Tipps zur Makrofotografie

Nah ran! Das war für mich ausschlaggebend mir ein Makroobjektiv zuzulegen. Anfangs produzierte ich sehr viel Ausschuss, aber „shit happens“, schlechte Bilder lassen sich löschen. Also, keine falsche Scheu oder Zurückhaltung! Einen sehr nützlichen Tipp vorweg: Informiere Dich und verschaffe Dir einen Überblick über die Natur und ein kleines Basiswissen darüber, was Dich interessiert. Was bringt es Dir, wenn Du weißt was Du gerne fotografieren möchtest, aber den Ort der Pflanzen und Insekten nicht kennst?

Makrofotografie – Kleines ganz “Groß”

Morgenstund hat Gold im Mund

Das trifft auch auf die Makrofotografie zu. In den frühen Morgenstunden sind Insekten noch in der Kältestarre. Ein großer Vorteil, denn das Objekt der Begierde ist beim anpirschen nicht gleich wieder verschwunden. Im Gegensatz zu sonnigen und warmen Tagen, eine falsche Bewegung und der ganze Aufbau war umsonst. Erspare Dir diese Erfahrung und stehe lieber etwas früher auf.

Welche Ausrüstung für die Makrofotografie

Retroadapter für beliebige Objektive

Retroadapter bei Amazon

Ein kostengünstiger Einstieg in die Makrofotografie ist ein Retroadapter. Ein Retroadapter macht es möglich, das Objektiv umgekehrt ans Bajonett des Kamerabodys anzuschließen. Zusätzlich empfiehlt es sich einen Protection-Ring ans Objektiv anzubringen. Der Ringe ermöglicht die Anbringung von Filtern an ein Objektiv das mit Retroadapter genutzt wird. Dadurch wird verhindert, dass Staub und Schmutz in das Objektiv eindringt. Je nachdem welches Objektiv in Retrostellung genutzt wird, vergrößert es das Motiv doppelt, dreifach oder vierfach und so weiter.

 

Fliege

Makroaufnahme Fliege

Feuerkäfer

Feuerkäfer

Holzbohrer

Holzbohrer

Stacking

Focus Stacking

Erdbeere

Erdbeere

Schlüssel

Schlüssel

Kaffeebohnen

Kaffeebohnen

D-Mark

D-Mark

Spinne

Spinne auf einem Blatt

Hummel

Hummel

Der Kauf eines Makroobjektivs

Makroobjektiv für Nikon

Makroobjektiv bei Amazon

Je nach Kamerahersteller, gibt es einiges auf dem Markt. Ich selbst nutze eine Nikon D7100. Nach langer Zeit des Suchens, habe ich mich für das Nikon AF-S Micro-Nikkor 105mm VR entschieden. Die Meinungen ob ein Bildstabilisator benötigt wird oder nicht, gehen von bis. Das liegt dann an jedem selbst. Für mich habe ich entschieden, dass ich auch gerne mal freier und mobiler Arbeiten möchte. Ohne größeren Aufbau wie Stativ, Einstellschlitten und Fernbedienung. Gerade der Punkt sich auf Augenhöhe des Motivs zu begeben, finde ich damit sehr spannend. Einige Nachmittage habe ich mich an diversen Orten einfach auf den Boden geschmissen, um von Angesicht zu Angesicht ein Insekt oder eine Pflanze zu fotografieren. Eine Hummel zum Beispiel, wirkt wesentlich mehr und imposanter, wenn sie auf gleicher Höhe seitlich oder von unten fotografiert wird, anstelle „nur“ platt von oben runter.

Die Zusatzausrüstung für die Makrofotografie

Wie bei der Nachtfotografie, nutze ich bei der Makrofotografie auch häufig einen Selbstauslöser um Verwacklungen der Kamera zu vermeiden. Da ich meist per LiveView arbeite, wirst Du auch sicherlich irgendwann feststellen, dass ein Stativ seine Tücken hat. Bei einem leichten versetzen der Kamera, verschwindet das Objekt aus dem Bildausschnitt. Fotografierst Du viel im Makrobereich, könnte ein Einstellschlitten für Dich vielleicht auch interessant sein. Auch hier gibt es diverse Anbieter, aber da ich großen Wert auf Qualität lege, bin ich bei Novoflex gelandet. Dessen Preis ordentlich zu Buche schlägt, aber die Qualität und Verarbeitung spricht für sich. Wenn Du zum Beispiel auch Richtung Focus-Stacking arbeiten möchtest, ist ein Einstellschlitten sehr zu empfehlen. In Kombination mit einer Fernbedienung, kannst Du knackscharfe Bilder hinbekommen. Übung macht den Meister.

Die Wahl der Blende

Entfesselt Blitzen

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Zwar wird gesagt dass die Schärfentiefe im Nahbereich Minimal ist, aber wenn Du so richtig nah an ein bestimmtes Motiv herangehst, wirst Du feststellen, das dies leider nicht so ist. Natürlich kommt es darauf an, wo genau Du den Schärfebereich rauflegen möchtest. Ich hatte mich anfangs sehr darüber geärgert, dass ich eine Fliege komplett Scharf haben wollte, aber so Nah dran war, das ich nur den Kopf scharf hatte und der Rest zunehmend unschärfer wurde.

Als letzten Tipp: Achte auf eine gute Belichtung! Ich selbst Blitze entfesselt und arbeite je nach Situation mit mehreren Blitzen. Dabei setze ich als Sender und Empfänger Material von Yongnuo ein. Diese lassen sich auch bei sehr kurzen Verschlusszeiten einsetzen! Bisher habe ich sehr gute Erfahrung damit gemacht. Nützlich um in der Dunkelheit fokussieren zu können, wirft der Sender auf der Kamera montiert ein rotes Gitter auf der zu fotografierende Motiv. Zwar könnte man auch eine kleine Taschenlampe nehmen, aber danach müssen sich die Augen erst immer wieder an die Dunkelheit gewöhnen.

Zusammengefasst – Nützliches & Ausrüstung

  • Stehe früh auf
  • Informiere Dich über die Motive, die Du fotografieren möchtest
  • Entscheide Dich zwischen Retroadapter oder einem Makroobjektiv
  • Benutze ein Stativ und eine Fernbedienung um Verwacklungen zu vermeiden
  • Blitz(e) für schwaches oder wenig Licht
  • Einstellschlitten für genaueres fokussieren
  • Pflanzenklammern um zum Beispiel einen Ast oder eine Blume im Wind ruhig zu halten
  • Focus-Stacking Software (Helicon Focus) für die anschließende Bildbearbeitung

Begib Dich in die Miniaturwelt

Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie sich die Wahrnehmung verändert, wenn man die Motive nur nah genug heranholt. Von an sich recht unscheinbaren Dingen wie einem Wassertropfen bis hin zu komplexen Wunderwerken der Natur wie dem Facettenauge einer Fliege: Mit der nötigen Geduld offenbaren sich faszinierende Perspektiven.

Es steckt sehr viel Vorbereitungsarbeit dahinter, und natürlich spielt die Technik auch eine große Rolle. Ich glaube, dass die Hintergründe zur Entstehung oftmals ebenso spannend sein können wie das fertige Foto. Das Schöne an der Makrofotografie ist, das man bereits alles um sich herum hat. Es gibt unzählige kleine Welten zu entdecken. Sei es der Vorgarten oder der nahelegende Park.

Meine Makrofotografie Ausrüstung:

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Fazit: Mit einem Makroobjektiv bewaffnet und einem Stativ startete ich unzählige Expeditionen. Dabei ist der Garten hinterm Haus nur ein paar Quadratmeter groß. Die Zeit in einer anderen Welt: Wie schnell die Zeit vergeht merkte ich oft erst dann, als es anfing zu dämmern und ein Fotografieren ohne Blitz nicht mehr möglich war.

Wann brichst Du in andere Welten auf?

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