennen, wenn er es für richtig hält. Ich fühle mich aber nicht als Fotograf, sondern eher als Künstler.

André: Nutzt Du selbst Aktionen oder sonstiges von anderen Anbietern für Deine Arbeiten?

Mike: Nein, ich hatte ganz früher mal ein paar Gratis Sachen. Die waren aber nicht wirklich brauchbar. Ich arbeite am liebsten mit meinen eigenen Produkten.

André: Gibt es auch Bilder, die Du nicht sorgfältig planst und dann für Deine besondere Retusche hernimmst?

Mike: Ich habe nicht immer eine Retusche oder ein Bild im Kopf. Oft kommt beides einfach an Ort und Stelle. Eine Bildidee zum Beispiel während des Shootings. Eine Idee für die Retusche während der Retusche. Sprich, oft fange ich einfach an und lasse mich ein wenig treiben und schaue dann am Ende, wo ich rauskomme. Hat bis jetzt immer ganz gut geklappt.

André: Nimmst Du Aufträge an und über welchen Kanal kommen die Auftraggeber auf Dich zu?

Mike: Shooting Aufträge nehme ich zurzeit nur von Firmenkunden an. Es bleibt einfach nicht die Zeit für kleine private Pay-Shootings mehr. Meistens rechnen sich die Kosten für den Privatverbraucher auch nicht für so ein Shooting.

André: Wann hast Du Dich intensiver mit der Bildretusche auseinandergesetzt und wie kamst Du dazu, selbst Aktionen, Texturen und Overlays zu erstellen und zum Verkauf anzubieten?

Mike: Ich arbeite eigentlich jetzt seit knapp 10 Jahren mit Photoshop Allerdings 9 Jahre davon in einem komplett anderen Bereich. Ursprünglich komme ich aus dem Grafikbereich und habe früher viele Flyer, Webdesigns usw. erstellt. Allerdings hatte ich die ganze Zeit null Plan davon, wie man ein Foto in PS retuschiert. Ich war die ganzen Zeit der Meinung, wieso Photoshop, mit Lightroom kann man auch fast alles machen. Irgendwann September 2014 kam ich an den Punkt, wo ich meine Bilder einfach nur noch langweilig fand. Also holte ich endlich mal Photoshop für die Retusche raus und habe wieder Bücher gewälzt, Tutorials angeschaut (Tutorials auf Taydoo´s Shop) und sehr viel einfach selber versucht. Damit zusammenhängend habe ich auch meinen Workflow versucht zu optimieren und zu beschleunigen. Dabei sind dann die Aktionen entstanden die ich heute anbiete. Overlays & Texturen (Produkte auf Taydoo´s Shop) kamen dann erst vor ein paar Monaten. Ich habe immer wieder welche für meine eigenen Arbeiten erstellt. Dann dachte ich mir auch, eh wieso nicht mit anbieten.

André: Deine Arbeiten sind oftmals fantasievoll gestaltet. Würdest Du Dich als besonders kreativ bezeichnen oder gibt es Fotografen, dessen Arbeiten Dich inspirieren und die in neuen Arbeiten berücksichtigt werden? Hast Du das fertige Bild-Endresultat bereits am Anfang im Kopf oder kommen eventuell manche neuen Ideen im Schaffungsprozess dazu?

Mike: Glaube schon, dass ich ein wenig kreativ bin. Hmm, Inspiration … Ehrlich gesagt kann ich dir darauf keine genaue Antwort geben. Klar gibt es Arbeiten von verschiedenen bekannten sowie unbekannten Fotografen, die ich Hammer finde und die mich evtl. unbewusst inspirieren. Aber Namen kann ich dir jetzt keine sagen. Meistens fange ich mit meinen Fotos einfach an und lass mich treiben.

André: Gibt es etwas, das Du als Fotograf noch erreichen möchtest?

Mike: Mal schauen wo die Reise hingeht. Es gibt einiges als Ziel. Magazin-Publikationen z.B. Bis jetzt habe ich es immer nur mit Hilfe von Foto-Wettbewerben in Printmagazine geschafft. Vielleicht ändert sich das 2016 mal.

André: Du hast mittlerweile eine große Community auf Facebook, die stetig wächst. Hast Du mit diesem Erfolg gerechnet?

Mike: Niemals, was da in den letzten Monaten abgeht, kann ich dir gar nicht beschreiben. Innerhalb von 12 Monaten kamen jetzt um die 16-17.000 Fans dazu, und gerade in den letzten 3 Monaten ist das so extrem arg gestiegen. Einfach der Wahnsinn!

André: Gibt es ein Lieblingsbild aus all Deinen Bildern, das Du Dir immer wieder gerne anschaust und das nach wie vor noch Dein Highlight ist?

Mike: Ja, dieses von meinem Sohn 🙂 Es war mein erstes retuschiertes Foto in Photoshop und der Startschuss für das alles hier. Mit dem Foto habe ich schon den ein oder anderen Wettbewerb gewonnen.

André: Gibt es jemanden, den Du gerne mal treffen möchtest und wenn ja, aus welchem Grund?

Mike: Hmmm eigentlich nicht, was nicht heißt, ich würde nein sagen. Ich halte mich aber eigentlich immer so ein bisschen aus dieser „Fotografen Szene“, die auf Facebook herrscht, raus bzw. bedeckt. Bin eher so der Underdog.

André: Womit kann Deine Fangemeinde in den kommenden Monaten rechnen? Gibt es neue Projekte, die Du noch in der Schublade hast?

Mike: Oh jaaaaaa! Als erstes kommt natürlich die Große Vol 2 in den nächsten 2-3 Wochen online. Anschließend werden wir mit unserem Store den USA-Markt betreten. Die Übersetzungen des Shops sowie Aktionen sind so gut wie abgeschlossen. Weiter sind noch ein paar Aktions-Pakete geplant, Freisteller von Tieren usw.  Auch im Workshop-Bereich wird sich einiges ändern. Diese werden jetzt umfangreicher und vor allem einmalig werden. Was im Klartext heißt: Hammer Location, Hammer Model, Hammer Kleid!

André: Was kannst Du einem Anfänger in der Fotografie auf den Weg geben in puncto Fotografie und Retusche?

Mike: Lasst Euch nicht unterkriegen! Ich weiß gar nicht wie oft ich alles hinschmeißen wollte. Bleibt am Ball und findet Euren Stil!

André: Mike, ich danke Dir für Deine Zeit!

Mike: Sehr gerne, Andre

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