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Schnelle Bildbearbeitung = schlechte Qualität?

Neulich hatte ich ein interessantes Gespräch. Irgendwann kamen wir auf den Punkt, dass ich Bildbearbeitungen schnell fertig habe und dem Kunden zur Verfügung stelle. Daraufhin sagte mein Gegenüber, er würde die Bilder, auch wenn er sie schnell fertig hat, erst eine Woche später zur Verfügung stellen. Aus folgendem Grund: Nach seinem Empfinden könnte es bei dem Kunden den Eindruck erwecken, dass, wenn ein Fotograf die Bilder so schnell fertig hat, die Qualität nicht gut sein kann Ist das so? Die Erfahrung habe ich bisher nicht gemacht. Nun weiß ich natürlich nicht, was in den Köpfen meiner Kunden vorgeht, aber bisher habe ich stets ein positives Feedback zur schnellen Lieferung und der Qualität der Bilder erhalten.

Bildbearbeitung: Ist schnell wirklich schlechter?
Bildbearbeitung: Ist schnell wirklich schlechter?

Schnelle Bildbearbeitung schließt eine hohe Qualität nicht aus.

Nun muss man stark differenzieren, da Hochzeitsfotografen sicherlich unterschiedliche Herangehensweisen haben in der Bildbearbeitung. Einige lassen sich nicht in die Karten schauen, genauso wie sie mit der Herausgabe an Preisen auch sehr verhalten sind. Das ist okay und muss jeder Fotograf für sich selbst entscheiden. Auch wenn ich damit anecke, bin ich in jeglichen Belangen meiner Arbeit und drumherum transparent. In Hochzeiten habe ich in der Woche zwei standesamtliche Trauungen und eine Hochzeitsreportage oder umgekehrt. Hinzu kommen weitere Shootings, wie Outdoor-Bewerbungsshootings oder Business-Shootings in Firmen. Ich persönlich mag es nicht, wenn sich Arbeit staut. Auch wenn ich mir sozusagen den Stress dann selbst mache, Aufträge möglichst schnell fertig zu haben, ist mir sehr daran gelegen, hinter eine Aufgabe (einen Auftrag) einen Haken zu setzen.

Schnellere Arbeitsprozesse durch künstliche Intelligenz

Schauen wir uns den Arbeitsablauf doch mal genauer an. Nach der Hochzeitsfotografie lade ich alle Bilder auf den Rechner. Die Backup-SD-Karten fasse ich so lange nicht an, bis ich alle Hochzeitsbilder bearbeitet und in die Galerie von Scrapbook geladen habe. Somit habe ich eine Sicherung auf meiner Festplatte und eine in der Cloud. Danach lösche ich die Backups von den SD-Karten. Bilder sichten und aussortieren mache ich mit Lightroom. Bilder nach meinem Look bearbeiten mit Imagen Wie das Ganze funktioniert, dazu habe ich bereits einen ausführlichen Artikel geschrieben: Bildbearbeitung mit Imagen. Weitere Anpassungen führe ich mit EVOTO durch. Danach schaue ich mir alle bearbeiteten Bilder in Lightroom noch mal an und nehme Feinanpassungen vor oder korrigiere noch mal den Bildausschnitt.

Wie lange dauert eine Bildbearbeitung?

Hierzu kann ich ein reales Beispiel nennen. Eine freie Trauung vor einigen Tagen auf einem Gut hier in Lübeck. Vor Ort habe ich 4 Stunden lang die Hochzeit begleitet und knapp 2.000 Bilder gemacht. Dazu auch Drohnenaufnahmen. Das Sichten, Aussortieren und Bearbeiten hat insgesamt 10 Stunden gedauert.  Und hier spreche ich nicht davon, was alles in allem mit einem kostenlosen Erstgespräch für eine Hochzeit etc. gedauert hat. Aber auch dazu habe ich bereits einige Artikel hier auf der Webseite. Das unterschätzen auch immer viele, wie viel Arbeit mit der Hochzeitsfotografie verbunden ist. Das heißt ja nicht, wenn ich 4 Stunden vor Ort bin, dass ich danach Feierabend habe und die Bilder fertig sind. Auch wenn die Arbeitsprozesse durch künstliche Intelligenz deutlich schlanker und effizienter geworden sind, erfordern einzelne Schritte noch manuelles Arbeiten.

Wie lange dauert eine Bildbearbeitung?
Wie lange dauert eine Bildbearbeitung?

Wird durch den Einsatz von KI Hochzeitsfotografen günstiger?

Mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz in der Bildbearbeitung spart man sich Zeit. Heißt das im Umkehrschluss, dass die Hochzeitsfotografie dadurch günstiger werden kann? Nein! Warum das so ist, auch da gebe ich dir ein paar Einblicke. Zum einen die steigenden Kosten bei der Bildbearbeitungssoftware. Die zusätzlichen Programme, die über Credits abgerechnet werden, die auch jeweils ein Preisschild haben. Die Anforderungen an die Hardware sind gewachsen. Der Einsatz von KI benötigt viel Rechenpower. Mit einem alten Computer hat man hier das Nachsehen, da Arbeitsprozesse so eingeschränkt werden können, dass man nebenbei den Haushalt machen könnte. Das bremst und somit muss ein neuer Rechner her.

Ein neuer Rechner liegt gut und gerne bei 7.000 Euro. Und nur weil man sich diesen einmal gekauft hat, heißt das nicht, dass man damit für ewig ausgesorgt hat. Ein hohes Arbeitspensum verschleißt auch die Kameraausrüstung. Ein neuer Body alleine kostet auch 3–5 Tsd. Euro. Die Kosten summieren sich und müssen getragen werden. Letztendlich werden diese Kosten logischerweise auf den Preis für die Kunden umgelegt und das erklärt auch, warum die Preise trotz Einsatz von KI-Software nicht günstiger werden. Warum Hardware heute mehr leisten muss, darauf gehe ich gerne nachfolgend etwas genauer ein.

Warum die Hardware heute mehr leisten muss als früher

Mancher mag sich fragen: „Sind 7.000 Euro für einen Computer nicht etwas übertrieben? Reicht nicht einfach auch ein Laptop von der Stange?“ Für den privaten Gebrauch sicher, aber nicht für die professionelle Hochzeitsfotografie im Jahr 2026.

Farbechtheit des Monitors
Farbechtheit des Monitors

Hier ein kleiner Einblick in die Kostenstelle „Professioneller Rechner für die Bildbearbeitung“:

  • Rechenpower für die KI: Programme wie ImagenAI oder EVOTO nutzen komplexe Algorithmen, die auf der Grafikkarte (GPU) berechnet werden. Ein Standard-Rechner würde bei 2.000 Bildern einer Hochzeit etliche Stunden brauchen – mein System erledigt das in einem Bruchteil der Zeit, damit du deine Bilder eben nicht erst in vier Wochen erhältst.
  • Datenmengen der Canon R5: Ein einzelnes Foto aus meiner Kamera ist riesig (45 Megapixel). Bei einer Reportage mit 2.000 Bildern bewegen wir uns im Bereich von hunderten Gigabytes an Rohdaten. Um diese verzögerungsfrei zu sichten und zu bearbeiten, sind extrem schneller Arbeitsspeicher und SSD-Speicher Pflicht.
  • Farbechtheit des Monitors: Zur Hardware gehört auch ein kalibrierter Monitor. Nur so kann ich garantieren, dass der Hautton auf deinem Abzug später exakt so aussieht, wie ich ihn am Bildschirm optimiert habe.
  • Datensicherheit und Backups: Die 7.000 Euro fließen auch in redundante Speichersysteme (RAID) und Cloud-Backups. Deine Erinnerungen sind bei mir mehrfach gesichert, damit selbst bei einem Hardware-Defekt kein einziges Bild verloren geht.

Kurz gesagt: Die Investition in High-End-Hardware ist kein Luxus, sondern die Voraussetzung dafür, dass ich den Spagat zwischen maximaler Bildqualität und einer extrem schnellen Lieferzeit schaffe.

Fazit: Haben schnell bearbeitete Bilder eine schlechtere Qualität, als wenn man sich Zeit lässt oder sie erst eine Woche nach Fertigstellung abgibt? Ich denke nicht. Das ist meine persönliche Meinung. Was der eine oder andere denken mag, darüber mache ich mir keine Gedanken. Ich bin stets mit vollem Herzblut bei Hochzeiten dabei und ebenso bei der anschließenden Bildbearbeitung der Hochzeitsbilder. Qualität ist in jeglicher Hinsicht ein Anspruch, den ich an mich selbst und die Bilder stelle und den damit auch meine Kunden erwarten können. Schaut man sich meine 530 Bewertungen im Durchschnitt von 5 Sternen an, scheine ich was richtig zu machen!

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